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Drei Score-Punkte holt Tim Pfeiffer mit seiner Bodenübung gegen den TSV Grötzingen aus Kalrsruhe. (Foto: ras)

Grandioser Auftakt für Lindener Kunstturner

Das erste Ziel ist erreicht. Mit einem deutlichen 52:20-Sieg (292,15:282,75 Wettkampfpunkte) über den Mitaufsteiger TSV Grötzingen aus Karlsruhe haben die Kunstturner des TV Großen-Linden die ersten zwei Punkte in der 2. Bundesliga geholt und stehen damit gemeinsam mit der KTG Heidelberg an der Tabellenspitze der neuen Liga.

Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme, denn am kommenden Samstag (18 Uhr) sind die Großen-Lindener beim KTV zu Gast, der ebenfalls mit 10:2 Geräte-Punkten in die Saison gestartet ist. Eine sehr schwere Aufgabe für das Turnteam.

350 Zuschauer in der Stadthalle

Am Samstag in der Stadthalle Linden lief aber alles wie am Schnürchen. Vor 350 Zuschauern entschieden die Großen-Lindener das erste Gerät, den Boden, deutlich mit 11:3 für sich. Sicherheit war da, und das machte sich im weiteren Verlauf des Nachmittags bemerkbar. "Wir sind sehr zufrieden", freute sich auch hinterher Christian Hambüchen. "Wir sind in der Liga angekommen." Auf Anhieb. Erster Turner des Nachmittags war der 22-jährige Niederländer Axel Quist, der Gästeturner Thomas Hanke mit 13,30:12,25 distanzierte und damit dem Konto der Lindener vier Punkte gutschreiben lassen konnte.

Youngster Tim Pfeiffer (3) und Lasse Gauch (4), der mit 13,85 die höchste Punktzahl am Boden erreichte, scorten ebenfalls recht fleißig und sorgten dafür, dass mit einem deutlichen Vorsprung das nächste Gerät angegangen werden konnte.

Auch am Pauschenpferd startete Quist als erster Lindener. An seinem Lieblingsgerät ließ er dem Grötzinger Jens Rudat (13,25:11,85) keine Chance und holte erneut vier Punkte für sein Team. Auch Lasse Gauch (12,45:11,30 gegen Minesh Sedai) sammelte weitere vier Punkte. Neuzugang Yumito Nishiura fügte dem zwei Zähler hinzu. Dieses Gerät entschied das Turnteam mit 10:4 für sich. Zwischenstand nach zwei Geräten: 21:7 für die Gastgeber, die mit diesem deutlichen Vorsprung an das letzte Gerät vor der Pause gingen, die Ringe. Hier setzten sich die Lindener knapp mit 7:6 durch, profitierten dabei davon, dass Ha van Duc (12,50) den Grötzinger Jan Fässler (8,85) mit 5:0 distanzierte und sich Yumito Nishiura (10,45) knapp mit 2:0 gegen "Dauerbrenner" Thomas Hanke (10,00) durchsetzte.

Hanke turnte wie Alexander Fortmeier an fünf der sechs Geräte, sein Teamkollege Minesh Desai war sogar an allen Geräten im Einsatz. Bei den Lindenern turnte Topscorer Lasse Gauch an fünf Geräten, ebenso Ha van Duc. Viermal im Einsatz war Axel Quist, dreimal trat Yumito Nishiura an. Auf je zwei Einsätze kamen Tim Pfeiffer, Harry Owen und Jan Stüdemann, einmal ans Gerät (Ringe) ging Vadim Frick.

Mit dem Zwischenstand von 28:13 ging es in die Halbzeitpause, und bereits jetzt war klar, dass die Gäste nur schwerlich das Blatt würden wenden können, auch wenn Moderator Tom Pfeiffer darauf hinwies, dass im zweiten Durchgang noch vieles möglich sei. Aber es hatte sich bereits gezeigt, dass die aus sieben Turnern bestehende Gästeriege nicht ganz so homogen besetzt war wie das Turnteam aus Linden. Am Sprung setzten die Gastgeber dann ihren Höhenflug, und das fast im Wortsinn, fort. Mit einem tollen Sprung und sehr guten 13,75 Punkten neutralisierte Lasse Gauch in seinem Duell gegen Lazar Bratan (13,65) den stärksten Gästeturner an diesem Gerät. Ebenfalls 13,75 Punkte erhielt Tim Pfeiffer, der neue Elemente in seine Übung eingebaut hatte und auf den Punkt seine Leistung abrufen konnte.

Pfeiffer gewann gegen den starken Alexander Fortmeier (13,40) mit 2:0. Ha van Duc (4) und Harry Owen (2) besorgten die weiteren Punkte zum Zwischenstand von 36:13. Knapp mit 5:7 unterlagen die Lindener am Barren; allerdings war nach dem daraus resultierenden Zwischenstand von 41:20 die Begegnung entschieden. Am Barren scorten Ha van Duc (3) und Lasse Gauch (2).

Zu großer Form liefen die Gastgeber noch einmal am Reck auf und entschieden dieses Gerät mit 11:0 für sich, wobei sie allerdings nicht an die überragenden Noten an Boden und Sprung herankamen. Vier Punkte steuerte Yumito Nishiura (11,55) zum 11:0 bei, dessen Gegner Lazar Bratan zuvor nach einer sehr guten Übung unfreiwillig das Gerät verlassen hatte und entsprechend gewertet wurde. Glücklicherweise blieb Bratan bei seinem Sturz unverletzt und konnte unmittelbar danach sogar wieder lächeln. Auch die anderen Lindener scorten; Axel Quist (3), Lasse Gauch (3) und Jonas Stüdemann (1) sorgten dafür, dass die Gäste am letzten Gerät des Wettkampfes leer ausgingen, allerdings auch ein wenig unter Wert geschlagen wurden. Bei den Badenern fehlte unter anderem Neuzugang Chris O’Connor, der sich im Zuge der WM-Vorbereitung der irischen Nationalmannschaft einen Bänderriss im Knie zugezogen hatte.

Zwei Punkte gegen den Abstieg

Mit Norbert Junker fungierte ein Mann als Co-Moderator, der in den Pausen die Zuschauer über alles informierte, was im Zusammenhang mit dem Turnwettkampf stand. Er gab einen kleinen Unterricht in Regelkunde, erklärte die eine oder andere Übung und vermittelte weiteres Wissen über die 2. Bundesliga der Kunstturner. Ein schöner Service für die Besucher. Moderator Tom Pfeiffer freute sich hinterher: "Die Trainer haben es genau richtig gemacht. Wir hatten heute kein schwaches Gerät. Alle haben auf den Punkt geturnt, es gab in der Mannschaft keinen Ausfall."

Bei aller Freude über den klaren Sieg gegen den TSV Grötzingen war man sich im Lager des TV Großen-Linden einig: Das waren vor allem zwei Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Harold Sekatsch

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