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FC Gießen nach Pokal-Aus: "War eine Riesenchance"

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Der FC Gießen hat den Einzug in das Finale des Fußball-Hessenpokals auf die unglücklichste Art und Weise verpasst. Entsprechend getrübt ist die Stimmung.

Am Ende ist Markus Müller der tragische Held des FC Gießen. Der Stürmer, der bei seiner Einwechslung in der Verlängerung des Halbfinales im Fußball-Hessenpokal noch mit "Mü"-Rufen gefeiert wurde, vergab zunächst in der 120. Minute beim Stand von 1:1 die letzte Chance im laufenden Spiel. Kurz danach war er es, der den ersten und zugleich entscheidenden Elfmeter verschoss. Der FC Gießen hat das Halbfinale im Baunataler Parkstadion über weite Strecken dominiert, war über 40 Minuten lang in Überzahl – und unterlag trotzdem.

Im Elfmeterschießen war Schluss für die Gießener – der Einzug ins Finale des Hessenpokals und die gleichzeitige Chance auf den DFB-Pokal dahin. "Es war eine Riesenchance in dieser Konstellation", wusste FC-Geschäftsführer Jörg Fischer. "Und wir haben sie leider vertan. Wir waren im gesamten Spiel nicht so wirklich präsent meiner Meinung nach, haben aus dem Spiel heraus kaum Torchancen herausarbeiten können."

Trainer Daniyel Cimen wusste, "dass wir zwar mit zunehmender Spieldauer die Kontrolle hatten. Aber den einen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen muss, ist der, dass wir in über 40 Minuten Überzahl kein Tor zustande bekommen haben."

Über 200 Anhänger des FC Gießen machten die Partie beim Ligakonkurrenten KSV Baunatal zum gefühlten Heimspiel. Lautstark feuerten sie ihr Team über die gesamte Partie an – und zunächst sah alles danach aus, als ob der FC Gießen, in der Liga souveräner Tabellenführer, seiner Rolle gerecht werden würde. Nach 15 Minuten gingen die Gäste verdientermaßen in Führung.

Damjan Marceta wurde von Baunatals Niklas Künzel völlig unnötig im Strafraum gefoult, sodass Schiedsrichter Joshua Herbert keine andere Wahl blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Timo Cecen verwandelte den Strafstoß und brachte Gießen mit 1:0 in Führung. Doch diese hielt nur vier Minuten. Baunatal fand eine Lücke in der FC-Verteidigung, Nico Schrader musste nach einem schön herausgespielten Konter nur noch zum 1:1 (19.) einschieben. "Danach haben wir ein bisschen den Faden verloren", analysierte Gießens Trainer Daniyel Cimen.

Vor allem in der ersten Hälfte kam Baunatal das ein ums andere Mal gefährlich vor das Tor der Gießener, das im Pokal von Ersatzkeeper Tolga Sahin gehütet wurde. Gießen selbst wurde nur selten gefährlich. Baunatal schaffte es mit einer aggressiven, offensiven 4-3-3-Verteidigung, das sonst gewohnte Kombinationsspiel des FC zu unterbinden.

Das änderte sich im zweiten Durchgang zwar etwas, doch wirklich gefährlich wurde es erst in der 85. Minute: Damjan Marcetas Seitfallzieher verfehlte das Tor nur um Zentimeter. Es war die einzige nennenswerte Großchance im zweiten Durchgang. In der 84. Minute, kurz zuvor also, sah Baunatals Felix Schäfer Gelb-Rot, nachdem er im Zweikampf den Ellenbogen ausgefahren hatte.

In der Verlängerung drückte Gießen zwar kontinuierlich, schaffte es aber wie schon in den 90 Minuten zuvor selten, Torchancen zu kreieren. So ging’s ins Elfmeterschießen. Kurz zuvor wurde noch der eigentliche Stammtorhüter Frederic Löhe eingewechselt, um als Matchwinner zu fungieren. Er war bei den ersten drei Strafstößen in der richtigen Ecke, konnte aber keinen Ball halten. Weil Müller der einzige Akteur war, der verschoss, konnten die Baunataler kurz darauf jubeln.

Für Erdinc Solak hatte das Pokal-Aus zudem die Folge, dass er mit einer Innenbanddehnung im Knie für die nächste Hessenliga-Partie wohl ausfällt.

KSV Baunatal: Bielert – Künzel, Pforr, Müller, Schäfer, Möller, Schrader, Blahout, Borgardt, Krengel, Springer.

FC Gießen: Sahin (120. Löhe) – Antonaci, Spang, Nennhuber, Lekaj – Fink – C. Kara (62. Hofmann), Solak (81. Michel), Cecen, Koyuncu – Marceta (98. Müller).

Im Stenogramm: Tore: 1:0 (15., Foulelfmeter) Cecen, 1:1 (19.) Schrader. – Zuschauer: 1200. – Schiedsrichter: Herbert (Nüstetal).

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