+
Deutscher Doppelsieg: Ann-Christin Strack (l.) und Stephanie Schneider (2. v. l.) feiern Platz zwei, Mariama Jamanka und Annika Drazek (Mitte) den WM-Titel. (dpa)

Vize-Weltmeisterin

Gießenerin Strack über Vize-Weltmeisterschaft: "Wir fühlen uns mega"

  • schließen

Gießen ist um eine Vize-Weltmeisterin reicher. Die 25-jährige Ann-Christin Strack schiebt den Zweier-Bob bei der WM in Whistler zu Silber. Dabei hing der Erfolg am seidenen Faden.

Ann-Christin Strack setzt ihren sportlichen Erfolgsweg fort. Nach der Olympia-Teilnahme 2018 und einem starken Weltcup in diesem Winter holte sich die gebürtige Gießenerin zum Saisonabschluss nun die Silbermedaille bei der Bob- und Skeleton-WM im kanadischen Whistler.

Es ist der (vorläufige) Höhepunkt in der Karriere der 25-Jährigen. "Wir fühlen uns mega. Es war eine anstrengende, eine krasse Woche", sagte Strack am Montagmorgen beim Hotelwechsel in Kanada. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir Silber holen – damit sind wir ultimativ zufrieden. Realisiert habe ich das alles noch nicht."

Wir hatten einiges zu feiern gehabt und haben es ordentlich krachen lassen

Ann-Christin Strack

So viel Zeit blieb der Gießener Bob-Anschieberin dazu auch noch nicht. Nach dem Erfolg am Sonntag ging’s abends zum Feiern. "Wir hatten einiges zu feiern gehabt und haben es ordentlich krachen lassen."

Wenn alles super laufe, "könnte es eine Medaille werden. Aber dafür müssen wir vier gute Läufe runterkriegen", sagte Strack dieser Zeitung im Vorhinein. Am vergangenen Samstag und Sonntag legte Strack mit ihrer Pilotin Stephanie Schneider dann vier starke Läufe im kanadischen Eiskanal hin. In einer Gesamtzeit von 3:31,14 Minuten fuhr das Duo im Zweier-Bob zur Silbermedaille.

Profitiert hat das deutsche Duo von einem Sturz der US-Amerikanerinnen Meyers-Taylor im dritten Lauf. Diese waren bis dato an zweiter Stelle, rutschten nach dem Sturz dann aber auf der Seite liegend in den Zielbereich.

Die Gießenerin umging mit Schneider in ihrem Zweierbob in der berüchtigten Kurve "Fifty Fifty" selbst nur ganz knapp einem Sturz. "Wir dachten beide schon, dass wir liegen", sagt Strack. Nachdem diese Situationen überstanden wurde, war der Weg zu Silber frei. "Der vierte Lauf war wieder ganz sauber", lobte die Anschieberin ihre Pilotin, die bis dato keine gute Beziehung zum Eiskanal von Whistler vorwies und schon mehrmals gestürzt war.

Im Gesamtweltcup landete Strack ebenfalls auf Platz zwei

Auf Platz eins landete das dominierende deutsche Duo Mariama Jamanka/Anna Drazek, das im dritten Lauf mit 52,01 Sekunden einen Bahnrekord aufstellte.

Dass Strack/Schneider trotz mäßiger Trainingswoche und keiner guten Bilanz in Whistler letztlich WM-Silber holten, passte zu dieser insgesamt herausragenden Saison. Das Duo belegte in diesem Winter im Gesamtweltcup Rang zwei, gewann in Innsbruck und Winterberg. Schnell wurde klar, dass die 25-jährige Anschieberin in diesem Winter ganz oben mitmischen kann.

Auf den Urlaub in Mexiko freue ich mich besonders

Ann-Christin Strack

2019 also wird Strack in besonderer Erinnerung bleiben – schon 2018 hatte sich die frühere Sprinterin für die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang qualifiziert. Zugleich absolvierte Strack die Grundausbildung zur Sportsoldatin bei der Bundeswehr und schrieb ihre Bachelor-Arbeit in Umweltmanagement an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Nach der Weltmeisterschaft wird Strack nun eine Woche Alpinski in Kanada fahren, dabei sind auch die Pilotinnen Stephanie Schneider und Mariama Jamanka. Anschließend geht’s für zehn Tage unter anderem mit ihrem Freund Marc Rademacher in den Urlaub nach Mexiko. "Darauf freue ich mich besonders." Wenn die Studentin nach Mittelhessen zurückkehrt, warten divsere Ehrungen von Stadt und Heimatverein MTV 1846 Gießen sowie das Verteidigen der Bachelor-Arbeit auf sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare