VfB Gießen verliert mit 1:3

(ms) Unterschiedlicher hätte die Gemütslage kaum sein können. Auf der einen Seite tanzten die Spieler des VfB Unterliederbach ausgelassen, auf der anderen Seite saß Gießens Abwehrspieler Oliver Schmidt allein auf dem Rasen und war freilich alles andere als glücklich. Im Spitzenspiel der Verbandsliga Mitte musste sich der VfB 1900 Gießen am vergangenen Samstag dem Rangzweiten VfB Unterliederbach mit 1:3 (0:1) geschlagen geben.

So ist für den Traditionsverein aus Mittelhessen der Relegationsplatz "nach oben" erst mal weg. "Wir haben leider das Wasser bekommen", sagte Gießens Trainer Stefan Hassler nach der Partie, die im Gast einen letztlich verdienten Sieger gesehen hatte.

"Wir haben ordentlich begonnen - bis zur zehnten Minute", brachte Hassler die erste Halbzeit aus seiner Sicht auf dem Punkt. In den ersten Minuten musste sich der Gast erst mal sortieren, um dann aber Tempo und Spiel zu bestimmen. Vor allem über die linke Seite startete der VfB Unterliederbach immer wieder Angriffsaktionen, die aber zunächst noch keinen Erfolg brachten. Was auffällig war, dass die Abwehr des VfB 1900 mit Omer Muminovic, der extrem weite Wege ging, Sedat Usalir und Hafid El Jazouli große Probleme hatte. Sie sorgten für einige Unruhe, doch bis zur ersten guten Chance des Gastes sollten 28 Minuten vergehen. Muminovic prüfte Gießens Keeper Kristian Kühn, der mit den Fäusten klärte. Zehn Minuten später war es erneut Kühn, der gegen Muminovic rettete, ehe die 43. Minute kam. Der Gast erhielt einen Eckball zugesprochen, den Muminovic ausführte. Den brachte er flach und aufs kurze Eck - und plötzlich war das Leder drin. Ein kurioser Treffer, der aber verdient war.

Kurz nach der Pause bediente dann El Jazouli Muminovic, doch der scheiterte wieder an Kühn, der prächtig klärte. Gießens Trainer Stefan Hassler reagierte und brachte nach 55 Minuten Richy Zimmermann für Jan Koch. Dann folgte nach 65 Minuten David Kilian für Michel Mohr, und plötzlich war der VfB 1900 Gießen da. "Wir sind dann besser ins Spiel gekommen" so Hassler.

Ürkan Özen, der bis dahin auf der rechten Seite kaum in Erscheinung getreten war, wechselte auf die linke Position, und der Druck der Gastgeber wurde stärker. Nach 67 Minuten hatte der bis dahin blasse Gino Parson Pech, der mit einem Kopfball an der Latte scheiterte, ehe die 70. Minute kam. Nach Pass von Richy Zimmermann brachte Claudius Weber das Leder nach innen, wo erneut Parson zum Kopfball kam, den aber nicht richtig platzieren konnte. Doch zur Stelle war Sebastian Bubbel, der den Ball aus kurzer Entfernung zum 1:1 ins Netz bugsierte. Kurz danach verhinderte Unterliederbachs Schlussmann Daniel Knapschinski das 2:1 der Hausherren, als er im letzten Moment gegen David Kilian zur Stelle war. Der war es auch, der kurz darauf einen Freistoß punktgenau auf Weber brachte, doch dessen Kopfball knallte gegen die Querlatte.

Zwar sorgten Unterliederbachs Angreifer zwischendurch immer wieder für Entlastung, doch den größeren Zug zum Tor sah man beim VfB 1900 Gießen. Bis zur 80. Minute. Denn Ürkan Özen sah wegen wiederholten Foulspiels die "Ampelkarte", und das sollte letztlich entscheidend sein. "Das hat uns das Genick gebrochen", so Hassler. Nur vier Minuten später bediente Muminovic El Jazouli, der erst an Kristian Kühn scheiterte. Oliver Schmidt, der klären wollte, spielte den Ball ungewollt dann erneut zu El Jazouli, und der ließ sich nicht zweimal bitten. In Unterzahl und Rückstand setzte der VfB 1900 alles auf eine Karte, doch ohne Erfolg.

Endgültig alles klar machte in der 93. Minute der erst 60 Sekunden zuvor eingewechselte Florian Jagodzinski, der nach feinem Pass des überragenden El Jazouli keine Mühe hatte, um das 3:1 für seine Farben anzubringen.

"Wir hatten nach dem 1:1 auch Glück, aber ich bin sehr froh, dass meine Mannschaft so ein tolle Spiel gezeigt hat", freute sich Unterliederbachs Trainer Jürgen Menger über den wichtigen "Dreier" im Kampf um Platz zwei.

VfB 1900 Gießen: Kühn; Mohr (ab 65. Kilian), Chabou, Schmidt, Koch (ab 55. Zimmermann), Özen, Stehle, Parson, Spottka, Bubbel, Weber.

VfB Unterliederbach: Knapschinski; Riedl, Wirth, Petkanas, Döpfer, Schick, Orth (ab 81. Lujinovic), El Allali, Usalir (ab 66. Cosic), El Jazouli, Muminovic (ab 90.+2 Jagodzinski).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Velten (Laufdorf). - Zuschauer: 155. - Torfolge: 0:1 (43.) Muminovic, 1:1 (70.) Bubbel, 1:2 (84.) El Jazouli, 1:3 (90.+3) Jagodzinski. - Gelbe Karten: Özen - Petkanas, El Jazouli. - Gelb-Rote Karte: Özen (80.) wegen wiederholten Foulspiels.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare