Der warnende Finger von Gießens Headcoach Denis Wucherer.	(Foto: Friedrich)
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Der warnende Finger von Gießens Headcoach Denis Wucherer. (Foto: Friedrich)

Gießen verliert in Baunach und trifft nun auf Heidelberg

Die Gießen 46ers gehen mit einem Negativerlebnis in die Playoffs: Das Team verspielte mit dem 65:73 in Baunach den zweiten Rang in der Basketball-Pro-A und trifft nun in der Playoff-Viertelfinal-Serie als Dritter auf den Sechsten Academics Heidelberg.

Schon kurz nach der Schlusssirene interessierte sich bei den Gießen 46ers niemand mehr für den samstäglichen Gegner Bike-Café Baunach – dabei würde die 65:73 (35:31)-Niederlage in Franken durchaus Anlass für Gesprächsstoff bieten. Stattdessen blickte Basketball-Mittelhessen schon voraus nach Heidelberg, denn am 30. und damit letzten Hauptrundenspieltag der zweiten Basketball-Bundesliga wurde klar, dass die Academics vom Neckar Gießens Gegner im Playoff-Viertelfinale sein werden.

Während die 46ers durch die Niederlage gegen Baunach auf den dritten Rang zurückfielen, behaupteten die Heidelberger dank eines 97:76-Sieges in Kirchheim den sechsten Rang. Trotz zweier Siege über den Club aus Baden-Württemberg wollte 46ers-Coach Denis Wucherer nicht in Euphorie verfallen: »Ob ich jetzt zufriedener bin, als wenn wir Zweiter geworden wären und jetzt gegen Essen spielen müssten, oder gegen Hamburg? Jeder Playoffgegner hat Vorteile und Nachteile«, zuckte Gießens Trainer mit den Schultern. Wichtig ist Wucherer vor allem eins: »Wer am Samstag nicht mit 100 Prozent dabei ist, in jedem Angriff, jeder Verteidigungssequenz, jeder Sekunde – der wird nicht lange auf dem Feld stehen.«

In Baunach war es zwischenzeitlich problematisch geworden: »Am Ende wollten die den Sieg mehr als wir«, gab der Übungsleiter zu. Ohne Steffen Hamann, Leon Kratzer, Andreas Obst und Johannes Thiemann fehlten gleich vier Stützen des Bamberger Farmteams. »Sie haben viel Zone gespielt und uns Matchup-Probleme bereitet. Dazu konnten wir Anthony Lee und Marcos Knight im Eins-gegen-Eins nicht kontrollieren.« Zudem verwarf seine Mannschaft 18 Distanzwürfe, traf nur vier der 22 Dreierversuche: »Von den 18 Dreiern waren 15 Stück so frei, wie es nur geht. Die fielen nur einfach nicht rein«, erklärte Wucherer, der neben dem geschonten Besnik Bekteshi auch auf Andre Marhold verzichten musste: Bei dem Forward kehrten die muskulären Problem zurück, die ihn bereits zuvor zwei Wochen außer Gefecht setzten. Nach neuesten Erkenntnissen der Mannschaftsärzte liegen die Beschwerden des US-Amerikaners an Problemen mit der Hüfte.

Da sich Nürnberg zeitgleich gegen Gotha keine Blöße gab und mit 89:74 gewann, zogen die Mittelfranken wieder an den 46ers vorbei. Für Wucherer ist das allerdings kein Beinbruch: »Über die Saison hinweg gesehen ist der dritte Platz der, auf den wir gehören. Nach ein paar schwierigen Wochen zu Saisonbeginn hat Nürnberg fast nicht mehr verloren und hätte wohl auch unser Spiel in Baunach gewonnen.«

Über ein mögliches Halbfinale gegen den NBC, in dem Gießen nach den Ergebnissen vom Samstag kein Heimrecht mehr hätte, wollte der Headcoach allerdings nicht nachdenken: »Beim Spiel habe ich nicht daran gedacht, und jetzt denke ich auch nicht daran, denn Heidelberg wird uns alles abverlangen. Wenn wir das geschafft haben, dann können wir vielleicht kurz denken, dass es schade ist, dass wir Platz zwei nicht sichern konnten.« Der Respekt vor den Academics ist groß, obwohl Gießen die beiden Duelle in der regulären Saison für sich entscheiden konnte: »Sie sind sehr athletisch, auf fast allen Positionen größer besetzt als wir, weswegen sie uns wahrscheinlich oft aufposten werden. Und sie beherrschen das schnelle Spiel sehr gut. Wir haben zwar beide Spiele gewonnen, aber in Heidelberg nur mit Ach und Krach gesiegt, dank unserer Fans und einem starken Schlussviertel – in den ersten drei Vierteln war Heidelberg die bessere Mannschaft.

Dazu haben sie Marco Grimaldi inzwischen zurück und momentan einen positiven Lauf, ihre letzten vier Spiele alle gewonnen. Wir dagegen müssen erst einmal das Wochenende verarbeiten.«

Vor dem Playoff-Auftakt am Wochenende (Ostersamstag, 20 Uhr in der Osthalle sowie Ostermontag, 17 Uhr, im Olympiastützpunkt Heidelberg) gilt es nun also vor allem, den Kopf freizubekommen für die schwere Viertelfinal-Aufgabe. Wucherer setzt dabei auch auf den Heimvorteil, selbst in der Fremde: »Ein Vorteil an Heidelberg sind in jedem Fall die kurzen Fahrten – das ist gut für unsere Fans.«

Gießen: Marhold (n.e.), Zazai (8), Polas Bartolo (10), DiLeo (10), Palm (6), Lischka (6), Malu (5), Hawley (4), Wells (10), Schoo (6).

Baunach: Anthony Lee (17), Engel (5), Knight (21), Taras, Keppeler (6), Muldrow (9), Dippold (8), Walde (1), Dizdarevic (4), Sanders (n.e.). Martin Vogel

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