Szenen aus dem letzten Treffen im Vorjahr vor 900 Zuschauern: Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 26. Oktober 2019, trennten sich der FC und Aalen im Waldstadion 1:1. FOTO: HF
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Szenen aus dem letzten Treffen im Vorjahr vor 900 Zuschauern: Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 26. Oktober 2019, trennten sich der FC und Aalen im Waldstadion 1:1. FOTO: HF

FC Gießen

FC Gießen reist ohne sieben Spieler nach Aalen

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Die Vorzeichen sind dürftig: Als Vorletzter der Regionalliga reist der FC Gießen binnen vier Tagen zweimal durch’s halbe Land - und das ohne sieben Akteure. Jetzt gilt es, zusammenzurücken.

Ohne Sieben reist der FC Gießen heute um 12 Uhr von der Lahn aus in die Ostalb nach Aalen, wo der VfR in der Fußball-Regionalliga Südwest (19 Uhr) wartet. Am Nachmittag wird der FC-Tross gemeinsam essen und spazieren gehen, ehe es in die Arena geht und das Ziel anvisiert wird, Punkte bei einem direkten Kontrahenten zu sammeln.

Angehen wird das Team von Trainer Daniyel Cimen dieses Vorhaben ohne sieben Akteure: Neben Torhüter Nils Ellenfeld und den beiden Innenverteidigern Hendrik Starostzik und Jure Colak fehlen weiterhin Außenverteidiger Eduardo Landu Mateus sowie die Kreativspieler Milad Salem und Dren Hodja.

Zudem hat sich der flexible Offensivspieler Jann Bangert, zuletzt fünfmal in Folge in der Startelf, eine Oberschenkel-Verletzung zugezogen, er fällt mit Verdacht auf Faserriss ebenfalls aus.

"Wir werden uns mit allem, was wir noch haben, dagegen stemmen und versuchen, die Null zu halten", sagt Cimen. Kein Gegentor zu kassieren gelang dem FC Gießen, der nach dem Wochenende auf den vorletzten Tabellenplatz gerutscht ist, in dieser Saison noch nie - ein weiteres Problem neben der zuletzt beklagten mäßigen Chancenverwertung.

Stürmer Aykut Öztürk, der am Samstag erstmals in dieser Saison traf, erkennt die mangelnde Effektivität und sagt: "Wenn du unten stehst, hast du etwas mehr Pech. Aber Vereine wie Pirmasens oder Alzenau, die viele unten eingeordnet haben, machen Sachen besser als wir, sonst hätten sie nicht deutlich mehr Punkte. Wir müssen einen Schritt mehr machen."

Gelingen soll das beim VfR Aalen, einem stolzen Verein, der seit der Saison 2010/11 durchgehend 2. oder 3. Liga spielte - bis zum Abstieg in die Regionalliga 2018/19. Finanziell machte sich der Gang in die vierte Liga bemerkbar, das komplette Team wurde ausgetauscht, nur Torhüter-Routinier Daniel Bernhardt, seit elfeinhalb Jahren im Verein, blieb.

Der Spieleretat der Aalener beläuft sich Schätzungen zufolge aktuell auf 900 000 Euro - Konstanz bekommt das Team von Trainer Roland Seitz allerdings nicht in seine Leistungen. Im Vorjahr rangierte der VfR in der Endabrechnung direkt vor Gießen auf einem Relegationsplatz gen Liga fünf, auch nun steht Aalen auf Platz 17 in Reichweite zum FC. "Sie sind nicht weit weg", weiß Cimen - und doch stehen sie vor Gießen.

Zuletzt kassierten die Hausherren ein 1:6 beim FC Homburg - "wir können davon ausgehen, dass alle Sinne geschärft sind." Mit dem jungen Team, angeführt von den erfahrenen Frederic Löhe, Nikola Trkulja und Aykut Öztürk will der FC Gießen auch ergebnismäßig zurückfinden in die Erfolgsspur - schon am Freitag (18.30 Uhr) geht es dann zum nächsten Auswärtsspiel nach Balingen. Cimen: "Am Mittwoch und Donnerstag wird regeneriert, bevor wir die nächste Reise antreten." Ein Erfolgserlebnis dürfte das Bewältigen der aktuellen Strapazen merklich erleichtern.

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