Auf Spieler wie den 19-jährigen Timo Geier will der Gießener SV künftig vermehrt setzen. FOTO: RAS
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Auf Spieler wie den 19-jährigen Timo Geier will der Gießener SV künftig vermehrt setzen. FOTO: RAS

Gießener SV denkt um

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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Die Tischtennis-Abteilung des Gießener SV möchte künftig vor allem auf den heimischen Nachwuchs setzen und dazu das "Team Mittelhessen" bilden. Dass man bei diesem Vorhaben zunächst auch Lehrgeld zahlen könnte, ist den GSV-Verantwortlichen um Jürgen Boldt bewusst.

In sportlicher Hinsicht ausgezeichnet läuft es bei den aktiven Tischtennis-Mannschaften des Gießener Schwimmvereins. Das gilt vor allem für das Oberliga-Team des GSV, das mit 24:6 Punkten die Tabelle seiner Klasse anführt und damit sehr gute Chancen besitzt, in die Regionalliga aufzusteigen. Auch die "Zweite" des Gießener SV (21:3 Punkte) hat als Rangzweiter in der Verbandsliga die Möglichkeit, in der kommenden Saison eine Klasse höher, in diesem Fall in der Hessenliga, zu spielen.

Die dritte Mannschaft des GSV l iegt mit 30:2 Punkten in der Bezirksliga auf dem ersten Platz und steuert damit klar auf Aufstiegskurs. Alles richtig gemacht also beim GSV. Die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Jürgen Boldt könnten sich auf die Schulter klopfen und sagen: "Weiter so." Davon sei man beim GSV aber weit entfernt, wie Boldt in einem Pressegespräch am gestrigen Freitag mitteilte. Darin kündigte er an, dass es eine Zäsur im sportlichen Bereich der Tischtennis-Mannschaften geben werde. Der Gießener SV setzt künftig verstärkt auf den heimischen Nachwuchs und möchte damit der vielfach betriebenen Praxis, Spieler aus dem Ausland einzusetzen, ein eigenes Modell entgegensetzen. Gerade in den höheren Klassen, nicht nur in der Bundesliga, werden in Deutschland Akteure eingesetzt, die oft nur zum Spielen nach Deutschland kommen, an die Platte gehen und dann wieder in ihre Heimat zurückfliegen oder -fahren.

"Wir haben entschieden, dass in der neuen Saison auf jeden Fall ein komplett neues Team in der Regionalliga bzw. Oberliga antreten wird", erklärte Jürgen Boldt. Der GSV werde demnach versuchen, eine Mannschaft - bestehend aus "jungen Spielern aus der Gegend" - ins Rennen zu schicken. Der GSV-Abteilungsleiter hofft dabei, Talenten in einem sogenannten Team Mittelhessen die Möglichkeit zu geben, in der Regionalliga (bzw. Oberliga) antreten zu können. Dazu gehören könnte zum Beispiel der 19-jährige Timo Geier, der derzeit Stammspieler bei der zweiten Mannschaft ist und in einigen Begegnungen auch schon Oberliga-Luft geschnuppert hat.

In zwei Jahren werden, wie Jürgen Boldt berichtet, in den Klassen oberhalb des Hessischen Tischtennis-Verbandes Vierer-Mannschaften um Punkte spielen. "Ich möchte nicht, dass wir da mit vier Ausländern antreten", sagte er und möchte auf heimische Spieler setzen, auch um eine größere Akzeptanz bei den Tischtennisfreunden in Mittelhessen zu erreichen.

Auf dem Weg zum "Team Mittelhessen" mit talentierten Akteuren könnte vielleicht ein Tischtennis-Camp hilfreich sein, das der TT-Service U. Schäfer aus Wieseck vom 20. bis zum 26. Juli in Salmünster durchführt. Und vielleicht wird auf diese Weise der GSV bei der Suche nach jungen Spielern für seine Mannschaften fündig.

Bis die "neue" GSV-Mannschaft in ihrer Klasse konkurrenzfähig ist, wird sie "wahrscheinlich mehrfach einen auf die Mütze" kriegen, wie Boldt selbst einräumt. Doch beim GSV setzt man auf Nachhaltigkeit, und die sei bei Talenten aus Hessen gegeben.

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