Die Lust auf Fußball nach der langen Pause ist groß, auch beim Nachwuchs des FC Gießen, der in den drei höchsten Altersklassen jeweils ein Hessenliga-Team ins Rennen schickt. FOTO: VOGLER
+
Die Lust auf Fußball nach der langen Pause ist groß, auch beim Nachwuchs des FC Gießen, der in den drei höchsten Altersklassen jeweils ein Hessenliga-Team ins Rennen schickt. FOTO: VOGLER

Jugendfußball

Große Felder in der Hessenliga - einfache Runde

  • vonMike Adams
    schließen

Die TSG Wieseck und der FC Gießen repräsentieren den heimischen Fußballkreis auf höchster Ebene. Daran ändert sich auch in der Saison 2020/21 nichts.

An diesem Wochenende starten die heimischen Fußball-Hessenligisten der A-, B-, und C-Junioren in die neue Saison. Da die Spielzeit 2019/20 auch im Jugendbereich wegen Corona abgebrochen wurde, gab es in allen Klassen nur Aufsteiger und keine Absteiger. Ausnahme: Vereine konnten einen Antrag stellen, um freiwillig eine Klasse niedriger zu spielen. Dies hatte zufolge, dass die A-Jugend mit 16 Teams und die B- und C-Junioren-Hessenligen sogar nur mit 17 in die neue Runde starten.

Deshalb werden alle drei Hesse nligen mit einem neuen Modus versehen. Gespielt wird eine einfache Runde (jeder gegen jeden). Dann spielen die Mannschaften von Platz eins bis acht eine einfache Meisterrunde und die Teams von Platz neun bis 16 bzw. 17 eine einfache Abstiegsrunde. Hierbei werden die davor erspielten Punkte mitgenommen. Der Hessenmeister bei den A- und B-Junioren spielt in Hin- und Rückspiel gegen den Vertreter des Regionalverbandes Südwest um den Aufstieg in die Bundesliga. Bei den C-Junioren hat der Meister ein direktes Aufstiegsrecht in die Regionalliga Süd.

Die Richtzahl der Hessenligen beträgt 14. Grundsätzlich steigen die letzten drei Mannschaften der Abschlusstabelle aus der Hessenliga in die Verbandsliga Nord oder Süd ab (Zuordnung nach regionaler Zugehörigkeit). Steigen eine oder mehrere hessische Mannschaften aus der Bundesliga bzw. Regionalliga in die Hessenligen ab, erhöht sich die Anzahl der Absteiger aus den Hessenligen entsprechend. Steigt der Meister in die Bundesliga auf, vermindert dies die Anzahl der Absteiger entsprechend. Maximal steigen fünf Mannschaften ab.

Da bleibt nur zu hoffen, dass sich alle Beteiligten an die Hygienekonzepte halten und die Zuschauer interessante Spiele in Hessens höchsten Spielklassen zu sehen bekommen.

A-Junioren: Wieseck will in die Top 5

Die Hessenliga der A-Junioren startet am Sonntag mit 16 Mannschaften in die Saison 2020/21. Während der SV Darmstadt 98 knapp vor Wehen Wiesbaden in die Bundesliga aufsteigen konnte, stießen die Vereine FC Gießen, Karbener SV, RW Walldorf und dem VfL Kassel aus den Verbandsligen dazu. Somit gehen mit der TSG Wieseck und Aufsteiger Gießen zwei Mannschaften aus dem heimischen Sportkreis auf Punktejagd.

