Gorr vor Wechsel zum DHB ?

(mac) Das ist ein Paukenschlag. Der Hüttenberger Jan Gorr soll nach Informationen dieser Zeitung Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft werden und damit Frank Carstens beerben, der – wie der Deutsche Handball-Bund (DHB) gestern mitteilte – bei der Viertelfinal-Niederlage der DHB-Auswahl bei der Handball-Weltmeisterschaft am vergangenen Mittwoch gegen Gastgeber Spanien zum letzten Mal gemeinsam mit Bundestrainer Martin Heuberger auf der Trainerbank gesessen hat.

Dort könnte in Zukunft der ehemalige Coach des TV 05/07 Hüttenberg Platz nehmen, der derzeit als aussichtsreichster Kandidat für diesen begehrten Job gilt.

Carstens, Coach des Bundesligisten SC Magdeburg, beendete das 2011 begonnene DHB-Engagement aus beruflichen und familiären Gründen. Wie nun bekannt wurde, hatte er den Bundestrainer bereits vor der WM über diesen Schritt informiert. Seine Entscheidung soll Heuberger dem Vernehmen nach dazu veranlasst haben, Gorr zu kontaktieren. Die endgültige Entscheidung, ob Gorr Co-Trainer der Nationalmannschaft wird, wird in den nächsten Tagen fallen. "Darüber wird in den DHB-Gremien gemeinsam mit Bundestrainer Heuberger zeitnah entschieden", sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier der dpa.

Derzeit steht Gorr allerdings noch beim VfL Gummersbach unter Vertrag. Der Hüttenberger hatte bekanntlich während der vergangenen Saison einen Dreijahreskontrakt bei den Oberbergischen unterzeichnet, die Verantwortlichen entbanden den 34-Jährigen aber von seinen Pflichten noch, bevor er ein erstes Training leiten konnte, und schenkten dem letztjährigen Coach Sead Kurtagic weiterhin das Vertrauen. Gorr, der zuvor von 2005 bis 2012 beim TVH gearbeitet hatte, ist seitdem ohne Trainerjob, steht aber weiter auf der Gehaltsliste des VfL.

Club und Trainer sollen allerdings unmittelbar vor der Auflösung des Kontrakts stehen, was eine Voraussetzung dafür ist, dass der umworbene Coach einen neuen Kontrakt unterzeichnen kann.

Neben dem DHB soll auch Erstligist TuS N-Lübbecke sowie der ambitionierte Drittligist HSC Coburg großes Interesse an einer Verpflichtung des Trainers haben. Ein Engagement beim DHB würde unterdessen nicht ausschließen, dass Gorr auch als Vereinstrainer arbeitet.

Der bislang größte Erfolg Gorrs war der Bundesligaaufstieg mit dem TVH in der Saison 2010/2011. Unvergessen bleibt in Handball-Mittelhessen auch die Saison im Oberhaus, bei der es Gorr und seinen Spielern gelungen war, für so manche Überraschung zu sorgen. Dass Gorr in der Lage ist, junge talentierte Handballer weiterzuentwickeln und in die Spitze zu führen, ist dabei offensichtlich auch Bundestrainer Heuberger aufgefallen, der seinen Mut zum Umbruch, für den er in Spanien belohnt wurde, auch mit dieser Personalie unterstreichen würde.

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