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Die heimischen Handballer beim Bundesligisten HSC Coburg (v. l.): Florian Billek (früher TV Hüttenberg), Adnan Harmandic (früher HSG Wetzlar), Sebastian Weber (früher TVH), Trainer Jan Gorr (früher Trainer TVH) und Stefan Lex (früher TVH). (Foto: ras)

Handball: Fünf Mittelhessen erobern Coburg

(pie) Fünf mittelhessische Handballer haben sich in den letzten Jahren aufgemacht, um Coburg zu erobern. Nach Trainer Jan Gorr fanden die Spieler Florian Billek, Adnan Harmandic, Sebastian Weber und Stefan Lex ihre neue Heimat in Oberfranken. In der Saison 2016/2017 startet der HSC 2000 Coburg das Abenteuer erste Bundesliga.

Alle fünf kehrten in der letzten Woche zum Trainingslager nach Linden zurück – und hatten dabei die Möglichkeit, Freunde und Familie wiederzusehen.

Der Gießener Jan Gorr hat 2013 in Coburg angeheuert. Nach sieben Jahren beim TV 05/07 Hüttenberg, mit dem er unter anderem in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, war eigentlich ein Engagement beim VfL Gummersbach angedacht. Doch dieser Plan zerschlug sich. "Das war keine schöne Zeit, denn ich hatte mir das lange überlegt, in Hüttenberg aufzuhören." Dann traten die Verantwortlichen des HSC an Gorr heran, der den Verein in der 3. Liga übernahm. "Es hat mich gereizt, dort etwas zu erreichen, etwas aufzubauen", schwärmt Gorr. Seitdem ist die sportliche Entwicklung rasant vorangetrieben worden. Gleich im ersten Jahr stieg Coburg in die 2. Liga auf und verbrachte dort lediglich zwei Jahre. "Der Aufstieg und die Feierlichkeiten waren natürlich ein Höhepunkt in dieser Zusammenarbeit." Geplant hatte man beim HSC diese Entwicklung schon, wurde von der Geschwindigkeit aber doch überrascht. "Das war ein Fernziel, aber ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, dass wir das innerhalb von drei Jahren schaffen", sagte der 38-Jährige schmunzelnd.

Zur Saison 2014/2015 heuerte der 1,87 m große Rechtsaußen Florian Billek in Bayern an. Sein Wechsel von Erstligist HBW Balingen-Weilstetten zum damaligen Drittligisten war keine Selbstverständlichkeit. Den Heuchelheimer lockte vor allem die Vorstellung, in Coburg Sport und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen. "Profisport ist schön, aber ich habe auch gemerkt, wie schnell es im Profisport gehen kann. Darum habe ich gesagt: Wenn ihr mir den Ausbau meiner beruflichen Karriere bieten könnt, nehme ich die sportliche Abstufung in Kauf." Jan Gorr kannte er bereits aus seiner Zeit in Hüttenberg (2006 bis 2012), "ohne ihn wäre der Kontakt gar nicht zustande gekommen". Billek schätzt die Zusammenarbeit und "es macht auch vieles einfacher, weil man weiß, was man aneinander hat." Nebenbei absolviert er sein Studium in Fitness- und Sportökonomie. "Es hätte gar nicht besser laufen können, sowohl für den Verein als auch für mich persönlich."

Den nächsten Coup landete der HSC mit der Verpflichtung von Adnan Harmandic zur Spielzeit 2015/2016. Der Bosnier wechselte von der HSG Wetzlar nach Coburg, wo er in der Rückraummitte die Fäden zieht. Für beide Seiten ein Wagnis, denn der Familienvater konnte sein Potenzial in Wetzlar nie voll ausschöpfen und wusste nicht, was ihn in der 2. Liga erwartet. "Aber es hat nur ein paar Wochen gedauert, bis meine Familie und ich uns dort wohl gefühlt haben." Er sieht Coburg auf einem guten Weg, mit viel Potenzial und Rahmenbedingungen, die erstligareif sind. "Wir sind verdient aufgestiegen", sagt er selbstbewusst, wohlwissend, dass dieser Schritt eine enorme Herausforderung ist. Den Wechsel nach Coburg hatte sich der 33-Jährige gut überlegt und liegt mit seiner Entscheidung richtig. "Ich hatte damals auch andere Angebote aus der 1. Liga und dem Ausland. Letztlich hat mich das Gesamtpaket des HSC überzeugt."

Ganz neu im Team sind Sebastian Weber und Stefan Lex. Weber kommt ebenfalls von der HSG Wetzlar, während sich Lex von der TSG Ludwigshafen-Friesenheim den Coburgern anschloss. Beide haben auch schon in Hüttenberg mit Gorr zusammengearbeitet und zu einer Zeit in Coburg unterschrieben, als der Aufstieg keineswegs spruchreif war. Doch auch hier eint beide die Überzeugung für das Projekt Coburg, das sie mit vorantreiben wollen. "Ja, ich habe daran geglaubt, dass Coburg die Qualität hat", so Kreisläufer Weber, der seiner Mannschaft den Klassenerhalt ohne Wenn und Aber zutraut. "Dazu müssen wir weiter an uns arbeiten, an unsere Stärken glauben und die voll reinwerfen", erklärt der 29-Jährige weiter.

Mit Lex wechselt ein weiterer bundesligaerfahrener Spieler die Seiten. Der 1,95 m große Linkshänder gilt als Allrounder "mit einem guten Wurf und Auge für den Nebenmann", weiß Gorr. Der gebürtige Kirch-gönser hatte eine neue sportliche Herausforderung gesucht, "und ich denke, dass Coburg dafür die richtige Adresse ist".

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