Die U19 der TSG Wieseck wird von Cheftrainer Venelin Spasov im ersten Jahr trainiert. Stefan Huber fungiert als "Co". Mit einem 27er-Kader, darunter drei Torhüter, möchte die U19 unter den Top 5 mitspielen. "Trotz Corona konnten wir unter Einhaltung der Hygienevorschriften sogar ein dreitägiges Trainingslager in Kirchheim durchführen. Wir hatten zwar in den ersten Wochen einige verletzungsbedingte Ausfälle, trotzdem konnten wir uns im Training und in den Testspielen immer steigern", so Spasov. Den vier Zugängen Nelio Alpsoy, Sebastian Wöhr, Niclas Kiefer und Hasset Haron steht mit Aaron Künkel nur ein Abgang entgegen. Dabei schwärmt Spasov von der tollen Trainingsbeteiligung und dem hohen Einsatz von jedem Spieler. "Der Konkurrenzkampf und der Hunger nach Spielzeit sind groß, trotzdem arbeitet jeder für das Team." Das zeigen auch die meist erfolgreichen Tests. Neben Spielen gegen U19-Teams war man u. a. auch gegen die aktiven Mannschaften des VfL Biedenkopf (3:3) und des SSV Langenaubach (2:0) mit der Leistung hoch zufrieden. Auf die Frage, wie Spasov die Hessenliga einschätzt, sagt er: "Mit der Abwesenheit von Vereinen wie Kickers Offenbach und Darmstadt 98 bekommen andere Mannschaften die Möglichkeit, oben mitzuspielen. Vom zweiten bis zum sechsten Platz wird es sehr ausgeglichen sein, und die direkten Duelle gegen Mannschaften aus der Abstiegszone werden eine entscheidende Rolle spielen. Das neue Format der Liga kann für Überraschungen sorgen." Mit dem SV Wehen Wiesbaden, FSV Frankfurt, Viktoria Fulda und RW Frankfurt nannte Spasov seine Favoriten auf den Titel. Die TSG Wieseck startet am Sonntag um 12:15 Uhr bei Aufsteiger Karben.

Die U19 des FC Gießen begann am 20. Juli die Vorbereitung. Cheftrainer Matthias Grützner und sein "Co" Maurice Heil gehen mit einem 24er-Spielerkader und drei Torhütern in die neue Saison und haben als Aufsteiger das Ziel, die Hessenliga zu halten. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn "das sind richtig gute Jungs. Die Einstellung, der Trainingseifer und der Wille, sich weiterzuentwickeln, sind sehr gut. Zudem ist der Teamspirit neben sowie auf dem Platz optimal", so Grützner. Auch die insgesamt neun Zugänge integrierten sich gut. Dagegen musste Grützner gleich sieben Abgänge kompensieren. Die Testspiele hatten Höhen und Tiefen, "wie es eben in einer Vorbereitung mit viel Belastung und taktischen Überlegungen so läuft", sagte der Übungsleiter der U19. Alles in allem ist das Trainerteam mit der Vorbereitung zufrieden und sieht sich mit der Einstellung der Spieler auf einem guten Weg. Für FC-Trainer Grützner ist Wehen Wiesbaden als klarer Favorit auszumachen. "Dahinter scheint ein Verfolgerfeld um den FSV Frankfurt denkbar. Bei den verbleibenden Teams relativiert sich die Leistungsdichte, so dass jeder um die nötigen Punkte kämpfen muss", schätzt Grützner. Der FC Gießen beginnt am Sonntag (11 Uhr) gegen Bayern Alzenau.

B-Junioren: Starker TSG-Jahrgang 2005

Aber auch bei den B-Junioren halten mit dem FC Gießen und der TSG Wieseck zwei Vertreter die mittelhessischen Fahnen hoch. Während der FSV Frankfurt mit seiner U17 in die Bundesliga aufsteigen konnte, spielen mit der U16 des FSV Frankfurt, der KSV Baunatal, der SKV RW Darmstadt und Wieseck gleich vier neue Teams in der Hessenliga.

Die U17 des FC Gießen möchte am besten frühzeitig die Klasse sichern. Der 23-jährige Cheftrainer Eduardo Dursun begann am 20. Juli mit der Vorbereitung. Neben dem Zugang Konstantinos Gkampouris verließen vier Spieler den Verein, so dass der Kader aus 23 Feldspielern und zwei Torhütern besteht. "Ich habe richtig Lust auf die Saison mit den Jungs, denn die sind talentiert, lernwillig und charakterstark. Das haben meine Spieler auch in den Testspielen gezeigt", so Dursun. So spielte die U17 des FC Gießen u. a. gegen den SC Paderborn, Schalke 04 und Alemania Aachen. Insgesamt war Dursun mit der Vorbereitung, der taktischen Optimierung und dem Teamgedanken sehr zufrieden und freute sich dabei über die stetig hohe Trainingsbeteiligung. Einen Favoriten hat der B-Lizenzinhaber Dursun in der Hessenliga nicht. "Ich denke, es lässt sich erst nach einigen Spieltagen mehr über die Ligastärke sagen", so Dursun. Mit viel Vorfreude und einer gut vorbereiteten U17 können es Dursun und sein Team kaum erwarten, am Sonntag um 11 Uhr das erste Punktspiel beim Aufsteiger FSV Frankfurt zu bestreiten.

