Nico Rinderknecht verlässt den FC Gießen im Sommer auf eigenen Wunsch. (Foto: Friedrich)
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FC Gießen

FC Gießen: Lange Ligapause und 10 000 Euro Rettungsgelder

Die Fußball-Regionalliga Südwest und der FC Gießen pausieren wegen Corona nun mindestens bis zum 20. April. Rund 10 000 Euro hat der FC an Rettungsgeldern bisher eingenommen.

Mit dem 22-jährigen Nico Rinderknecht verlässt ein Ur-Gießener den FC Gießen auf eigenen Wunsch nach der Regionalliga-Spielzeit - ob und wann diese überhaupt fortgesetzt wird, steht in den Sternen. Das Ergebnis der gestrigen Videokonferenz aller Südwest-Regionalligisten: Der Spielbetrieb wird bis mindestens 20. April ausgesetzt.

Acht Regionalliga-Spieltage fallen vorerst aus

Damit fallen vorerst acht Spieltage aus - auf dem Internet-Portal Fußball.de gelten die betroffenen Partien bereits als abgesetzt. Trainiert wird beim FC ebenfalls nicht - das Gießener Sportamt gab gestern bekannt, dass die Sportplätze bis mindestens 19. April gesperrt bleiben. Auch das ursprünglich für den 8. April terminierte, in puncto Zuschauereinnahmen so wichtige Hessenpokal-Halbfinale im Waldstadion gegen den TSV Steinbach, ist vertagt.

Rund 20 Retter-T-Shirts verkauft

Wie hart die Spielpause, bedingt durch den Coronavirus, den ohnehin finanziell angeschlagenen FC Gießen trifft,, ist offen. Fest steht: Der Rettungsplan mit dem gegründeten Club der 200, für den 200 Personen gesucht werden, die je 1000 Euro zur Rettung des Vereins beitragen, läuft an. Dem FC fehlen weit über 200 000 Euro zur Restfinanzierung der laufenden Saison. Bis zum Dienstagabend gingen auf das gegründete Konto zur Rettung 10 000 Euro ein - ein solider Anfang.

Rund 20 Retter-Shirts wurden bislang zudem für den Preis von 20 Euro verkauft, die Summe von 400 Euro wird verdoppelt durch das Engagement der FC-Fans. Diese hatten sich eine eigene Ticketvariante mit dem Aufdruck des Club der 200 ausgedacht und diese zu verschiedenen Preisen angeboten. Marc Zimmermann von den Supporters Gießen: "Interessierte sollen uns auf Facebook anschreiben, sie bekommen dann eine E-Mail mit dem PDF-Dokument und die Bankverbindung des FC."

Die Zeit drängt

Das Coronavirus hat die Lage um den FC noch einmal verkompliziert. Die Zeit bis zur finanziellen Rettung drängt. "Wir brauchen bis zum 31. März finanzielle Klarheit", hatte Sebastian Wessel, neuer Berater des FC Gießen, letzte Woche gesagt. Sollten die fälligen Zahlungen an die Berufsgenossenschaft nicht getätigt werden können, droht ein Insolvenzantrag durch Dritte. Durch Corona könnten die BG-Gelder nun aber womöglich ausgesetzt werden, auch die Kurzarbeit ist ein Thema.

Wer den FC Gießen weiterhin unterstützen möchte, meldet sich telefonisch in der neu eingerichteten Geschäftstelle im Waldstadion (0641/32075834) oder per E-Mail (info@fc-giessen.com). Seit gestern ist der Umzug der Geschäftsstelle von Linden nach Gießen endgültig vollzogen.

Rinderknecht geht zurück nach Bayern

Vor allem wegen der finanziell unklaren Situation hat der zentrale Mittelfeldspieler Nico Rinderknecht die Vereinsführung um die Trennung im Sommer gebeten. Der Gießener besaß noch einen Kontrakt bis Sommer 2021, gültig allerdings nur für die vierte Liga. Ab dem Sommer spielt er nun für den Bayern-Regionalligisten FC Schweinfurt.

"Ich glaube, es ist bekannt, dass der Verein finanzielle Probleme hat", sagt Rinderknecht. "Ich bin vor der Saison aus Überzeugung gekommen, hatte eine schwierige, aber auch sehr schöne Zeit beim FC. Besonders hat es mich gefreut, in meiner Heimat vor vielen Freunden zu spielen. Ich werde bis zum Schluss alles für den Verein geben."

Rinderknecht, aktuell verletzt, kommt bisher auf 19 Regionalligaeinsätze für den FC, war an drei Treffern beteiligt. Zuletzt hatte den FC im Winter bereits der leistungsstarke Innenverteidiger Kevin Nennhuber auf eigenen Wunsch verlassen.

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