Hallenfußball

FC Gießen entthront Vorjahressieger

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Der FC Gießen hat den Bauhaus-Stadtpokal im Hallenfußball gewonnen. Im Endspiel gegen Titelverteidiger MTV 1846 Gießen avanciert Torhüter Tolga Sahin zum Matchwinner.

Der FC Gießen setzte sich am Samstagabend in einem packenden Endspiel mit 6:5 nach Neunmeterschießen gegen den Vorjahressieger MTV 1846 Gießen durch und kann sich damit erstmals in seiner noch jungen Vereinsgeschichte mit dem Titel "Bauhaus-Stadtpokalsieger" schmücken. In einer weitgehend mit Akteuren des Verbandsligakaders an den Start gegangenen Siegerelf avancierte Hessenliga-Keeper Tolga Sahin mit zwei gehaltenen Neunmetern im Finale zum Matchwinner der Elf von Spielertrainer Gino Parson. FC-Akteur Semih Kahveci setzte sich mit zwölf Turniertreffern die Torschützenkrone auf, während Jonas Zehler vom TSV Klein-Linden als bester Torwart des Turniers ausgezeichnet wurde.

Die Zwischenrunde

Im Duell mit seinem Bruder Nino setzte sich Gino Parson mit seinem FC Gießen zum Auftakt der Zwischenrunden-Gruppe 1 mit 6:0 gegen die FTSG Gießen durch. Mit einem 3:1-Erfolg über den TSV Klein-Linden ebnete sich der FCG früh den Weg ins Halbfinale, in welches man mit einem 7:0-Kantersieg über die TSG Wieseck letztlich als Sieger der Gruppe A souverän einzog. Die technischen Kabinettstückchen des 39-Jährigen Gino Parson waren dabei das Salz in der Suppe.

Der TSV Klein-Linden kam zum Auftakt trotz eines Chancenplus nicht über ein 1:1 gegen die TSG Wieseck hinaus, für die Emre Alp in den Schlusssekunden für ein schmeichelhaftes Remis sorgte. Da sich die FTSG Gießen durch den 1:0-Siegtreffer von William Belloff jr. über die TSG Wieseck somit die bessere Ausgangsposition geschaffen hatten, mussten Julian Dietrich und Co. im abschließenden Spiel gegen die Elf von der Liebighöhe auf alle Fälle gewinnen, um die Chancen auf den siebten Stadtpokalsieg zu wahren. Marco Knauss ebnete beim 6:1 über die FTSG Gießen mit drei Treffern doch noch den Weg in die Runde der letzten Vier.

Titelverteidiger MTV 1846 Gießen mühte sich zum Auftakt der Zwischenrunden-Gruppe 2 zu einem 2:1-Erfolg über den Kurdischen FC Gießen. Keeper Tim Diz hielt den Sieg der Männerturner bei einem Schuss von Merih-Can Günes in den Schlusssekunden mit einer Glanzparade fest. In einem zunächst auf Augenhöhe geführten Weststadtduell brachte Patrick Walldorf den ASV Gießen mit einem Schuss aus spitzem Winkel gegen den 1. SC Sachsenhausen mit 2:1 in Front. Murat Gedik und Osman Polat sorgten schließlich für klare Verhältnisse zugunsten der Watzke-Elf, die sich anschließend in einer teilweise ruppig geführten Partie mit 4:1 gegen den Kurdischen FC Gießen durchsetzen konnte. Der Spitzenreiter der A-Klasse Gießen brachte sich mit mehreren Zeitstrafen selbst um den Lohn der Arbeit. Unschöner Höhepunkt waren die beiden roten Karten, die Sezgin Demir und Serdal Kurt vom Kurdischen FC Gießen jeweils nach Schiedsrichterbeleidigungen sahen. Da sich der MTV 1846 Gießen souverän mit 4:1 gegen den 1. SC Sachsenhausen durchgesetzt hatte, gingen die Gastgeber und der ASV Gießen punktgleich in die abschließende Zwischenrundenpartie. Den Weststädtern hätte ein Remis gereicht, um dem favorisierten FC Gießen im Halbfinale aus dem Weg gehen zu können. Zwar brachte Tobias Winter die Männerturner vom Anpfiff weg mit 1:0 in Führung, doch durch den 1:1-Ausgleich von Jerome Lewerenz hielt die Watzke-Elf die Trümpfe weiter in ihrer Hand. Erst am Ende setzte sich der Gruppenligist durch Tore von Yannik Thielemeier und Mahir Marankoz (2) 4:1 durch.

