+
Nach dem Sieg im Rheinlandpokal-Finale 2018 sorgte RW Koblenz für eine Wachablösung in der Stadt. Hier begießt Kapitän Thilo Krämer Trainer Fatih Cift. (imago)

Fußball

Gießens Regionalliga-Gegner: RW Koblenz

  • schließen

Die Redaktion tippt jetzt schon die neue Saison in der Regionalliga Südwest. Auf Platz 18 sehen wir Rot-Weiß Koblenz. Der Gegner des FC Gießen im Porträt.

(sno). Rot-Weiß Koblenz ist einer der Vereine, die der FC Gießen auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga Südwest hinter sich lassen sollte.

Die aktuelle Situation

 Jahrelang war die TuS Koblenz die Nummer eins an der Mosel - das änderte sich im Sommer 2018, als Rot-Weiß Koblenz das interne Finale im Rheinlandpokal mit 1:0 gewann. Im DFB-Pokal verlor das Team in Runde eins zuletzt mit 0:5 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Rot-Weißen legten in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung hin. "Wir sind eigentlich ein Breitensportverein mit rund 20 Abteilungen", weiß Pressesprecher René Weiss. "Die Faustballer waren international mal erfolgreich, dass der Fußball dazu kommt, daran war lange nicht zu denken." In der Saison 2016/17 stieg man von der sechsten in die fünfte Liga auf. In der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hielt man die Klasse und schaffte in der abgelaufenen Saison dann das "Wunder von Oberwerth": Den erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga Südwest. "Wir sind klarer Außenseiter. Der Klassenerhalt wäre das Wunder 2.0", meint Weiss.

Kommen/Gehen

 Die Zahl der prominenten Neuzugänge hält sich bislang in Grenzen. Vom TSV Steinbach kam der 23-jährige Mittelfeldakteur Moritz Hannappel, der in der letzten Spielzeit auf acht Regionalliga-Einsätze kam. Die meiste Viertliga-Erfahrung weist der 28-jährige Mittelfeldspieler Flodyn Baloki auf, der auf 65 Spiele in den Regionalligen Nordost und Nord zurückblickt. Die Abgänge der Koblenzer stammen quasi durchgehend aus der zweiten Reihe. Bis zum Saisonstart sollen noch einige Neuzugänge kommen.

Stärken/Schwächen

 Die Mannschaft funktioniert als Kollektiv und will den Fokus in der Südwest-Staffel auf die Defensive legen. In der Oberliga stellte man mit 30 Gegentoren die beste Abwehr, die von Kapitän Thilo Krämer angeführt wird. In der letzten Saison wurde man mit elf Zählern Vorsprung Meister vor Teams wie Völklingen oder Trier. "Die Mannschaft lebte von der Euphorie, es wurde ein Selbstläufer", sagt Weiss. Überragende Einzelspieler sucht man im Koblenzer Kader vergebens. Da zudem noch einige Neuzugänge kommen müssen, wird das Team nur begrenzt eingespielt sein. Der Test Anfang Juli gegen den Vorjahresvierten, die SV Elversberg, war eine Warnung: Er endete 1:7.

Umfeld/Trainer

 Coach Fatih Cift kickte einst selbst für die Rot-Weißen, beendete 2013 seine Spielerkarriere und trainiert den Verein nun schon seit September 2015. Der 37-jährige Türke nimmt kein Blatt vor den Mund, weiß um die Schwere der Aufgabe, will sich mit einzelnen Siegen in der Liga aber nicht zufrieden geben und hat den Klassenerhalt im Blick. Das Trainingspensum entspricht keinen Profibedingungen: In der Vorbereitung trainieren die Rot-Weißen je nach Möglichkeit vier- bis fünfmal in der Woche. Der Zuschauerschnitt im Stadion Oberwerth lag in der Oberliga zuletzt bei rund 350 Besuchern pro Partie.

Prognose

Zumindest auf dem Papier ist RW Koblenz der klarste Außenseiter der Regionalliga, hat wenig Spieler mit Viertliga-Erfahrung und trainiert nicht unter Profibedingungen. Da die Mannschaft über sich hinauswachsen muss, sollte der Saisonstart gelingen, um echte Chancen auf den Klassenverbleib zu haben. Am wahrscheinlichsten ist Platz 18.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare