Die Gießen 46ers Rackelos um Spielmacher Tim Köpple verlieren knapp mit 80:82 gegen die BG Koblenz. FOTO: FRIEDRICH
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Die Gießen 46ers Rackelos um Spielmacher Tim Köpple verlieren knapp mit 80:82 gegen die BG Koblenz. FOTO: FRIEDRICH

Großartiger Kampf wird nicht belohnt

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Beim 80:82 (36:41) gegen Koblenz hatten sich die 46ers II nichts vorzuwerfen. Das derzeit fast nur aus Eigengewächsen bestehende Farmteam lieferte dem Basketball-ProB-Favoriten einen großen Kampf.

Ohne Jeril Taylor und Alexandre Doche haben die "kleinen 46ers" nach wie vor einen auf dem Papier schweren Stand. Nach dem Abgang der beiden Importspieler hatte der Verein zwar mit der Nachverpflichtung von Donte Nicholas reagiert. Der designierte Go-go-Guy stand am Dienstag gegen Koblenz aber noch nicht auf dem Parkett.

Damit war das Team von Coach Rolf Scholz alleine auf die eigenen Nachwuchsspieler angewiesen, die von Ex-Nationalspieler Johannes Lischka in eine epische Schlacht geführt wurden. 35 Punkte schrieb sich der Kapitän in den Bogen. In der Crunchtime, die im Stream 500 Menschen sehen wollten, stand Lischka aber ausgefoult nicht zur Verfügung. Jacop Mampuya hatte das 76:74 nach Sprungwurf von Tim Uhlemann binnen weniger Sekunden in ein 82:78 aus Koblenzer Sicht verwandelt. Tim Köpple konnte bei noch 26 Sekunden zwar erneut auf 80:82 stellen. Im folgenden Angriff der Gäste schlug die Zonenpresse der Rackelos jedoch nicht zu, weshalb Lischka elf Sekunden vor dem Ende Brian Butler an die Linie schickte und raus musste.

Der ehemalige Dunking-Contest-Gewinner des BBL All-Star-Day hatte dem Spiel mit seinen Abschlüssen immer wieder den Stempel aufgedrückt. Dabei liefen die Rackelos über weite Strecken einem kleinen Rückstand hinterher. 20:24 hieß es nach zehn Minuten, in die Kabine ging es mit 36:41.

Den besten Basketball spielten die Hessen im dritten Viertel. Jeder Stopp wurde von der Bank frenetisch bejubelt. Traf Lischka mal nicht, sprangen Uhlemann, Sebastian Brach und Köpple in die Bresche. Die Physis der Koblenzer setzte dem Underdog aber zu. "Butler hat uns Schwierigkeiten gemacht, sie hatten viele zweite Chancen", ordnet Scholz ein, wie das Momentum trotz zwischenzeitlichem 67:61 im vierten Viertel kippte.

Es schloss sich die dramatische und von Mampuya angeführte Schlussphase an. Für den ausgefoulten Lischka kam in den letzten Sekunden David Amaize aufs Parkett. Butler verwarf beide Freiwürfe, Köpple penetrierte zum Korb und verlegte. Amaize hatte mit dem Tip-in die Overtime auf der Hand, traf aber die Unterseite des Rings. "Es war keine schlechte Leistung, die Jungs haben das richtig gut gemacht", fand Scholz trotz Niederlage lobende Worte.

Gießen 46ers Rackelos: Ziring, Köpple (15), Amaize, Schneider (3), Uhlemann (19), Lischka (35), Schweizer (1), Brach (7), Maruschka.

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