Gino Parson trifft auf seinen Ex-Klub

(fro) Die Bilanz der heimischen Fußball-Verbandsligisten am vergangenen Wochenende war ernüchternd. Null Punkte standen für die drei Gießener Sportkreisvertreter zu Buche. Eine Wiederholung ist heute ausgeschlossen, da sich der VfB 1900 Gießen und der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg im Sportkreis-Derby gegenüberstehen.

Im Blickpunkt dieser Partie steht VfB-1900-Mittelfeldakteur und Co-Trainer Gino Parson, der in der vergangenen Saison noch als Spielertrainer das sportliche Sagen bei den Grün-Weißen hatte.

Zu einer Aufbesserung der Punktebilanz heimischer Vereine möchte auch Tabellenschlusslicht Eintracht Lollar beitragen. Ob die Flechtner-Elf aber ausgerechnet gegen den starken Mitaufsteiger TSV Steinbach den ersten Zähler einfahren kann, ist angesichts der angespannten Personalsituation fraglich.

Respekt, aber keine Angst

VfB 1900 Gießen – SC Teutonia Watzenborn-Steinberg (heute, 15.30 Uhr): Die Generalprobe ging für beide in die Hose. Während der VfB 1900 gegen Aufsteiger TuS Dietkirchen eine 1:3-Heimniederlage quittieren musste, verlor die Teutonia gegen die SG Oberliederbach auf eigenem Platz mit 2:5. Für Unruhe sorgte beim SC zudem die Entlassung des bisherigen Co-Trainers Dennis Frank. Für beide geht es neben Punkten und Prestige somit auch um Wiedergutmachung. Die Hassler-Elf möchte den Anschluss nach oben halten, während die Gäste den Kontakt zum Mittelfeld nicht frühzeitig abreißen lassen wollen.

"Es war frustrierend, dass wir gegen den TuS so klar und verdient verloren haben. Dies war ein Weckruf für die Spieler, dass sie mehr tun müssen. Wir wollen die Heimpleite der letzten Woche wettmachen und gehen hoch motiviert ins Spiel", sagt Stefan Hassler. Der VfB-1900-Trainer sieht den SC unter Zugzwang, was die Aufgabe für seine Elf seiner Meinung nach nicht einfacher macht. "Die Querelen im Verein können sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Ich hoffe, dass die Kehrtwende beim SC nicht ausgerechnet gegen uns erfolgt", meint Hassler. Für den 43-Jährigen, der seine Trainerkarriere beim SC begonnen hat, sei die Partie gegen den alten Verein mittlerweile ein Spiel wie jedes andere. "Bei mir ist der Abstand größer. Für Gino ist die Partie etwas Besonderes. Er trifft auf seine alten Jungs, mit denen er großen Erfolg als Trainer hatte. Er ist aber Profi genug, um mit der Situation umzugehen und alles für seinen neuen Verein zu geben", ist sich Hassler sicher. Der Fußball-Lehrer sieht die linke Seite mit Michael Bathomene und Moritz Schmandt sowie den Allrounder Richy Zimmermann als das Prunkstück des Gegners an. "Der SC hat Spieler mit individueller Klasse.

Sie muss man respektieren, aber man muss keine Angst vor ihnen haben", gibt sich Hassler selbstbewusst. Der VfB-1900-Trainer hofft auf den Einsatz von Spielführer Pierre Chabou. "Er hat uns im letzten Spiel als Stabilisator der Abwehr sichtlich gefehlt. Er hat in dieser Woche locker gelaufen", berichtet Hassler. Nebil Celik und Stevche Atanasoski kehren in den Kader zurück.

"Aufgrund der Tabellensituation ist der VfB 1900 Favorit. Allerdings gelten in Derbys eigene Gesetze. Für die Spieler ist dies eine gute Chance, um sich zu präsentieren. In beiden Vereinen gibt es Spieler, die bereits beim jeweils anderen Verein gespielt haben. Gerade diese Spieler werden mit einer hohen Motivation ins Spiel gehen", sagt Fabio Eidelwein. Der SC-Trainer hat den Derbygegner beobachtet und zeigt sich vor allem von der Offensive der Gießener beeindruckt. "Sie sind spielerisch stark und haben im Angriff schnelle Leute. Gino Parson zieht im Mittelfeld geschickt die Fäden", sagt Eidelwein. Vor allem die Kreise seines Vorgängers im Traineramt bei der Teutonia möchte der 37-Jährige eingrenzen. Ob dies in Raum- oder Manndeckung erfolgen wird, wollte Eidelwein nicht offenlegen.

