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Freude pur: Der Gießener Sven Keßler (3. v. r.) und seine Teamkollegen freuen sich bei der WM in Amsterdam über die Goldmedaille im leichten Deutschland-Achter. (Foto: Oliver Quickert)

Goldener Glanz in Amsterdam

Ruderer Sven Keßler vom RC Hassia Gießen wird Weltmeister im leichten Achter. Jonathan Koch verpasst das A-Finale.

(ejb) Goldener Glanz bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Amsterdam: Sven Keßler vom RC Hassia hat dieser Tage mit seinen Mitstreitern im leichten Achter den ersten Platz belegt und darf sich damit über den Weltmeistertitel freuen. In einem spannenden Finale bei schwierigen äußeren Bedingungen verwiesen die DRV-Athleten die Boote aus Italien und der Türkei auf die Plätze zwei und drei. Jonathan Koch von der Gießener Rudergesellschaft landete mit seinem leichten Vierer ohne Steuermann auf Rang zwei des B-Finales.

Nicht nur dem Deutschland-Achter, auch den beiden Gießenern Keßler und Koch machten die Windbedingungen zu schaffen. Doch der Hassia-Ruderer und seine Kameraden im leichten Achter ließen sich weder vom Wind noch von den Gegnern unterkriegen. Im Vorlauf musste sich das Boot um den Gießener noch mit dem zweiten Platz hinter den favorisierten Italienern begnügen. Doch im Finale wollten die Sportler mehr.

Dort versuchte das Boot aus den USA mit einem explosiven Start die anderen Teams zu überraschen und konnte sich auf den ersten 500 Metern in Führung setzen. Dahinter allerdings holten Italien, Deutschland und die Türkei auf. Mit deutlich ruhigerer Schlagfrequenz arbeiteten sich die drei Teams Zug um Zug nach vorne. Während sich die Ruderer aus den Staaten überschätzt hatten und ihr hohes Anfangstempo nicht halten konnten, zogen die anderen drei Teams zur Streckenhälfte vorbei. Wieder schien es so, als ob sich das deutsche Boot wieder den italienischen Ruderern geschlagen geben musste, doch dann setzen Keßler und seine Teamkollegen ungeheuere Kräfte frei.

"Wahnsinnsgefühl" vor Zieldurchlauf

"Wir sind bis dahin unser Rennen sehr kontrolliert gefahren und waren überrascht, dass sich Italien nicht absetzen konnte", erinnert sich Goldmedaillen-Gewinner Keßler. Mit ungläubigen Blicken verfolgten deutsche und italienische Fans, wie das DRV-Boot an Italien vorbeiziehen und sich Meter um Meter absetzen konnte. Im Endspurt heizte Steuermann Frederik Boehm den Ruderern noch einmal ein. "500 Meter vor dem Ziel hatten wir alle so viel Adrenalin im Blut, dass wir noch einen draufsetzen konnten", ließ Keßler wissen.

Mit 2,6 Sekunden Vorsprung fuhr der leichte Deutschlandachter unerwartet deutlich als Erster über die Ziellinie. "Zehn Schläge vor dem Ziel rief unser Steuermann, dass wir Weltmeister werden. Das war ein Wahnsinnsgefühl", freute sich der Gießener nach der Zieldurchfahrt. "Unsere Strategie ist voll aufgegangen."

Die Goldmedaille für den Hassianer und seine Kameraden war der verdiente Lohn für die harte und kräftezehrende Vorbereitung. "Wir hatten in den letzten Wochen bis zu vier Trainingseinheiten am Tag. Jetzt geht es erst mal in den Urlaub", so Keßler.

Nicht ganz so gut lief es für den ebenfalls aus Gießen stammenden Jonathan Koch. Nach einem vierten Platz im Vorlauf untermauerten Koch und seine Teamkollegen im leichten Vierer ohne Steuermann im Hoffnungslauf ihren Anspruch, in der Weltspitze mitzufahren. Vom Start weg konnten sie sich in Front setzen und Italien und Spanien deutlich auf die Plätze verweisen. Dass sollte ihnen im Halbfinale leider nicht gelingen. Das DRV-Boot kam gut aus den Startblöcken und konnte sich über lange Strecken an das führende Boot aus Frankreich heften. Doch dann machten ihnen die Windbedingungen auf ihrer Bahn stärker zu schaffen, als den Teams auf den Innenbahnen.

Zur Streckenhälfte mussten sie erst Australien und später die Niederlande an sich vorbeiziehen lassen. Damit hatten sich Koch und Co für das B-Finale qualifiziert. Dort musste man sich nur China geschlagen geben.

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