Gießener Pfingstregatta ein voller Erfolg

(lad) Ein Jahr nachdem die Absage der 97. Auflage den zweiten Ausfall in der langen Geschichte der Gießener Pfingstregatta bedeutete, feierte die Traditionsveranstaltung an der Lahn am zurückliegenden Pfingstwochenende eine gelungene Auferstehung.

Mit kleinen Änderungen wie der Verkürzung der Rennstrecken auf 1000 (Samstag und Sonntag) und 350 Meter (Montag), einem neuen Meldesystem sowie dem Glück des hervorragend sommerlichen Pfingstwetters mit drei Tagen Sonnenschein und blauem Himmel ist es dem Gießener Regattaverein gelungen, ein sportliches Großereignis mit 800 Teilnehmern aus 51 Vereinen und zahlreichen Zuschauern am Lahnufer auf die Beine zu stellen.

"Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung, die allem voran dank des Wetters so gut gelungen ist und über alle drei Tage hinweg geschätzte 8000 Zuschauer hatte", freute sich Frank Beck vom ausrichtenden Regattaverein über die positive Resonanz. "Das Ausfalljahr war gar nicht zu bemerken – Gießen wird als Regattaplatz wieder angenommen und die Sportler finden ihren Weg hierher. Erfreulich ist, dass uns trotz des Ausfalles im letzten Jahr alle Sponsoren die Treue gehalten haben, denn ohne die kann man so eine Veranstaltung nicht durchführen", lobte Beck unter anderem den attraktiven Sparkassen-Sprintcup über 350 Meter, der am Montag im K.-o.-System durchgeführt wurde und hochklassige Teilnehmer mit einer Siegprämie von 600 Euro anlockte.

Bei den Männern war auch ein Vierer mit Athleten der Gießener RG, des RC Hassia und des Mühlheimer RV am Start (Thorsten Wieler, Marcel Jürgen Wichmann, Johannes Birkhan, Adrian Heil), der in 1:04,59 Minuten knapp geschlagen den zweiten Platz hinter dem Mainzer RV (1:06,05) belegte.

Bei den Frauen hatten im Doppelzweier kurz zuvor die Ludwigshafenerinnen Sandra Schnitzer und Alessia Borchert die Mannheimerinnen Laura Konetschny und Verena Moster im Finish geschlagen. Ein weiteres Highlight war mit Sicherheit der Lahn-Pokal, der einer der ältesten Preise in Deutschland ist. Hier hatten sich die Gießener Sven Kessler (Gießener RC Hassia) und Patrick Quoika (Gießener RG) der 1000 Meter langen Strecke mit Ziel zwischen den Boosthäusern der GRG und der Hassia gestellt. Während Kessler nach den Vorläufen die Segel streichen musste, ruderte sich Quoika ins Finale, wo er hinter dem Titelverteidiger Jens Raab von der Frankfurter RG Germania, der im letzten Jahr die Silbermedaille bei der Ergo-WM einstrich, und dessen Vereinskollegen Sebastian Baus den dritten Platz belegte. Bei spürbarem Gegenwind war er in 3:40,50 Minuten rund 15 Sekunden langsamer als Raab.

Ebenfalls 1000 Meter lang war die Strecke des gut besetzten Opel-Preises, auch wenn die Teilnehmer im Doppelzweier für die Schönheit der Lahn unter dem blauen Himmel weniger ein Auge gehabt haben dürften als die vielen Zuschauer, die teils im prallen Sonnenschein, teils im schützenden Schatten der Bäume das ein ums andere Radler konsumierten und dem Bootshaus damit Rekordumsätze beschert haben sollten. Hier errang die Startgemeinschaft des Gießeners Keßler mit Silver Mikk vom RV Erlangen dank einer starken zweiten Rennhälfte einen ungefährdeten Sieg, der bereits den fünften Saisonerfolg für das Duo bedeutete. Dahinter folgte die Gießener RG mit Quoika und Wieler auf dem zweiten Rang. Den Preis nahmen die Sportler direkt nach dem Zieleinlauf aus den Händen des Gießener Sportamtsleiters Tobias Erben entgegen.

Neben den zahlreichen Rennen bot der Regattaverein den Zuschauern und Ruderinteressierten in den Mittagspausen kurzweilige Unterhaltungsprogramme im Sonnenschein. So lieferten die Teilnehmer des Drachenboot-Cups, der jährlich vom Regattaverein unterstützt wird, am Sonntag ein Einlagerennen, während am Montag zwei Bootstaufen von Wassergefährten der Universität im Bootshaus der GRG vorgenommen wurden.

Zudem sprach der Regattaverein öffentlich vier Ehrenmitgliedschaften für das letzte lebende Gründungsmitglied, Oskar Müller, sowie die immer noch aktiv mitmischenden Rolf Beck, Gerhard Schuhmann und Werner Obermann aus. Dank der gelungenen Neugestaltung und Auferstehung der Pfingstregatta dürfte vielen weiteren zukünftigen Auflagen – schließlich steht bald der 100. Geburtstag an – also nichts mehr im Wege stehen.

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