Volleyball

USC Gießen: Das Sahnehäubchen

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Nach dem Aufstieg in die Oberliga Hessen hatten die Volleyball-Damen des USC Gießen ambitionierte Ziele ausgegeben. Knapp sieben Monate steht fest: Die Ziele waren keinesfalls zu hoch gesteckt.

Mit 13 Siegen erspielte sich die Truppe von Trainer Patrick Milling nicht nur den dritten Tabellenplatz, sondern auch die damit verbundene Möglichkeit, an der Aufstiegsrelegation für die Regionalliga Südwest teilzunehmen. Da der Zweitplatzierte TSV Auerbach keine Ansprüche auf einen Aufstieg anmeldet, entschied sich der USC Gießen dazu, an der Relegation teilzunehmen und das Projekt Regionalliga im Erfolgsfall in Angriff zu nehmen. Am Samstag (13 Uhr, Sporthalle der Herderschule Gießen) treten die Lahnstädterinnen vor heimischer Kulisse gegen den Tabellenzweiten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, ASV Landau, an. Vor dem spannenden Duell hat sich diese Zeitung mit USC-Außenangreiferin Paula Kastner unterhalten.

Inwieweit hat es Sie bzw. die Mannschaft überrascht, als Aufsteiger nun die Chance zu haben, um einen weiteren Aufstieg spielen zu dürfen?

Paula Kastner: Ich persönlich bin vor der Saison neu dazugekommen und habe damit nicht gerechnet. Wir haben während der Saison Wahnsinnsfortschritte gemacht, die Relegation ist jetzt das Sahnehäubchen. Auch der Rest des Teams ist sehr begeistert. Der USC ist in den vergangenen Jahren öfter aufgestiegen, dennoch war das nicht zu erwarten.

Was waren Ihrer Meinung nach die Hauptgründe für die starke Leistung des Teams in dieser Saison?

Kastner: Wir waren insbesondere in der Rückrunde sehr erfolgreich und haben nur das letzte Spiel verloren. Wir haben sehr gut zusammengefunden und die anfänglichen Abstimmungsprobleme schnell überwunden. Das lag auch daran, dass wir irgendwann eine Stammaufstellung gefunden haben, die sich dann immer besser eingespielt hat – das hat man in der Rückrunde gemerkt. Wir sind geschlossen als Team aufgetreten. Eine große Stärke von uns besteht zudem in der Abwehrarbeit. Wir sind zwar körperlich nicht das größte Team, aber sehr flink auf den Beinen, und die Abstimmung mit unseren Libera ist auch viel besser geworden.

Erst nach einigen Überlegungen hat sich der Verein dazu entschieden, die Chance auf die Regionalliga wahrzunehmen. Welche neuen Herausforderungen würden auf den USC Gießen warten – sowohl sportlich als auch organisatorisch?

Kastner: Wir haben mannschaftsintern abgestimmt, ob die Spielerinnen dazu bereit sind. Das Ergebnis war zwar nicht ganz einstimmig, aber die Mehrheit wollte die Chance nutzen. Die Rahmenbedingungen stehen auch noch nicht zu 100 Prozent fest: Dadurch, dass es zwei hessische Absteiger aus der Regionalliga gibt, besteht eventuell die Möglichkeit, dass wir trotz verlorener Relegation aufsteigen könnten. Allgemein ist ein Aufstieg natürlich mit Mehrkosten verbunden. Der Verein müsste möglichst schnell eine Jugendarbeit aufbauen, um die entsprechenden Strafzahlungen zu umgehen bzw. zu senken. Einige unserer Spielerinnen sind auf jeden Fall daran interessiert, eine Jugendmannschaft zu trainieren. Der entscheidende Punkt ist in diesem Kontext wohl die Frage nach Hallenzeiten für die Jugendmannschaften. Dies muss mit der Stadt Gießen koordiniert werden. Gerne begeben wir uns auch auf Sponsorensuche und hoffen, dass die Regionalliga zu einer größeren Unterstützungsbereitschaft führen würde. Ein weiterer Aspekt besteht im Bedarf neuer Spielerinnen, insbesondere auf der Zuspiel- und Mitteposition müsste für die nächste Saison nachgelegt werden. Auch hier besteht die Hoffnung, dass die Regionalliga neue Spielerinnen anlocken würde.

Wie schätzen Sie Ihren Kontrahenten ASV Landau ein? Können Sie bereits etwas über die Stärken und Schwächen des Gegners sagen?

Kastner: Ich persönlich habe diese Mannschaft noch nicht spielen gesehen. Allerdings habe ich aus dem letzten Jahr gehört, dass die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nicht ganz so stark wie die Oberliga Hessen sein soll – aber darauf wollen wir uns natürlich nicht verlassen. Wir hoffen, gegebenenfalls auch ohne unsere Stammspielerinnen auf der Mitte, die Partie für uns entscheiden zu können.

Am letzten Spieltag der Saison wurde Ihre Serie von neun Siegen in Folge durchbrochen. Welchen Einfluss hat dies auf das anstehende Relegationsspiel?

Kastner: Für uns war das nicht demotivierend, aufgrund der Besetzung und des starken Gegners (TSV Hanau, Oberligameister, Anm. d. Red.) haben wir nicht unbedingt mit einem Sieg gerechnet. Natürlich wäre es schön, wenn unsere Mittespielerinnen dann wieder dabei sind. Aber falls nicht, müssen die anderen Positionen das wettmachen und wir in der Abwehr noch besser sein. Der Ehrgeiz und die Motivation, das Spiel zu gewinnen, sind auf jeden Fall da.

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