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Geballte Gruppenliga-Kompetenz auf den Schalensitzen der Wiesecker Tribüne (v. l.): Kevin Kießwetter (TSF Heuchelheim), Sebastian Schäfer (SC Waldgirmes II), Tommy Ried (SG Kinzenbach), Yannik Mohr (TSG Wieseck) und Kevin Buycks (FSV Fernwald). (Foto: ras)

Die Gruppenliga-Experten

In einem waren sie sich alle einig: Der FSV Fernwald gilt als einer der heißesten Titelkandidaten in der Fußball-Gruppenliga – und das als Aufsteiger. Tommy Ried, Yannik Mohr, Sebastian Schäfer, Kevin Kießwetter und Kevin Buycks fachsimpelten bei 30 Grad – auf der Tribüne des Wiesecker Stadions kurz vor dem Saisonstart.

Es war wie ein Treffen unter Freunden. Tommy Ried von der SG Kinzenbach, Sebastian Schäfer vom SC Waldgirmes II, Kevin Buycks vom FSV Fernwald, Yannik Mohr von der TSG Wieseck und Kevin Kießwetter von den TSF Heuchelheim verstanden sich prächtig. Nils Römer vom TSV Klein-Linden und Felix Höck von der FSG Homberg/Nieder-Ofleiden mussten leider passen. Über Handy kam die Absage kurz vor Terminbeginn.

Sieben Spieler aus den sieben hiesigen Klubs, die ab dem Wochenende die Gruppenliga aufmischen wollen, auf die Tribüne des Wiesecker Stadions zu bekommen, das war die Intention. Die erschienenen Protagonisten sollten sich die "Bälle" in einer lockeren Gesprächsrunde selbst hin- und herspielen. Und das klappte hervorragend.

Ein Wortführer im illustren Quintett war Tommy Ried – wie sonst auch auf dem Platz. Der Mittelfeldspieler der SG Kinzenbach stellte gleich einmal klar, dass die Niederlage im letzten Saisonspiel bei den bereits als Absteiger feststehenden Wieseckern, die dazu geführt hat, dass Kinzenbach selber runter in die Gruppenliga musste, für ihn in dieser Saison keine Rolle mehr spielen wird. "Für mich ist das Thema abgehakt. Ich will immer die Derbys gewinnen.

" Sein damaliger und aktueller Kontrahent aus Wieseck, Yannik Mohr, in der Innenverteidigung tätig, ließ das Spiel im Mai ebenfalls noch einmal Revue passieren. "Wir wollten unser Bestes geben. Dafür wurden wir belohnt, auch wenn unser Sieg ein bisschen glücklich war."

Natürlich war der Aufstieg des FSV Fernwald ein ganz großes Thema im Kreis der geballten Fußball-Kompetenz. Die mit ehemaligen Hessenligaspielern bestückten Fernwälder spazierten regelrecht durch die Kreisoberliga – und die Experten rechnen damit, dass die Gruppenliga für den FSV nur eine Übergangsstation in die Verbandsliga ist. "Die werden sich umgucken im Gegensatz zur letzten Saison", warf Ried provokant in die Runde. "Sie werden hart kämpfen müssen, damit sie auswärts Punkte mitnehmen können. In Homberg zum Beispiel spielt keiner gerne", so der 27-Jährige weiter.

Sebastian Schäfer, der 32-jährige Routinier im Dienste des SC Waldgirmes II, zog eine Parallele zum TSV Bicken, der eine ähnliche Rolle innehatte wie aktuell der FSV: "Bicken hatte nach souveränem Start am Ende auch Schwächen gezeigt, vor allem, wenn sich die Mannschaften hinten reingestellt haben. Das kann dem FSV auch blühen." Klar, dass Kevin Buycks das Wort ergriff – immerhin ging es um sein Team. Der Kreativkraft im Mittelfeld von Fernwald ist bewusst, dass es schwieriger werden wird als letztes Jahr. "Die Gruppenliga finde ich generell in diesem Jahr sehr stark, vor allem mit den vielen Derbys. Ich hoffe, dass nicht alle Mannschaften gegen uns tief stehen werden. Die Favoritenrolle haben wir zugeschoben bekommen. Aber wir haben unsere Ziele und Ansprüche, denen wollen wir gerecht werden. Mit diesem Kader sollten wir einen der Aufstiegsplätze wahrnehmen", erklärte der 27-Jährige.

Stürmer Kevin Kießwetter von den TSF Heuchelheim pflichtete Buycks bei, Fernwald als einen Aufstiegsaspiranten zu sehen. Aber für den 24-Jährigen gibt es auch noch andere Titelkandidaten: "Neben Fernwald sehe ich noch die SG Kinzenbach und den VfB Marburg als die Favoriten. So leicht wie in der Kreisoberliga wird es für Fernwald aber nicht werden."

Ried warnte vor den Teams, die in der Abwehr Beton anmischen. In der Kinzenbacher Meistersaison hätten sie zwei Heimspiele verloren, gegen Waldsolms und Homberg. "Wir haben Fußball auf ein Tor gespielt, und dann passiert eine Aktion, in der du nicht aufpasst, und schon liegst du hinten. Für die sogenannten Favoriten wird es verdammt schwer werden."

Und die vielen Nachbarschaftsduelle versprechen ebenfalls überraschende Resultate, werden aber hoffentlich die Zuschauer anziehen. Ein Lokalduell ganz sicher, wenn es Heuchelheim gegen Kinzenbach heißt. Wie sieht es dort mit der Rivalität aus? Für Ried besteht die nur bei den älteren Spielern und Zuschauern. "Derbys haben in dieser Liga immer eine gewisse Brisanz. Dennoch möchte ich diese Spiele gewinnen, um das Bier nach dem Spiel richtig genießen zu können", erklärte Ried.

Und der Heuchelheimer Kießwetter antwortete: "Stimmt, in die Ludwigstraße geht man lieber, wenn man solche Spiele gewonnen hat." Dann schauen wir mal, wen wir dort am häufigsten antreffen. (gae)

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