"Halli-Galli" zum Auftakt im Norden

(jms) Neun Wochen Vorbereitung, zwei Trainingslager und ein gelungener Auftakt im DHB-Pokal. Hinter den Zweitliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg liegen ereignisreiche und harte Wochen. Am Samstagabend ab 19 Uhr geht es für die Mittelhessen aber endlich wieder um Punkte.

Beim Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg muss das Team von Neu-Trainer Heiko Karrer gleich mit einem emotionalen Publikum und einem euphorisierten Gegner klarkommen. "Henstedt hat sich jetzt acht Wochen auf dieses Spiel vorbereitet. Die fiebern dem Auftakt entgegen und sind heiß auf Handball. Das wird eine echte Herausforderung. Ich denke, es wird Halli-Galli in der Halle geben", glaubt Karrer, der – sofern kurzfristig nichts dazwischenkommt – mit seiner besten Mannschaft in den Norden der Republik fährt.

Henstedt liegt 15 Kilometer nördlich von der Hamburger Stadtgrenze im schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg. Der Verein ist im nördlichsten deutschen Bundesland gemeinsam mit dem VfL Pinneberg der mitgliederstärkste Klub. In der vergangenen Saison stiegen die Handballer aus der dritten in die zweite Liga auf, wobei damit der Gesamtetat auf 650 000 Euro angehoben wurde. Neben einem neuen Marketingkonzept und dem Beinamen "Frogs" hat sich der SVHU auch sportlich erneuert. Vor allem der Name Nico Kibat sticht in der Aufstellung des Neulings sofort ins Auge. Der 32-jährige Spielmacher wurde mit dem THW Kiel im Jahr 2000 Deutscher Meister und spielte zuletzt in der 2. Liga bei der SG BBM Bietigheim eine wichtige Rolle. Mit der Verpflichtung von Timo Salzer von der HSG Wetzlar war Kibats Zeit im Schwabenland aber beendet. Neben Kibat ist Maik Makowka ein namhafter Spieler mit einem großen Erfahrungsschatz. Der 33-Jährige spielte zuletzt in der dänischen Eliteliga für Sonderjysk Elitesport. In Deutschland stand der gebürtige Rendsburger schon für die SG Flensburg/Handewitt, die damalige SG Wallau/Massenheim und für die HSG Düsseldorf auf dem Parkett. Zudem spielte der Halbrechte für den spanischen Klub BM Altea und den SC Meran in Italien.

SV-Trainer Tobias Skerka, ebenfalls ein ehemaliger Bundesligaspieler, kann zudem auf Jan Pevelung im Tor bauen. Der Schlussmann spielte in der vergangenen Runde bei der HG Saarlouis und gilt als starker Zweitligatorhüter. Zudem soll Lars Bastian, der aus Flensburg und Handewitt kam, auf der rechten Außenbahn für Torgefahr sorgen.

"Kibat und Makowka sind natürlich Spieler, die dem Team mit ihrer Erfahrung helfen und Stabilität geben", sagt Karrer, der den Gegner per Video begutachtet hat: "Sie spielen in der Regel eine 6:0-Abwehr und vorne mit vielen Positionswechseln. Es wird sicher ein heißer Tanz. Aber wir wollen natürlich gewinnen." Diese Ambitionen unterstreicht Hüttenberg mit einer professionellen Vorgehensweise in der Vorbereitung auf das Match. Denn nach einer abschließenden Trainingseinheit am Freitagnachmittag startet das Team bereits einen Tag vor dem Spiel in Richtung Hamburg, wo abends ein Hotel bezogen wird. "Wir haben keine Verletzungen zu beklagen. Alle Spieler sind dabei", erklärt Karrer, der gegenüber der Vorwoche eine Steigerung sehen möchte. In der ersten Runde des DHB-Pokals gewannen die Hüttenberger zwar mit 33:23 gegen den Ligakontrahent aus Friesenheim, jedoch fehlte in der ersten Hälfte die klare Linie in der Abwehr. Für Karrer ist das ein normaler Zustand zu Beginn: "Das darf man nicht zu hoch hängen. Es war nach einer langen Vorbereitungszeit das erste Pflichtspiel und das auch noch vor eigenem Publikum. Da waren Trainer und Mannschaft auch etwas nervös. Insgesamt haben wir das aber gut gemeistert", so Karrer. Seiner Meinung nach kann das am Samstag so weitergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare