SK Gießen II hat Rang drei fest im Visier

(fjd) Von Favoritensiegen geprägt war der siebte Spieltag der Schach-Verbandsliga Nord, sodass die Reihenfolge in der Tabelle unverändert blieb. Dies gilt auch für den SK Gießen II (4,5:3,5 über den SC Fulda), der weiter Dritter ist. Mit Turm Bad Hersfeld (1:13 Punkte) steht der erste Absteiger zwei Spieltage vor Saisonende fest.

(fjd) Von Favoritensiegen geprägt war der siebte Spieltag der Schach-Verbandsliga Nord, sodass die Reihenfolge in der Tabelle unverändert blieb. Dies gilt auch für den SK Gießen II (4,5:3,5 über den SC Fulda), der weiter Dritter ist. Mit Turm Bad Hersfeld (1:13 Punkte) steht der erste Absteiger zwei Spieltage vor Saisonende fest.

SK 1858 Gießen II - SC Fulda 4,5:3,5: Zumindest die drei Spitzenbretter Vitali Ugoluk, FM Paul Kloninger und Matthias Berndt dürften an dem überraschenden Fuldaer Abrutschen unschuldig sein, gingen dort doch von 21 Partien der laufenden Saison nur eine Einzige (!) verloren. Nur knapp zehn Alibi-Züge absolvierten Ugoluk und Gießens Viktor Peshekhonov, ehe die beiden Senioren aus der ehemaligen Sowjetunion nach dem Remis in einem Gießener Café beim Teetrinken über vergangene Schacherlebnisse sprachen. Auch am fünften Brett machten die Gäste trotz Anzugsvorteil keinerlei Gewinnversuche. Martin Kersting entschied sich gegen die von Gießens Christoph Driftmann gewählte Rubinstein-Variante der Französischen Verteidigung (1. d4 Sf6 2. Sc3 d5 3. Lg5 e6 4. e4 de4: usw.

) für die lange Rochade, willigte aber offenbar aus Respekt vor dem mit a6 + b5 eingeleiteten schwarzen Gegenspiel bereits im 16. Zug in die Punkteteilung ein. Ebenfalls im Gleichgewicht blieb die "Preußische Partie" (1. e4 e5 2. Lc4 Sf6 3. d3 Sc6 4. Sf3 usw.) zwischen Thomas Sunder und Fide-Meister Paul Kloninger. Etwas schmeichelhaft war der halbe Zähler für Klaus Henzelmann, der in der Skandinavischen Verteidigung (1. e4 d5 2. ed5: Sf6 3. Sf3 Sd5: 4. d4 Lg4 5. h3 Lh5 usw.) etwas einseitig auf Raumvorteil am Königsflügel setzte, dabei aber die Entwicklung seiner Damenflügel-Offiziere (Sb1, Ta1 usw.) vollkommen verschlief. Fuldas Dr. Norbert Sehn fand allerdings den "tödlichen Ausheber" nicht.

Die erste entschiedene Partie des Wettkampfs ging auf das Konto von Altmeister Gerhard Orwatsch, der dem A-Jugendlichen Marius Fritz in der Folterkammer des "Londoner Systems" (1. d4 f5 2. Sf3 g6 3. Lf4 Lg7 4. e3 usw.) die positionellen Daumenschrauben anlegte. Die Führung der Oberliga-Reserve war allerdings nur von kurzer Dauer, da Teamchef Peter Rudolph etwas unschlüssig agierte und in annähernd ausgeglichener Position (!) im 32. Zug die Bedenkzeit überschritt.

Eine starke Leistung bot dafür der am Gießener Klinikum tätige Dr. Lutz Konrad gegen Dr. Matthias Kierzek. Aus dem Trompovsky-System (1. d4 d5 2. Lg5 Sf6 3. Lf6: ef6: usw.) startete Konrad einen Minoritätsangriff am Damenflügel und konnte seinen Springer auf das strategisch wichtige Feld c5 etablieren. Durch eine taktische Abwicklung erreichte Konrad den stattlichen Mehrbesitz von Qualität und (!) zwei Mehrbauern, wobei der Fuldaer die überfällige Partieaufgabe noch eine Zeit lang in die Länge zog (4:3). Auch Erwin Dios konnte mit seinem Alt-Benoni (1. d4 c5 2. d5 d6 3. c4 e5 usw.) seiner Kontrahentin Mira Kierzek im Zeitnotduell eine Qualität herausschrauben, wobei Kierzek zu Unrecht Gewinn durch Bedenkzeitüberschreitung reklamierte. Bei der Rekonstruktion des Partie wurde festgestellt, dass die notwendigen 40 Züge bereits absolviert waren. Um den Gesamtsieg der Mannschaft zu sichern, verzichtete Dios auf die Realisierung seiner Gewinnstellung und forcierte stattdessen den Remisschluss durch ein Dauerschach (4,5:3,5).

Gießen II - Fulda 4,5:3,5: Brett 1: FM Peshekhonov - Ugoluk ?; 2: Sunder - FM Kloninger ?; 3: Rudolph - Berndt 0:1; 4: Dr. Konrad - Dr. Kierzek 1:0; 5: Driftmann - Kersting ?; 6: Henzelmann - Dr. Sehn ?; 7: Dios - Mira Kierzek ?; 8: Orwatsch - Fritz 1:0.

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