Die Volleyball-Saison ist auf Hessenebene coronabedingt beendet.	FOTO: FRIEDRICH
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Die Volleyball-Saison ist auf Hessenebene coronabedingt beendet. FOTO: FRIEDRICH

Die große Ungewissheit

  • Ronny Herteux
    vonRonny Herteux
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»Die Ungewissheit quält uns alle«, sagt Torben Möller vom Hessischen Kegler- und Bowling- Verband und trifft damit die Stimmungslage bei vielen Verbänden und Vereinen wohl treffend. Corona und kein Ende, wie geht es weiter?

Während beispielsweise Leichtathleten, Rad- oder auch Reitsportler noch auf eine halbwegs organisierte Sommersaison hoffen können, sind Basket-, Volley-, Handballer sowie Kegler momentan zur Untätigkeit verdammt. Zumindest auf Landesebene, wie diverse Verbandsmitteilungen der letzten Tage belegen. Durch die aktuellen Einschränkungen ist zumeist kein Mannschaftstraining möglich, überdies sind auch einige Sporthallen langfristig nicht nutzbar, da sie nun zu Impfzentren umfunktioniert wurden.

Während zum Beispiel die Handball-Profis der HSG Wetzlar (1. Liga) und des TV Hüttenberg (2. Liga) sowie die Basketballer der Gießen 46ers (1. Liga) und die Volleyball-Frauen des TV Waldgirmes (2. Liga) bis dato in den Genuss eines einigermaßen regulären Spiel- betriebs kommen, steht das sportliche Leben auf Hessenebene weitgehend still. Bei den Handballern genauso wie bei den Basketballern, während im Volleyball bereits ein Schlussstrich gezogen wurde. Wie geht es weiter? Eine der meistgestellten Fragen - ohne Aussicht auf eine verlässliche Antwort, wie es in diesen Tagen scheint.

Basketballer wollen sich »beschäftigen«

Der hessische Basketball-Verband hat sich am 7. Januar dazu entschieden, »den Trainings- und Spielbetrieb zunächst bis zum 31. Januar auszusetzen«, überdies ist schon seit einiger Zeit klar, dass es mehr als eine »Beschäftigungsrunde« nicht geben wird. Wie Heide Aust von der HBV- Geschäftsführung ausführte, »halten wir an unseren bisherigen Planungen fest und setzen den Trainings- und Spielbetrieb nicht langfristig aus«, denn das ermögliche anschließend »wesentlich flexiblere Lösungen beim Wiedereinstieg in den Sport«.

Während die Gießen 46ers in der Bundesliga und die Gießen Rackelos in der ProB seit Wochen aktiv sind, wurde der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga Damen bis zum 15. Februar ausgesetzt. Die DBBL (Damen Basketball Bundesligen) teilte mit, dass dies die Nord- und Südgruppe betrifft und alle Hauptrunden-Ansetzungen verlegt werden sollen. »Bis spätestens zum 15. Februar erfolgt eine Neubewertung«, wie die DBBL ausführte. Bereits Mitte Dezember wurde der Spielbetrieb bis zum 10. Januar unterbrochen, betroffen davon sind die Bender Baskets Grünberg, die nach vier Spielen mit zwei Punkten derzeit Platz neun belegen. Unterdessen läuft der Spielbetrieb in der 1. Basketball-Bundesliga Damen weiter.

Kegler hoffen auf Saisonfortsetzung

»Keglerisch beginnt 2021 leider wie 2020 endete: im Lockdown des Kegelsports und mit permanenten Besprechungen, wie es weitergeht«, teilt Torben Möller, Sektionssportwart Schere im Hessischen Kegler- und Bowling-Verband, mit. Vor ein paar Tagen hatten Vorstand und Sportausschuss erneut beraten, wobei drei Alternativen diskutiert wurden. Abbruch der Saison ohne Wertung ist dabei eine Möglichkeit. Denkbar wäre auch die »Wertung der bisherigen Spiele unter Fortführung der Ligenspielserie« - entweder zum nächstmöglichen Zeitpunkt (Variante a) oder »mit Zusammenlegung der Saison 2021/22 und der damit verbundenen Beendigung erst im kommenden Sportjahr« (Variante b).

