Gießener Entschlossenheit: Shamil Mazitov (2.v.l.) und Pedram Afrooghi (Mitte) attackieren Kinzenbachs Kapitän Nicolas Anker. FOTO: HF
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Gießener Entschlossenheit: Shamil Mazitov (2.v.l.) und Pedram Afrooghi (Mitte) attackieren Kinzenbachs Kapitän Nicolas Anker. FOTO: HF

FC Gießen II überrascht

  • vonPeter Froese
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(fro). Ein altes Sprichwort lautet: "Neue Besen kehren gut". Dass der "neue Besen" Benjamin Höfer so gut einschlagen würde, hatte FC-Notvorstand Turgay Schmidt bei dessen Verpflichtung sicher nicht zu träumen gewagt. Im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer setzte sich der FC Gießen II gestern Abend im Verbandsligaderby mit 4:1 gegen die SG Kinzenbach durch.

Eduardo Dursun ebnete den Weg zu den ersten drei Punkten der Saison durch einen Hattrick in der ersten Halbzeit. Den vierten Treffer der Hausherren steuerte Pedram Afrooghi bei. "Das war eine Megaleistung. Wir haben uns den Sieg über den Kampf verdient. Bei den Standards gehörte etwas Glück dazu. Nun wissen wir, was hier möglich ist", will sich Höfer mit seiner Elf im Kampf um den Klassenerhalt noch lange nicht abschreiben lassen.

Der FC-Trainer nahm zwei Umstellungen gegenüber der 0:7-Niederlage gegen den TSV Michelbach vor. Für Felix Lau (beruflich verhindert) und Cem Bora Sahin rückten Levin Haak und der erstmals spielberechtigte Siyeon Oh in die Startelf. Bei den Gästen ersetzte André Marius Jörg SG-Urgestein Tommy Ried, der sich im Abschlusstraining einen Innenbandriss im Knie zugezogen hatte und sechs Wochen ausfallen wird.

Die Hausherren begannen engagiert und zogen den SG-Spielern durch kleine Nicklichkeiten früh den Zahn. Nach einem Eckstoß von Timur Ögretmen fand das Leder nach einem Kopfball von Eduardo Dursun über den Innenpfosten den Weg zum 1:0 ins Tor (15.). Ufuk Yildirim glich nach einem Freistoß von Mecier Grouls und Querpass von Yannik Mohr zum 1:1 aus (21.). Zwei fast identische Standards sorgte für die 3:1-Führung der Höfer-Elf. Shamil Mazitov trat die Freistöße jeweils scharf in den Strafraum, wo der einlaufende Eduardo Dursun zweimal per Kopfball traf (25./27.). Der FC war in punkto Körpersprache und Zweikampfstärke Herr im Ring. Auch läuferisch und spielerisch waren die Gießener überlegen. Pedram Afrooghi erhöhte mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze folgerichtig auf 4:1 (37.). Sebastian Butz verpasste den fünften FC-Treffer knapp (45.). Auf der Gegenseite konnte sich FC-Keeper Nico Mohr nach einem Grouls-Eckstoß bei einem Kopfball von Henrik Keller mit einem Reflex auszeichnen (45. +2).

Während Benjamin Höfer seine Elf auch nach dem Seitenwechsel lautstark antrieb, verfolgte Gästetrainer Oliver Dönges das vergebliche Bemühen der Rot-Weißen, dem Spiel nochmals eine Wende zu geben, ruhig und gefasst.

FC-Keeper Nico Mohr war bei einem Kopfball von Ufuk Yildirim weiterhin ein starker Rückhalt (56.). Eduardo Dursun blockte einen Schuss von André Marius Jörg ab (69.), während Nico Mohr einen Schuss von Ricardo Hoßbach mit einer Glanzparade an die Latte lenkte (86.). So blieb es am Ende beim auch in dieser Höhe verdienten 4:1-Sieg des FC. "Das war eine katastrophale Vorstellung meiner Jungs. Damit ist alles gesagt", resümierte ein sichtlich enttäuschter Oliver Dönges.

FC Gießen II: Mohr; Wiegel, Dursun, Ögretmen, Butz, Mazitov, Kraus (ab 75. Kocas), Haak, Oh (ab 89. Sedighi), Tsakirakis, Afrooghi (ab 46. Enobore).

SG Kinzenbach: Flechtner; Bicakkiran, Mohr, Yildirim, Jörg, Allendörfer (ab 75. Hoßbach), Alber (ab 27. Pantke), Grouls (ab 46. Mark), Anker, Güngör, Keller.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Hager (Ginsheim-Gustavsburg). - Zuschauer: 80. - Torfolge: 1:0 (15.) Dursun, 1:1 (21.) Yildirim, 2:1 (25.) Dursun, 3:1 (27.) Dursun, 4:1 (37.) Afrooghi. - Gelbe Karten: Yildirim, Allendörfer (beide SG).

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