Großes Fragezeichen hinter Teague

(nob) Zeit zum Wundenlecken bleibt den Bundesliga-Basketballern der LTi Gießen 46ers nicht. Nach der bitteren Heimniederlage gegen den starken Aufsteiger Mitteldeutscher BC am Dienstag, bekommen es die Mittelhessen am heutigen Freitag (19.10 Uhr, Sporthalle Ost/live im DSF) mit einem Gegner eines ganz anderen Kalibers zu tun. Der Tabellendritte Skyliners Frankfurt geht auch dank seiner tiefen Bank als haushoher Favorit in die Partie; verstärkt wird dieses noch durch den Umstand, dass Gießens Topscorer David Teague auszufallen droht.

Allerdings könnte die Außenseiterrolle auch ein Vorteil für die zuletzt unglücklich agierenden 46ers sein.

Denn der bisherige Saisonverlauf zeigt, dass sich die Gießener gegen Teams auf Augenhöhe schwertun. Gegen Hagen, Düsseldorf und Trier hagelte es bislang insgesamt vier Niederlagen, lediglich gegen Paderborn schaffte es die Truppe um Kapitän Teague, dem Druck standzuhalten. Gehen die 46ers hingegen als krasser Außenseiter in die Partien vor heimischem Publikum, haben sie in der Vergangenheit des Öfteren gute Leistungen abgeliefert - und gegen den damaligen Tabellenführer Artland Dragons, Meister EWE Baskets Oldenburg und ratiopharm Ulm sowie bei den Phantoms in Braunschweig mit Siegen überrascht.

Doch der feine Zwischenspurt des Bogojevic-Teams, als es Anfang November bis Mitte Dezember in sieben Spielen fünf Siege holte, gerät angesichts der vier Niederlagen in Serie und der schwachen Leistung in den so wichtigen Begegnungen gegen Hagen und den MBC in Vergessenheit. Aber auch die Personalie Teague treibt den Anhängern die Sorgenfalten auf die Stirn.

Der US-Amerikaner, der sein Team die ersten 16 Partien mit starken Aktionen und Körben en masse im Spiel hielt und in der Bundesliga-Statistik als eifrigster Punktesammler geführt wird, plagt sich seit einiger Zeit mit einer Knieverletzung herum und befindet sich in einem Leistungstief. In den vergangenen beiden Spielen stand der selbstbewusste Flügelspieler zwar lange auf dem Feld, konnte seinem Team aber nicht wie gewohnt weiterhelfen. Eine Tatsache, die den Gießenern gar nicht gut zu Gesicht steht; war das Spiel in vielen Partien doch einzig und allein auf Teague ausgerichtet. Kam der Shooting Guard in den beiden vergangenen Begegnungen trotz Verletzung noch zum Einsatz, droht er nun gegen Frankfurt ganz auszufallen. "Es steht ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von David", sagte Bogojevic. Eine finale Diagnose der Verletzung stehe noch aus. "Wir wissen noch nicht zu hundert Prozent, was es ist."

Fest steht, dass nun Teagues Mitspieler mehr denn je in die Bresche springen müssen, gegen Hagen gelang dies bereits ansatzweise. Allen voran Maurice Jeffers, der am Mittwoch seinen Mitte Januar auslaufenden Vertrag bis zum Saisonende verlängert hat, aber auch Johannes Lischka und Stevan Tapuskovic zeigten eine gute Leistung. "Mir ist nicht bange, dass wir auseinanderbrechen werden. Es gibt uns die Möglichkeit, die Verantwortung auf anderen Schultern zu verteilen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Qualität haben, den Ausfall auch zu kompensieren", betonte der 46ers-Trainer.

Bei den Frankfurtern, deren letztes Saisonspiel bereits neun Tage zurückliegt und die nach der von Trainer Murat Didin verordneten fünftägigen Pause ausgeruht nach Gießen kommen werden, steckt ebenfalls der Topscorer in einem Leistungstief: Foward Derrick Allen, der 2007 im Trikot der Leverkusener erfolgreichster Punktesammler der Liga wurde und auch in der Bankenmetropole gut in die Saison gestartet war, rutschte in den Top Ten der Bundesliga-Werfer (14,7 Punkte im Schnitt) nach ganz hinten und zeigte sich auf dem Feld verunsichert. Ein Grund für Didin, den 2,04 Meter großen Profi auch mal auf der Bank schmoren zu lassen und ihm geringere Einsatzzeiten zu geben.

Optionen hat der türkische Trainer genug, die Bank ist gut besetzt. So beweist Allens Powerforward-Kollege Seth Doliboa ebenfalls Scorerqualitäten (12,3) und führt die interne Reboundstatistik seines Teams an (6,8). Unter dem Korb bekommt er zudem vom 2,06 m großen und 105 kg schweren Center Greg Jenkins Verstärkung. Aber auch der wendige Aubrey Reese auf der Aufbauposition springt gerne in die Bresche. In den letzten beiden Partien, in denen die Frankfurter gegen Ludwigsburg und in Braunschweig gewannen, trat der Spielmacher, der zudem mit einem guten Auge für den besser positionierten Spieler ausgestattet ist (4,9 Assists), als Topscorer in Erscheinung.

"Frankfurt ist sehr stark. Aber der Gegner ist nicht ausschlaggebend. Es kommt darauf an, was wir machen. Wir wollen zu unserer Stärke zurückfinden, indem wir besser verteidigen und mannschaftlich geschlossener auftreten", betonte Bogojevic. Die Vorbereitungszeit zwischen den Spielen war nur kurz, trotzdem hofft der gebürtige Serbe, dass seine Akteure die Fehler aus der Dienstagpartie bereits heute abstellen können. "Ich glaube gesehen zu haben, dass die Spieler auch nicht mit ihrer Leistung zufrieden waren. Sie haben ebenfalls den Wunsch nach einem Erfolgserlebnis", betonte er und erwartet eine bessere Leistung als gegen den MBC.

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