Wie Möller weiter ausführt, sehen die Schere-Kegler noch den »Strohhalm der Fortführung ab April mit entsprechender Trainingsvorbereitung«. Am 8. Februar soll es zu einer weiteren Online-Konferenz kommen, vielleicht ist bis dahin das Lagebild klarer. Klar ist so oder so: »Die Ungewissheit quält uns alle.« Bei den Keglern in der Classic-Sektion wurde bereits hessen- wie bundesweit die Saison abgebrochen.

Handball-Pause bis zum 25. Februar

Der hessische Handball auf Verbandsebene pausiert, die Aussetzung des Spielbetriebs der Aktivenmannschaften wurde inzwischen bis zum 25. Februar verlängert. Ebenfalls beschlossen wurde, dass die Runde nicht gewertet wird, sollte »bis zum 15. März keine umfassende Wiederaufnahme des Spielbetriebs möglich sein«. Es erfolgt dann aber nicht automatisch ein Abbruch, die Restsaison würde nach den gültigen Spielplänen ohne Auf- und Absteiger in allen hessischen Klassen fortgesetzt werden, wobei die Klassenzusammensetzungen in die Saison 2021/22 übernommen werden sollen.

Viel Theorie, fest steht dagegen schon, dass der Spielbetrieb der Jugendmannschaften bis zum 8. März ruht und keine Meister ermittelt werden. Nach dem 8. März wären dann »Freundschaftsspiele mit den ›alten‹ Jahrgängen auf Initiative der Vereine hin möglich«, wie der Verband auf seiner Homepage mitteilt.

Oberhalb der Landesebene ruht momentan auch der Spielbetrieb in der 3. Liga Männer und Frauen und in den Jugend-Bundesligen männlich und weiblich bis zum 28. Februar. »Wir halten den Dialog mit den Vereinen aufrecht. Entscheidungen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs können aber derzeit noch nicht getroffen werden«, sagt Benjamin Chatton, als Vorstand Finanzen und Recht für den Spielbetrieb im DHB zuständig. Grundlage für das Weiterspielen ist eine Öffnung der Hallen, um das vorbereitende Training wieder aufnehmen zu können.

Volleyball auf Landesebene beendet

Bei den Volleyballern hat die Landesspielkommission inzwischen beschlossen, »die bisher pausierende Spielzeit ab sofort für beendet zu erklären«, wobei Jugend- und Seniorenmeisterschaften von dieser Entscheidung vorerst nicht betroffen sein sollen.

Um ein Meinungsbild zu bekommen, hat der Hessische Volleyball-Verband die Vereine befragt, wobei sich 55 Prozent für eine Verkürzung auf eine Einfachrunde und 40 Prozent für eine komplette Beendigung aussprachen.

Timo Geppert, der Vorsitzende der Landesspielkommission, möchte »unabhängig von den ganzen organisatorischen Aspekten für eine Hallen-Saison auch einfach an die Gesundheit aller direkt und indirekt beteiligten Personen denken«, weshalb ein Abbruch auf Hessenebene für ihn vernünftig erschien. Das heißt auch, es wird 2021 weder Auf- noch Absteiger geben.

Nicht von dieser Entscheidung betroffen sind nach derzeitigem Stand der Dinge die Jugend- und Seniorenmeisterschaften, die im Laufe des Jahres noch stattfinden sollen.

Wie Geppert weiter mitteilte, werde im Verband mit »Hochdruck an alternativen Spielformen gearbeitet, um den Volleyballerinnen und Volleyballern bei einem Rückgang des Infektionsgeschehens auch abseits von Auf- und Abstieg eine Möglichkeit zur Ausübung ihres Sports geben zu können.«

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