Gislason in Sorge um die Vereine

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(dpa/sid). Bundestrainer Alfred Gislason erwartet eine spannende Spielzeit in der Handball-Bundesliga. Für den 61 Jahre alten Isländer haben in den Füchsen Berlin, den Rhein-Neckar Löwen, dem SC Magdeburg, der MT Melsungen, der SG Flensburg/Handewitt und Titelverteidiger THW Kiel gleich sechs Teams die Möglichkeit, um den Titel zu spielen. "Diese Saison ist wirklich schwer vorauszusagen", sagte Gislason in einem Interview mit den "Kieler Nachrichten".

Aus der Sechsergruppe hebt Gislason aber die Flensburger und die Kieler, die er zwischen 2008 und 2019 unter anderem zu je sechs deutschen Meisterschaften und Pokalsiegen sowie zwei Erfolgen in der Champions League geführt hat, etwas hervor: "Die beiden sehe ich in der Tat ein bisschen weiter oben. Flensburg hat sich gut ergänzt. Der THW hat mit Sander Sagosen den Super-Transfer getätigt." Allerdings könnten Verletzungen einen großen Einfluss auf den Saisonverlauf haben.

Der Isländer macht sich zudem Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft der Clubs. Sollte es coronabedingt zum Beispiel zu einer Rückrunde ohne Zuschauer kommen, "müsste die Hälfte der Liga ums Überleben kämpfen". Die Durchführung der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Ägypten hält Gislason für wichtig: "Die Ägypter werden alles daransetzen, dass das Turnier auch unter Corona-Bedingungen funktioniert. Es wäre ein Desaster, würde eine Nation wie Deutschland nicht zur WM anreisen. Das wäre für die nächsten Jahrzehnte kaum zu reparieren."

Das erlaubte Zuschauerkontingent von 20 Prozent der Hallenkapazität sei für die Vereine "viel zu wenig", sagte der Isländer der Funke Mediengruppe: "Das kann nicht die ganze Saison so gehen. Handball, Basketball, Eishockey - die werden das in Europa dauerhaft zumindest in der jetzigen Form nicht überleben. Das wird ein Rückfall in die 70er Jahre."

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