Die personelle Lage beim SC hat sich etwas entspannt. Lediglich die Patrick Neubert und Fadi Michel stehen auf der Ausfall-Liste. Mit Vedat Kocas und Williams Belloff jr. wurde in dieser Woche personell nochmals nachgelegt. Belloff jr. war zuletzt für den A-Ligisten SV Staufenberg spielberechtigt. "Belloff ist vielseitig einsetzbar, soll aber vor allem die durch die Verletzung von Fadi Michel im Angriff entstandene Lücke bei uns schließen", teilte SC-Abteilungsleiter Jörg Schmandt auf Anfrage der AZ mit.

VfB 1900 Gießen, Aufgebot: Säglitz, Naujoks; Atanasoski, Binz, Bund, Celik, Chabou (?), Hasan, Iyasere, Miftari, Onar (?), Ott, Ouattara, Parson, Pusch, Ranke, Samun, Schneider, Vural, Wolf, Yener. – Agirman und Marx (beide verletzt) fehlen.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, Aufgebot: Wagner, Lehmann; Bathomene, Kelleci, Kocas, Mendez, Miqdad, Mohr, Özen, Priebe, Rechner, Runkel, Sakarya, Schmandt, Tega, Weber, Zimmermann, Belloff jr. – Es fehlen Michel und Neubert (beide verletzt).

"TSV der klare Favorit"

Eintracht Lollar – TSV Steinbach (heute, 15.30 Uhr): Nach fünf Spieltagen ist die erste Zwischenbilanz für den Aufsteiger aus dem Sportkreis Gießen ernüchternd: Fünf Niederlagen, ein Torverhältnis von 3:20 sowie drei Platzverweise stehen für die Eintracht zu Buche. In das Aufsteigerduell mit dem TSV Steinbach geht die Elf von Trainer Ingo Flechtner, dem in der vergangenen Woche das Amt des bisherigen Cheftrainers Timo Becker übertragen wurde, mit ungleichen Vorzeichen.

"Der TSV geht einen anderen Weg als wir. Da können wir finanziell nicht mithalten. Daher ist der TSV der klare Favorit. Mit Pierre Bellinghausen und Daniel Waldrich haben sie zwei gefährliche Spitzen, die aus dem Mittelfeld heraus von Sebastian Schneider gefüttert werden. Wir dürfen uns nicht hinten reinstellen, denn sonst ist es nur eine Frage der Zeit, wann das erste Gegentor fällt. Wir müssen früh attackieren und den Spielaufbau des Gegners stören. Der Rasenplatz ist ein Vorteil, da der TSV hier nicht sein schnelles Kombinationsspiel aufziehen kann", erklärt Haydar Kilinc. Der Sportliche Leiter der Eintracht baut darauf, dass mit dem genesenen Heinz Stehle sowie den beiden Neuzugängen Ufuk Ersentürk und Dennis Frank neuer Schwung ins Team kommt. Refik Ay und Yavuz Güngör kehren in den Kader zurück.

Eintracht Lollar, Aufgebot: Hartmann, Thomas; Apostolou, Ay, Ersentürk, Frank, Güngör, Kilinc, Kleine, Kotcheu-Tchatchu, Koyuncu, Mengeler, Schäfer, Schmidt, Stehle, Tomicic, Yedikat. – Akci, Bubbel, Olivio Muayi (alle gesperrt), Taskin (krank), Schaak (Trainingsrückstand), Birk, Gonzalez und Antonio Muayi (alle verletzt) fallen aus.

TSV Steinbach, Aufgebot: Pauli, Greb; Bellinghausen, Danecker, Engel, Fuhr, Georg, Hild (?), Philippus, Schmidt, Dennis Schneider, Sebastian Schneider, Sevim, Sinaba (?), Tomas, Waldrich, Waldschmidt. – Gollor und Kring (beide verletzt) fehlen.

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