In einem Einlagespiel trennten sich anschließend die Integrationself des MTV 1846 Gießen und die ID-Elf des TSV Klein-Linden mit 5:5. Umjubelter Akteur war dabei Florian Pessnitzer, der für seine drei Tore donnernden Applaus der mehr als 1000 Zuschauer erhielt.

Die finalen Partien

Im 1. Halbfinale schien der MTV 1846 Gießen nach Toren von Mahir Marankoz und Yannik Thielemeier einem klaren Sieg gegen den TSV Klein-Linden entgegenzusteuern. Nawid Kolah-Ghoutschi und Marco Knaus glichen zum 2:2 aus, ehe MTV 1846-Keeper Tim Diz seine Elf sogar mit einer Glanzparade ins Neunmeterschießen retten musste. Hier setzte sich die Elf des Gastgebers mit 6:3 durch und zog als erstes Team ins Endspiel ein.

Im 2. Semifinale brachte Tim Karl den ASV Gießen mit 1:0 in Führung – und die Osthalle zum Kochen. Auf den Rängen erklang der Anfeuerungsruf "ASV, ASV" und ließ den favorisierten FC Gießen wackeln. Christian Moura glich zum 1:1 aus, ehe Brian Mukasa nach einem Doppelpass mit der Bande und Shamil Mazitov die Parson-Elf zwei weitere Male jubeln ließen.

Im Spiel um Platz drei setzte sich der ASV Gießen durch Tore von Osman Polat, Jerome Lewerenz und Tim Karl mit 3:0 gegen den TSV Klein-Linden durch und wurde von seinen Fans mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Im Finale standen sich mit dem FC Gießen und dem MTV 1846 Gießen die beiden besten Teams der drei Turniertage gegenüber. Als Tobias Winter die Männerturner nach einem Pass von Marvin Dannewitz mit 1:0 in Führung schoss, schien eine Wiederholung des Vorjahrescoups für die Elf vom Heegstrauchweg möglich zu sein. Nach einem Foul von Tim Diz an Gino Parson verwandelte Brian Mukasa den fälligen Strafstoß zum 1:1-Ausgleich. Semih Kahveci brachte den Favoriten mit seinem 12. Turniertor mit 2:1 in Führung, doch Marvin Dannewitz erzwang nach einem Thielemeier-Pass kurz vor Schluss den Ausgleich. Als die Uhr nur noch zwei Sekunden anzeigte, bekam der FC Gießen einen letzten Freistoß zugesprochen. Mukasa passte, Parson traf – allerdings nach der Schlusssirene, was nach anfänglichen Protesten der FC-Spieler akzeptiert wurde.

Es folgte ein packendes Neunmeterschießen, bei dem FCG-Keeper Tolga Sahin gleich zu Beginn einem von Yannik Thielemeier abgegebenen Schuss parieren konnte. Die folgenden sieben Schützen trafen sicher, sodass ein zweiter von Tolga Sahin abgewehrter Schuss von Tobias Winter letztlich die Entscheidung brachte.

Während die FCG-Spieler den Turniersieg bejubelten, gratulierten Michael Delle und Co. überaus fair. Am Ende mussten sie sich nicht allzu sehr grämen, denn der MTV 1846 Gießen hatte sich nicht nur auf dem Hallenparkett, sondern auch zum zweiten Male in Folge als ein hervorragender Ausrichter des Gießener Traditionsturniers in der "Gudd Stub" an allen Tagen zwischen den Jahren präsentiert.

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