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Zählte zuletzt zu den stärksten Gießenern: Nico Rinderknecht (l.), der mit seinem FC im Hinspiel gegen Homburg und Patrick Lienhard mit 0:2 unterlag.

FC Gießen

FC Gießen will in Homburg die Fassung wahren

Nach der turbulentesten Woche seit dem Bestehen des FC Gießen will der Fußball-Regionalligist in Homburg wieder sportlich für Schlagzeilen sorgen.

Im September 2018 titetel diese Zeitung zum FC Gießen: "Im Eiltempo in aller Munde". Auch jetzt ist der heimische Fußball-Regionalligist in aller Munde - die Situation aber ist eine diametral andere. Der FC Gießen ist im November 2019 darum bemüht, die Fassung zu wahren - und will heute (14 Uhr) beim FC Homburg zumindest sportlich einen kleinen Befreiungsschlag landen.

Vor dem schweren Gastspiel beim Tabellenvierten äußert sich FC-Trainer Daniyel Cimen zur turbulenten Woche und den verspäteten Gehaltszahlungen: "Das Thema war präsent, es ist nicht einfach." Die Jungs in dieser Konstellation emotional zu packen, sei "eine Herausforderung. Jeder Spieler verarbeitet das anders. Aber niemand hat auf dem Platz seinen Kontostand im Kopf. Am Ende sind wir alle Fußballer - und wir wollen für uns das Bestmögliche auf den Platz bringen."

Cimen hofft auf Charakter der Mannschaft

Zudem habe das Team bei den letzten guten Leistungen gegen Kickers Offenbach und die SV Elversberg bewiesen, "dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Wir haben letzten Samstag gegen Elversberg sehr gut gespielt. Wenn wir daran anknüpfen können, dann ist auch in Homburg etwas möglich."

Ungeachtet der Turbulenzen im Verein wird es allmählich auch sportlich knifflig - der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen wächst, ein Punkt oder gar ein Dreier würden in der jetzigen Situation extrem guttun. Leicht wird das nicht - der FC Homburg, mit großen Ambitionen in die Saison gestartet und unter anderem mit den im Sommer auch von Gießen umworbenen Jannik Sommer und Marcel Carl ausgestattet, ist gut drauf. In den letzten drei Monaten, genauer gesagt seit dem 28. August, hat Homburg nur ein einziges Mal verloren - mit 1:2 beim Tabellenführer Saarbrücken.

FC Gießen fehlen neun Spieler

"Sie sind schwer zu bezwingen, haben nach vorne enorm viel Qualität für diese Liga", weiß Daniyel Cimen. "Sie haben zwar eine ähnliche Grundausrichtung wie zu Saisonbeginn, sind aber gefestigter und selbstbewusster." Im Hinspiel unterlag Gießen 0:2, war dem Ausgleich unter anderem durch einen Pfostentreffer von Noah Michel nahe, kassierte den zweiten Gegentreffer in der Nachspielzeit.

Auch personell könnte es derzeit besser aussehen: Gleich neun Akteure fehlen. Neben den Langzeitausfällen Oliver Laux, Sascha Heil, Andrej Markovic und Tim Korzuschek fehlen die erkrankten Nils Ellenfeld, Sammy Kittel, Aykut Öztürk und Dimitrios Ferfelis. Jure Colak ist seinen Gips erst am Montag los und dann wieder einsatzfähig.

Markus Haupt wird kommissarischer Geschäftsführer

Was bereits seit Dienstagabend ein offenes Geheimnis war, wurde vom FC Gießen nun gestern offiziell bestätigt: Markus Haupt wird bis zur nächsten Mitgliederversammlung kommissarischer Geschäftsführer des FC Gießen und tritt somit die Nachfolge von Jörg Fischer an. Haupt wurde in der Vorstandssitzung einstimmig gewählt und wird ab sofort das Amt des Geschäftsführers begleiten. Bisher war Haupt als Teammanager aktiv.

Nach wochenlangen Querelen und Terminfindungsproblemen wirbt der FC Gießen nun auch offiziell mit dem Verkauf von Tickets für das Hessenpokal-Viertelfinale gegen die Offenbacher Kickers. Das Spiel wurde vom Hessischen Fußballverband fest für Sonntag, 15. Dezember, um 13.30 Uhr im Waldstadion angesetzt, nachdem sich beide Vereine zuvor nicht auf einen Termin einigen konnten.

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