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Die Sportplätze könnten noch länger leer bleiben - wie hier in Burkhardsfelden.

Fußball

Gießener Fußball spricht sich für Saison-Abbruch aus

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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33 von bisher befragten 38 Gießener Fußballvereinen erklärten, dass sie einen endgültigen Saisonabbruch 2020/21 coronabedingt für sinnvoll halten.

  • 87 Prozent der bisher befragten Gießener Fußballvereine sind für Abbruch der Saison 2020/21
  • Endgültige Entscheidung des Hessischen Fußballverbandes fällt am 27. März
  • „Diskussion gefühlt aus Tabellen- und nicht aus Gesundheitssicht geführt“

Der Großteil der Gießener Fußballvereine ist für einen endgültigen Abbruch der aktuell unterbrochenen Saison 2020/21. 33 von 38 befragten Vereinen sprachen sich bis dato für einen Saisonabbruch aus. Diese 87 Prozent „pro Abbruch“ ergeben sich aus den Vereinskonferenzen des heimischen Fußballkreises, die in dieser Woche durchgeführt wurden. Die dritte Konferenz steigt am Sonntag.

Ähnlich wie einige Videokonferenz-Teilnehmer durch nicht ausgeschaltete Mikrofone und klingelnde Haustelefone oder vorbeikommende Mitbewohner für Nebengeräusche sorgten, scheren einige wenige Vereine aus und sprechen sich nach wie vor klar für eine Fortsetzung des Spielbetriebs aus.

Die Diskussion wurde teilweise gefühlt aus Tabellen- und nicht aus Gesundheitssicht geführt.

Kreisfußballwart Henry Mohr

Der stellvertretende Kreisfußballwart Hans-Jürgen Wingefeld sagt zwar: »Jeder versteht die Tabellenführer, die weiterspielen wollen.« Kreisfußballwart Henry Mohr aber räumt auch ein: »Die Diskussion wurde teilweise gefühlt aus Tabellen- und nicht aus Gesundheitssicht geführt.«

Die Tabellenführer sind für eine Fortsetzung des Spielbetriebs

Tatsächlich sprachen sich bei der zweiten von drei Sitzungen am Donnerstag die SG Obbornhofen/Bellersheim als Spitzenreiter der Kreisoberliga Süd, der SV Annerod als Tabellenführer der Kreisliga A Gießen und der VfR Lich als Erster der Kreisliga B Gießen, Gruppe 1, gegen einen Saisonabbruch und für eine Beendigung der Hinrunde aus.

Endgültige Entscheidung des HFV am 27. März

Derzeit sammeln hessenweit alle Fußballkreise noch einmal die Meinung ihrer Vereine ein, die Einfluss auf die abschließende Entscheidung des HFV am 27. März haben soll.

»Wir würden ja gerne weiter spielen«, sagt Henry Mohr - »aber es gibt kaum eine Chance. Der Kreis ist verzahnt mit anderen Ligen wie der Gruppenliga, die ihre Hinrunde unmöglich zu Ende bringen werden können«, erklärt Mohr. »Wir haben keine Luft zum Verlängern, am 13./14. Juni muss Schluss sein.«

Faktor Arbeitgeber spielt relevante Rolle

Wann wieder begonnen werden könnte, ist weiter ungewiss. Der vom Verband angesichts von vier Wochen Trainingsvorlaufzeit aktuell am realistischsten eingeschätzte 2. Mai als Wiederaufnahme-Termin würde gemäß dem HFV bereits dafür sorgen, dass rund 42 Prozent aller Spielklassen in Hessen nicht beendet werden könnten.

»Hinzu kommt der Faktor Arbeitgeber, der bei vielen Spielern, die sich dann wieder einer Ansteckungsgefahr aussetzen, für Unsicherheit sorgt«, erklärt Wingefeld, der wie Mohr darum bemüht war, neutral zu bleiben und dennoch klar zu machen: Eine Fortführung ist äußerst komplex. Wingefeld: »Wir wollen nicht schwarz malen, wir sind nur realistisch.«

Die Spiele, die in dieser Saison bislang stattgefunden haben, das war ein Aufriss...

Oliver Heil, FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf

An markigen Aussagen mangelte es in der Videokonferenz am Donnerstag nicht: »Die Spiele, die in dieser Saison bislang stattgefunden haben, das war ein Aufriss...ich weiß nicht, was das mit Sport zu tun hat«, sagte etwa Oliver Heil von der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf angesichts coronabedingter Sonderauflagen ohne echte Zuschauer.

In die gleiche Kerbe schlug Aziz Kartal von TuBa Pohlheim: »Ich sehe keinen Sinn darin, mit viel Aufwand und Kosten ohne Gewissheit, die Hinrunde auch zu Ende bringen zu können, jetzt unbedingt weiterzuspielen.«

Und Markus Strauch vom VfR Lich erklärte: »Wir sind bei den Senioren und in mehreren Jugendklassen ganz vorne. Und dann soll ich allen erklären, dass das umsonst war. Das ist Schrott. Wir sind für eine Fortführung. Warum setzen wir die Saison nicht aus wie in Bayern und geben uns die Möglichkeit, sie über das gesamte Jahr 2021 und 2022 fortzuführen? Dann haben wir genügend zeitlichen Spielraum.«

Der HFV stellte bereits klar, dass diese Option nicht infrage kommt. Am 27. März schließlich soll endgültige Klarheit herrschen.

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