Die letzte Szene von Gießens Milad Salem (r.) vor der verletzungsbedingten Auswechslung. Hier duelliert er sich mit dem Wetterfelder in Eintracht-Diensten, Kristian Gaudermann. FOTO: HF
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Die letzte Szene von Gießens Milad Salem (r.) vor der verletzungsbedingten Auswechslung. Hier duelliert er sich mit dem Wetterfelder in Eintracht-Diensten, Kristian Gaudermann. FOTO: HF

FC Gießen

FC Gießen: Ein Remis, das keinem hilft

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Keine Gewinner im Geister-Derby zwischen FC Gießen und Eintracht Stadtallendorf, das nun in die kurze Winterpause geht. Der FC Gießen derweil muss am Mittwoch noch nach Mainz.

Die Duelle mit Eintracht Stadtallendorf, sagte Gießens Cheftrainer Daniyel Cimen im Vorhinein, seien immer "speziell". Speziell war am Samstag im leeren Waldstadion dann vor allem eine spielentscheidende Szene: Nur wenige Sekunden nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit, der Ball wurde zurück zu Innenverteidiger Marco Boras gespielt, kassierte der FC nach mühselig erarbeiteter Führung, das 1:1 - "ein brutal ärgerliches Gegentor", musste Cimen danach einräumen.

Jener Boras erhielt nach dem Anstoß zur zweiten Hälfte den Ball, wartete zu lange und schoss beim Versuch, den Ball nach vorne zu treiben, Stadtallendorfs eingewechselten Del Angelo Williams an, der folglich 20 Meter alleine aufs Tor zulaufen und unbehhelligt zum zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften Ausgleich einschieben konnte.

"Das war ein Schock für uns, damit mussten wir erstmal klar kommen", wusste Cimen. "Stadtallendorf war dann aggressiver, bis sich das Spiel beruhigt hat. Es ist ein gerechter Punkt, mit dem wir leben müssen", erklärte der Coach nach dem 1:1 (1:0) am 14. Spieltag für den FC in der Fußball-Regionalliga Südwest.

Nachdem Gießen dieses Geister-Derby in Hälfte eins recht klar dominierte und zwei große Einschussmöglichkeiten durch Milad Salem (22.) und Aykut Öztürk (28.) besaß, vollendete der herangerauschte Hendrik Starostzik quasi mit dem Pausenpfiff nach einer Ecke die Bemühungen mit dem 1:0.

Nach dem direkten Ausgleich nach der Pause fand das Tabellenschlusslicht aus Stadtallendorf, beflügelt durch den Spielverlauf, zu Mut und Esprit.

"In der ersten Hälfte haben wir nicht angenommen, was hier stattfand. Die zweite Hälfte lief so, wie wir uns das vorgestellt haben", erklärte Gästeverteidiger Christopher Schadeberg.

Stadtallendorf besaß so in der 57. Minute sogar die größte Chance der zweiten Hälfte, als der Wetterfelder Kristian Gaudermann nach einem Doppelpass frei vor dem Gießener Tor auftauchte. Die Eintracht feuerte sich mit Rufen von der Bank aus an, war besser im Spiel und verlieh dem Duell so Derbycharakter.

"Das ist das, was Stadtallendorf in den letzten Jahren ausgemacht hat. Wir schaffen es seit dem Sommer noch nicht, den Teamspirit immer voll auf den Platz zu bringen. Solange wir das nicht hinbekommen, wird es schwierig", erkärte Schadeberg.

Weil letztlich beide Teams zwar Wille und Kampf auf den rutschigen Rasen brachten, von Abschlussqualität aber wenig zu sehen war, blieb es beim Remis, das keinem weiterhilft.

Für Stadtallendorf ist es nach sieben Niederlagen in der Fremde der erste Auswärtszähler der Saison, Gießen immerhin kann von sich behaupten, aus den drei Spielen nach der Wiederaufnahme des Regionalliga-Betriebs vier Zähler gesammelt zu haben.

Trotzdem verharren beide mittelhessischen Teams im tiefsten Tabellenkeller. Der FC verbesserte sich dank der 1:8-Niederlage des TSV Schott Mainz und dem nun besseren Torverhältnis auf Rang 20, die Eintracht bleibt vorerst recht deutlich Letzter.

Stadtallendorf wurde von Gino Parson gecoacht

Während Stadtallendorf, am Samstag übrigens durch die Quarantäne von Dragan Sicaja offiziell vom Gießener Gino Parson gecoacht, damit in die kurze Winterpause geht, steht für Gießen am Mittwoch noch das Gastspiel bei der Reserve des FSV Mainz 05 (15 Uhr) an.

Verzichten müssen die Rot-Weißen dabei dann vermutlich auf ein Trio: Sowohl Niclas Mohr als auch Milad Salem und Aykut Öztürk mussten angeschlagen frühzeitig ausgewechselt werden (siehe Extra-Bericht). Genaue Diagnosen werden am heutigen Montag erwartet.

FC Gießen: Löhe - Weiß, Boras, Starostzik, Mohr (44. Markovic)- Münn, Hofmann - Erkilinc (65. Korzuschek), Hodja, Salem - Öztürk (59. Mansfeld).

Eintracht Stadtallendorf: Abramowicz - Gaudermann, Fisher, Phillips, Schadeberg - Zildzovic (65. Vogt), Aral, Arifi - Döringer, Grönke (52. Heuser) - Nolte (40. Williams).

Im Stenogramm: Tore: 1:0 (45.) Starostzik, 1:1 (46.) Williams. - SR: Eckerman (Winnengen).

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