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Die Angst geht wieder um: Aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen haben auch die Amateurfußballer Grund zur Sorge. SYMBOLFOTO: IMAGO

Grünes Licht für die letzten Spiele

  • Michael Schüssler
    VonMichael Schüssler
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Die Angst geht wieder um im Amateursport - auch bei den Fußballern. Die zuletzt extrem steigenden Infektionszahlen lassen wenig Gutes befürchten, es drohen wieder massive Einschränkungen. Auf der sicheren Seite dürfen sich aber die Fußballkreise Alsfeld und Gießen wähnen - denn auf Kreisebene stehen 2021 nur noch ein bzw. zwei Spieltage an. Und auch der Hessische Fußball-Verband hat erklärt, die noch ausstehenden Spiele 2021 über die Bühne bekommen zu wollen.

Die Corona-Zahlen gehen seit Wochen wieder in die Höhe, dass könnte auch erhebliche Auswirkungen auf den Profi- und den Amateursport haben. Vor allem die Basketballer und Handballer zittern, es drohen wieder leere Hallen - läuft es noch schlechter, dann sogar eine Aussetzung des Spielbetriebes.

Und bei den Fußballern? Im Sportkreis Gießen und Alsfeld stellt sich die Situation anders dar. Vor der Saison einigten sich die Fußballkreise Gießen und Alsfeld darauf, dass eine Einfachrunde gespielt wird - anschließend folgt im Frühjahr 2022 eine Auf- bzw. Abstiegsrunde. Die Vertreter der Kreisliga A Gießen haben ihre Runde bereits am vergangenen Wochenende beendet, die Teams der Kreisliga A Alsfeld/Gießen folgen am letzten Novemberwochenende. Und in der Kreisoberliga Süd stehen noch zwei Spieltage in diesem Jahr an, ehe auch hier in Sachen Ende der Einfachrunde Vollzug gemeldet werden kann.

HFV-Ausschuss empfiehlt Fortführung

Und für Hessen insgesamt sieht es aus rein sportlicher Sicht gut aus. Der Hessische Fußball-Verband will den Spielbetrieb bis zur Winterpause aufrechterhalten, solange von behördlicher Seite keine dem entgegenstehende Einschränkungen erfolgen. Dies ist das Ergebnis der Sitzung des Verbandsausschusses für Spielbetrieb und Fußballentwicklung am Dienstagabend. Aufgrund der aktuell sprunghaft ansteigenden Infektionszahlen durch das Coronavirus hat sich der Verbandsausschuss virtuell zusammengefunden, um über den weiteren Umgang mit dem Spielbetrieb zu beraten. Das Ergebnis dieser Abfragen spiegelt sich in der Empfehlung des Verbandsausschusses wider.

»Wir haben eine Umfrage gemacht, von 32 Fußballwarten haben sich 26 dafür klar ausgesprochen, dass Weiterspielen aktuell kein Problem darstellt«, erklärt dazu Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr (Kleinlinden), der ausführt: »Und es gibt auch keinen Grund, den Fußball-Spielbetrieb abzubrechen. Wir gehen davon aus, dass wir auf Kreisebene alle Spiele 2021 abschließen können.« Nicht zu vergessen ist auch, sollte es trotzdem zu weitergehenden Verschärfungen kommen, so dürften diese kaum innerhalb weniger Stunden greifen. »In Hessen ist die Verschärfung in der Vorwoche beschlossen worden, aber die gilt ja erst ab dem 25. November«, macht Mohr an einem Beispiel deutlich. So sieht es zumindest für den Fußball auf heimischer Kreisebene derzeit gut aus, dass man die Einfachrunde in allen Ligen problemlos in diesem Jahr zu Ende spielen kann. Die Bestätigung erfolgte nun vom HFV, letztlich obliegt die Entscheidung aber der Politik.

Aufgrund der Saisonabbrüche 2019/2020 und 2020/2021 hatten sich die Fußballkreise Alsfeld und Gießen für die aktuelle Spielzeit für ein alternatives Modell entschieden mit Einfachrunde und folgenden Auf- und Abstiegsrunden. In der dazugehörenden Spielordnung heißt es: »Flexibilität und Wertung: Ist absehbar, dass nach der Qualifikationsrunde keine Meisterrunde oder Abstiegsrunde mit der definierten Anzahl an Teams gespielt werden kann, kann die Meisterrunde auf bis zu zwei Teams beschränkt und die Abstiegsrunde ebenfalls (je nach Anzahl der Absteiger) auf zwei bis vier Teams verringert werden. Kann eine bereits begonnene Meisterschafts- oder Abstiegsrunde nicht bis zum Ende ausgetragen werden, werden Auf- und Absteiger durch Quotientenwertung ermittelt. Dabei werden alle ausgetragenen Spiele berücksichtigt, auch die der Qualifikationsrunde.«

Sollte der noch ausstehende Spieltag in der Kreisoberliga Süd am ersten Dezemberwochenende - aus welchen Gründen auch immer - dennoch ausfallen, dann könnte dieser auch im Februar oder Anfang März 2022 noch nachgeholt werden, da die Auf- und Abstiegsrunden am 20. März starten sollen.

Anders stellt sich die Situation ab der Kreisoberliga aufwärts dar - in der Gruppenliga, der Verbandsliga und der Hessenliga. Während in der Gruppenliga und der Verbandsliga Mitte die Teams eine reguläre Saison mit Vor- und Rückrunde bestreiten, ist die Lage in der zweigeteilten Hessenliga (insgesamt 22 Mannschaften) mit dem FSV Fernwald und dem SC Waldgirmes etwas differenzierter. Sie kann erst nach der Gruppenphase gewertet werden, bevor es in Auf- oder Abstiegsrunde geht. Da fehlen somit noch zwei beziehungsweise drei Spieltage. Aber auch in der Verbandsliga und Gruppenliga müssen noch zwei Spieltage absolviert werden, um eine Wertungsgrundlage erreichen zu können.

Im Jugendfußballbereich dürften ebenso wie auf Kreisebene kaum Probleme mehr auftreten, denn am Wochenende steht nur noch in der A-, B- und C-Junioren-Hessenliga, Verbandsliga sowie der A-Junioren-Gruppenliga der letzte Spieltag des Jahres im Freien an. Und in Sachen Hallenfußball hat der Hessische Fußball-Verband bereits in der Vorwoche erklärt, dass angesichts der Infektionszahlen kein »Budenzauber« genehmigt wird.

Hochtaunuskreis hat sich in Winterpause verabschiedet

Aber beispielsweise hat der Hochtaunuskreis bereits erklärt, dass die ansässige Kreisoberliga mit 18 Vereinen vorzeitig in die Winterpause geschickt wird. Allerdings ist hier die Vorrunde komplett absolviert, gestrichen wurde der erste Spieltag der Rückrunde. »Wenn 75 Prozent der Mannschaften 50 Prozent der Spiele absolviert haben, besteht eine Wertungsgrundlage mit Auf- und Abstieg, falls die Saison erneut abgebrochen werden muss«, berichtet Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner von der Verbandsvorgabe, die von den Fußballkreisen Gießen und Alsfeld bereits erreicht worden sind.

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