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Nur etwa zur Hälfte gefüllt ist die Rittal-Arena in Wetzlar beim Hero-Cup am Freitagabend. Viele der angekündigten Alt-Stars blieben dem Turnier fern, das Real Madrid am Ende für sich entscheidet. (Foto: Vogler)

Der große Glanz beim Hero-Cup bleibt aus

(cso) Edgar Davids, Patrick Kluivert, Deco, Christian Karembeu – große Namen waren angekündigt beim Hero-Cup in Wetzlar, einem Stelldichein der Alt-Stars. Tatsächlich vor Ort war kaum eine der medienwirksamen Galionsfiguren, die die Veranstalter vor den Karren spannten, um die Rittal-Arena voll zu bekommen.

Immerhin 2500 Fußball-Fans erlebten den Turniersieg von Real Madrid mit, das im Finale gegen den 1. FC Köln mit 3:2 die Oberhand behielt.

"Ich kann das verstehen, wenn der eine oder andere Spieler bei einem solchen Event kurzfristig absagen muss. Aber wenn beinahe alle fehlen, mit denen das Turnier vorher beworben wird, ist das schon sehr schade", beklagte mit Lena Rabenau eine Besucherin aus Wißmar. Mitorganisator Stefan Kohfahl versuchte, die Situation zu relativieren: "Das Feld der teilnehmenden Spieler hat sich im Voraus von Tag zu Tag geändert. Dennoch hatten wir hier immerhin 26 Nationalspieler vor Ort", sagte der Hamburger.

Bei den spanischen Klubs FC Barcelona und Real Madrid waren Sergi Barjuan, Daniel García Lara (Dani), José Emilio Amavisca und Julio Salinas noch die klangvollsten Namen. Für die Frankfurter Eintracht standen u. a. Rudi Bommer und Ervin Skela auf dem Wetzlarer Kunstrasen.

Welt- und Europameister Thomas "Icke" Hässler war es somit, der am meisten Flair nach Mittelhessen brachte und viel Rummel auf sich zog. "Man freut sich, die alten Kollegen wieder zu sehen. Bis jetzt haben wir nur ›hallo" gesagt. Aber ich denke, wir werden noch für das eine oder andere Gespräch die Zeit finden", sagte "Icke" zwischenzeitlich am Kabinengang der Arena, den die Alt-Fußballer nutzten, um sich warmzulaufen.

Selfie löst Autogramm ab

Hässler hat wohl nicht erst in Wetzlar gelernt, dass das Selfie bei kleinen und großen Fans längst das Autogramm abgelöst hat. Gut zehn Minuten dauerte es, bis sich der 1,66 Meter große Berliner vom Spielfeld bis in die Umkleide gekämpft hatte. "Ich muss mir erst mal eine Jacke überziehen", erklärte er schließlich einem wartenden Kollegen.

Ausgesprochen gut gelaunt und freundlich präsentierten sich die spanischen Delegationen. "Stars zum Anfassen", hatte Kohfahl versprochen. Die angereisten Kicker der ruhmreichen iberischen Klubs gaben sich tatsächlich publikumsnah wie kaum ein aktiver Profi. Die Barca-Entourage nahm während der Spielpausen mit ihren lila Pullovern geschlossen im Unterrang Platz. Direkt hinter den TV-Moderatoren Jörg Dahlmann und Thomas Herrmann, die die sechsstündige Veranstaltung für Sport1 kommentierten.

Auffällig war zudem die körperlich gute Verfassung der Spanier, die drahtiger und fitter als ihre deutschen Altersgenossen wirkten. Ob es daran lag, dass die Madrilenen das Endspiel gegen den FC gewannen, durfte sich jeder selbst aussuchen. Als unschönen Höhepunkt des Finales empfanden wohl aber alle Besucher die am Ende ruppige Gangart beider Teams. Kölns Holger Gaißmayer und ein Real-Akteur sahen nach einer Schubserei die Rote Karte.

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