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RSV-Cheftrainerin Janet Zeltinger stellt ihr Rollstuhlbasketball-Team auf das Spitzenspiel am Samstag gegen die Bulls ein, links »Co« Günter Mayer.

Gipfeltreffen in Rittal-Arena

  • VonAndreas Joneck
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Wenn der RSV Lahn-Dill auf die Thuringia Bulls trifft, ist Rollstuhlbasketball vom Feinsten vor- programmiert.

Spieltag sechs in der RBBL beschert der Rollstuhlbasketball-Szene in Deutschland einmal mehr einen sportlichen Leckerbissen. Es gastiert der amtierende deutsche Meister beim amtierenden europäischen Champion, die RSB Thuringia Bulls sind zu Gast beim RSV Lahn-Dill. Hochball zu diesem Spitzenspiel ist am Samstag um 19.30 Uhr in der Wetzlarer Rittal Arena.

Langsam, aber sicher näheren sich die Duelle zwischen den beiden mit Abstand dominierenden deutschen Teams einem Jubiläum, denn das 50. Aufeinandertreffen der beiden Klubs in einem Pflichtspiel dürfte noch in dieser Spielzeit Realität werden. Bisher standen sich beide Seiten 47-mal in Pflichtspielen gegenüber. In der Vorsaison kassierte der RSV kurz vor Weihnachten in der RBBL-Hauptrunde in Thüringen eine 72:79-Niederlage, ehe sich die Mittelhessen im Rückspiel Anfang März in der Rittal Arena mit 82:54 deutlich revanchierten. Was folgte ist bekannt: Ein 71:67-Finalerfolg der Wetzlarer in der europäischen Königsklasse sowie ein mit 79:85 nach Verlängerung und 45:52 verlorenes Playoff-Finale um die deutsche Meisterschaft.

Beide Teams haben ihr Gesicht zur Vorsaison jedoch verändert. Beim RSV freut sich das Trainergespann Janet Zeltinger und Günther Mayer seit September über den Australier Jannik Blair, die beiden Japaner Reo Fujimoto und Hiroaki Kozai sowie den Niederländer Quinten Zantinge. Aber auch die Bulls haben Teile ihres Personals ausgetauscht. Nicht mehr im Kader von Trainer Michael Engel sind die Britin Helen Freeman und der amerikanische Guard Ian Pierson. Dafür haben die Ostdeutschen mit dem schwedischen Nationalspieler Joakim Linden und dem US-Nachwuchscenter Dylan Fischbach zwei ehemalige Spieler zurückgeholt. Der 26-jährige Fischbach ist seit seinem ersten Engagement in Thüringen gereift, und das Potenzial eines Joakim Linden ist in Europa hinlänglich bekannt.

Den größten Fisch haben sich die Bulls jedoch mit dem spanischen Routinier Jordi Ruiz geangelt. Der Nationalspieler, der wie RSV-Neuzugang Jannik Blair im Sommer aus Bilbao in die RBBL wechselte, zeigt seit Jahren auf Vereins- wie Nationalmannschaftsebene eine enorm hohe Intensität und gilt zusätzlich als extrem offensivstark. Neben den drei Neuzugängen, die bisher zusammen 40,6 Punkte pro Partie beisteuerten, ist das Gerüst der Leistungsträger in Elxleben jedoch stabil geblieben. Die beiden Center-Hünen Aliaksandr Halouski und Vahid Gholomazad sind zusammen mit André Bienek, Jens Eike Albrecht und nicht zu vergessen mit der Niederländerin Jitske Visser die zentralen Figuren bei den Thüringern.

Somit dürfte auch das 48. Aufeinandertreffen der beiden Rivalen wieder Spannung und Brisanz zwischen dem fünfmaligen Titelträger aus Elxleben und dem 13-maligen Meister aus Wetzlar versprechen.

Der RSV Lahn-Dill nutzt die Partie auch dafür, um sich noch von einigen langjährigen Teammitgliedern zu verabschieden, was coronabedingt über eineinhalb Jahre nicht möglich war. So dürfen sich alle Fans auf den langjährigen Kapitän Michael Paye freuen, der seine Karriere inzwischen beendet hat, wie auch auf die beiden ehemaligen Managementmitglieder Jörg Fink und Sebastian Mende sowie Rebecca Lang.

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