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In der Saison-Vorbereitung reiste die TSG Balingen geschlossen nach Südtirol und machte dort unter anderem eine Fahrradtour.

Regionalliga

Gießens Gegner: Balingen setzt auf Minimalprinzip

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Die TSG Balingen ist einer der Gießener Kontrahenten in der Regionalliga, die mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln etwas erreichen kann. Dabei setzt man vor allem auf die Heimstärke.

(sno). Die TSG Balingen, etwa 70 Kilometer südwestlich von Stuttgart beheimatet, ist im Aufwind: Nach dem erstmaligen Aufstieg 2017/18 in die vierte Liga behauptete man sich in der Regionalliga Südwest zuletzt souverän auf Platz elf - trotz nur dreimaligem Training in der Woche. "Wir wollen Schritt für Schritt Richtung Profitum gehen - aber das ist ein langer Weg", sagt Teammanager Egon Welther. Die TSG ist ein direkter Konkurrent des FC Gießen.

Die aktuelle Situation:Der erstmalige Aufstieg in die Regionalliga Südwest hat die Lust in Balingen geweckt. "Wir sind ein Amateurverein, unsere Spieler gehen alle einem Hauptberuf nach", weiß Welther. Trotzdem: "Für uns ist es wichtig, die Liga zu halten. Alle Gespräche mit Sponsoren laufen darauf hinaus, dass wir in der Regionalliga bleiben wollen." Vor Kurzem wurde mit Jan Lindenmair ein hauptamtlicher Geschäftsführer installiert. Das Budget bewegt sich deutlich unter einer Million Euro, entsprechend muss Balingen, um sich zu etablieren, vor allem über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen. Das gelang im Vorjahr herausragend. "Wir konnten damals den gesamten Aufstiegskader halten", sagt Welther. Zuletzt absolvierte die TSG ein Trainingslager in Südtirol.

Kommen/Gehen:Heraussticht in Sachen Neuzugänge der 33-jährige Ex-Profi Denis Epstein. "Da hat viel Zufall reingespielt", räumt Welther ein. Epstein ist in die Nähe gezogen, seine Familie hat ein Haus im Zollernalbkreis gekauft. Epstein lief elfmal für den 1. FC Köln in der Bundesliga auf, blickt auf über 100 Zweitligapartien und 200 Spiele in Griechenlands erster Liga zurück. TSG-Trainer Ralf Volkwein freut sich: "Denis ist ein Riesengewinn für uns. Die Art und Weise wie er Fußball spielt und lebt, wird speziell den jüngeren Spielern helfen, sich ein Beispiel zu nehmen." Ansonsten muss die TSG aber den Abgang von drei erfahrenen Korsettstangen verkraften. Manuel Pflumm (33 Jahre, Innenverteidiger), Jörg Schreyeck (34 Jahre, zentrales Mittelfeld) und Stefan Vogler (28 Jahre alt, Mittelstürmer) gehen. In diese Rolle sollen Jonas Vogler (22 Jahre, IV, zuletzt SSV Reutlingen), Marco Gaiser (26 Jahre, ZM, FC Homburg) und eben Epstein wachsen.

Stärken/Schwächen:Neben der Ruhe im Umfeld und dem guten Teamspirit kann Balingen auf seine Heimstärke setzen. In der letzten Saison wurden 33 von 41 Punkten vor heimischer Kulisse geholt. Häufig ist das zweite Jahr eines Aufsteigers schwieriger, zudem muss sich die Achse teilweise neu bilden.

Umfeld/Trainer:Der 46-jährige Trainer Ralf Volkwein ist seit 2012 im Verein, trainierte zunächst die U23, stieg 2015 zur ersten Mannschaft auf und hatte kontinuierlich Erfolg. "Er ist ein bodenständiger Typ, der weiß, wo er herkommt", sagt der Teammanager. Balingen trainiert während der Saison nur dreimal in der Woche. Der Zuschauerschnitt betrug letzte Saison rund 1600 Besucher pro Partie.

Prognose:Die TSG ist eines von mehreren Beispielen in der Regionalliga: Stehen alle im Verein zusammen und arbeiten ruhig Hand in Hand, kann man die Liga auch mit geringeren Mitteln halten. Letzte Saison holte Balingen auswärts insgesamt nur acht Zähler - die Heimstärke muss also beibehalten werden. Insgesamt dürfte Jahr zwei für Balingen schwerer werden, zudem muss sich eine neue Achse bilden.

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