Aus vollem Lauf zieht Andrej Markovic (27) ab und hätte beim Testspiel-1:0 gegen Hessenligist SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fast noch auf 2:0 für den Fußball-Regionalligisten FC Gießen erhöht. FOTO: FRIEDRICH
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Aus vollem Lauf zieht Andrej Markovic (27) ab und hätte beim Testspiel-1:0 gegen Hessenligist SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fast noch auf 2:0 für den Fußball-Regionalligisten FC Gießen erhöht. FOTO: FRIEDRICH

Fußball

FC Gießen glückt die Generalprobe

Im Glutofen Waldstadion gewinnt Fußball-Regionalligist FC Gießen das Testspiel gegen Barockstadt Fulda-Lehnerz mit 1:0 (0:0).Die Generalprobe für das Hessenpokal-Halbfinale ist.

Wären die 131 Zuschauer nur in der Schlussphase, den letzten 15 Minuten, im Waldstadion präsent gewesen, hätten sie eine wirklich gute Begegnung mit spannenden Strafraumszenen und tollen Paraden der Schlussmänner registrieren können. Und den famosen Siegtreffer zum 1:0 des FC Gießen im Freundschaftsspiel gegen den Hessenligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

Betrachtet man die gesamten 90 Minuten - unter Gluthitze und zumeist sengender Sonne - dann fällt das Fazit wesentlich nüchterner aus. Unwillkürlich denkt man an eine in die Hose gegangene Generalprobe für das Hessenpokal-Halbfinale am kommenden Samstag zuhause gegen den Ligakonkurrenten TSV Steinbach Haiger. Zumindest konnte ein möglicher Spion des Vereins keine bedeutsamen Erkenntnisse mit in den Haigerer Stadtteil nehmen. In dieser Woche noch viel zu tun bleibt für FC-Trainer Daniyel Cimen. Zwar war es kein langweiliges Spiel, doch beim Gastgeber war viel Sand im Getriebe.

Als richtig unangenehmer Gegner präsentierte sich der Hessenligist aus der osthessischen Barockstadt, stand hoch und attackierte bereits ab gegnerischem Strafraum. Der FC passte sich der Taktik der Gäste an. Statt einen geordneten Spielaufbau zu forcieren, wurde der Ball viel zu lange gehalten. Manch ein Spieler versuchte, in Zweikämpfen zu brillieren, was nicht selten schief ging. Der Gast andererseits attackierte oft mit zwei Spielern zugleich und unterband dadurch jeglichen Spielfluss. Kam es zu einem Pass auf Gießener Seite, war er oft schlecht adressiert.

Auch aus unbedrängten Ballsituationen geschah dies viel zu oft. Paradebeispiel dafür war ein 30-Meter-Steilpass in den freien Raum von Eduardo Mateus in der 43. Minute. Weit und breit war da kein einsatzbereiter Mitspieler als Balleroberer zu finden. Probleme bereiteten auch diverse ungenaue Rückgaben, die den Gästen hier und da gute Torchancen eröffneten.

Elfmeter pariert

Desgleichen die Ecken, und das auf beiden Seiten. Entweder griffen die Torhüter daneben oder die Angreifer verfehlten mit ihrem Kopf den hohen Ball. Dieses besondere Manko zeigte sich auch bei einem Freistoß aus dem Halbfeld in der zehnten Spielminute, den Milad Salem ausführte. SG-Schlussmann Tobias Wolf wollte sich im Luftkampf mit Aykut Öztürk den Ball schnappen, was ihm jedoch nur mit einem Foulspiel gelang. Schiedsrichter Marcel Rühl ahndete dies mit einem Elfmeterpfiff. Wer weiß, wie das Spiel in der Folgezeit verlaufen wäre, hätte Salem den Elfer platzierter geschossen. So jedoch konnte Wolf den flachen Schuss parieren - und am dahinplätscherten Spielgeschehen änderte sich wenig.

Erst als Cimen nach einer Stunde Spielzeit Tim Korzuschek und Andrej Markovic für Mateus sowie Aykut Öztürk einwechselte, bestimmte Gießen stärker das Spielgeschehen. Doch ist die Ursache dafür mehr in der parallel geschehenen gleich siebenfachen Auswechslung auf Gegnerseite zu suchen.

Gerade waren eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff Sascha Heil und Sebastian Butz für Hendrik Starostzik sowie Zeki Erkilinc eingewechselt worden, wurde die Partie so richtig spannend. In der 78. Minute gab es aus 25 Metern den ersten richtigen Torschuss zu verzeichnen. In der 83. zielte Markovic aus spitzem Winkel knapp am langen Eck vorbei. Eine Minute danach fiel wie aus heiterem Himmel das 1:0 der Gastgeber. Louis Münn zog aus 25 Metern ab. Granatengleich schlug der Ball unter der Torlatte ein, Gäste-Torhüter Benedikt Kaiser nicht den Hauch einer Abwehrchance lassend.

In den verbleibenden sechs Minuten hätte Gießen das Ergebnis noch etwas höherschrauben können. Butz drosch nach flacher Flanke aus fünf Metern den Ball übers Gehäuse (85.) und SG-Keeper Kaiser musste in der 88. sein ganzes Können gegen einen 22-Meter-Schuss von Markovic aufbieten.

FC Gießen: Sahin (ab 46. Löhe); Weiß, Colak, Starostzik (ab 76. Heil), Mateus (ab 61. Markovic), Münn, Hofmann, Takehara, Salem, Erkilinc (76. Butz), Öztürk (61. Korzuschek).

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