Die TSG Wieseck konnte nach einem Jahr Abstinenz wieder in die höchste hessische Spielklasse aufsteigen. Die Mannschaft wird - wie auch die letzten Jahre - vom Jugendförderzentrumsleiter Deniz Solmaz trainiert. Masahiro Oshima und Jan Leimbach stehen Solmaz als Co-Trainer zur Seite. Mit 22 Feldspielern und drei Torhütern startete das Trainerteam am 30. Juni in die Vorbereitung. Der qualitativ hochwertig besetzte Kader des Jahrgangs 2005 ist sehr talentiert, aber dennoch in der U17-Hessenliga unerfahren. "Bleibt abzuwarten, wie schnell die Anpassung an die Körperlichkeit in dieser Klasse gelingt", so Solmaz. Nach einer langen und intensiven Vorbereitung, in der man hauptsächlich gegen Bundesliga-Nachwuchsteams testete, sah man bis auf das 1:7 gegen die U16 von Borussia Dortmund stets eine gute bis sehr gute Leistung der Solmaz-Truppe. Die insgesamt zehn Zugänge integrierten sich dabei schon sehr gut in das insgesamt harmonische Team. Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, deswegen möchte der jahrelange Hessenligist TSG Wieseck den Betriebsunfall aus der letzten Saison nicht noch einmal erleben und nannte als Saisonziel klar: "Nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben". Mit Kickers Offenbach hat Deniz Solmaz den klaren Titelaspiranten in dieser Spielzeit ausgemacht. Die Wiesecker bestreiten das erste Saisonspiel am Samstag um 14 Uhr beim SV Wehen Wiesbaden.

C-Junioren: Gießen mit sieben Neuen

Die Hessenliga der C-Jugend hat mit dem FC Gießen nur einen heimischen Vertreter, der bis zum Corona-bedingten Saisonabbruch im Frühjahr eine tolle Runde gespielt hatte. Mit dem Hessenliga-Meister der Saison 2019/20 Rot-Weiss Frankfurt spielen in der neuen Saison gleich sieben hessische Mannschaften in der Regionalliga Süd, darunter auch die TSG Wieseck. Der FV Biebrich, Germania Weilbach, JFV Bad Soden-Salmünster und der OSC Vellmar gehören derweil zu den FC-Konkurrenten in der neuen Hessenliga-Runde.

Die Gießener U15 wird trainiert von Jan Budzinski und seinem Co-Trainer Fatih Yildirim. Den beiden jungen Übungsleitern stehen insgesamt 18 Spieler und drei Torhüter zur Verfügung. "Es galt, die sieben Neuzugänge schnell ins Team zu integrieren, und das haben wir auch geschafft. Grundlegend haben wir einige Jungs dabei, die eine gute Einstellung mitbringen, so dass wir jetzt lernen müssen, diese von Woche zu Woche in Leistung umzusetzen", so Budzinski. Insgesamt ist das Trainerteam mit der Vorbereitung zufrieden und möchte die fruchtende "harte Arbeit fortsetzen". Aus den Testspielen konnte das Team der U15 viel Erfahrung mitnehmen. "Dabei waren ein paar Ergebnisse besser als die Spiele, die auf dem Platz gezeigt wurden", so Budzinski. Nach Meinung des U15-Übungsleiter wird Makkabi Frankfurt und die JFV Viktoria Fulda die Favoritenrolle in der einnehmen. Den Klassenerhalt nannte der U15-Coach als eigenes Saisonziel für den FC Gießen. Auf die Frage, wie Budzinski die Liga einschätzt, sagte er: "Es ist eine Wundertüte. Die Klasse ist schwer einschätzbar aufgrund der erschwerten Planungs- und Vorbereitungsphase aller Vereine". Die Spannung und die Vorfreude auf den Saisonstart sind dagegen groß. Am ersten Spieltag empfängt der FC Gießen am Samstag (15 Uhr) Aufsteiger Weilbach.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare