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FC Gießen: "Das Budget ist ausgeschöpft"

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Die Verletzung von FC-Gießen-Kapitän Vaclav Koutny wirft Fragen auf: Nach der weiteren Personalplanung und dem auslaufenden Vertrag des Verteidigers.

Der Kapitän kann bei der Finalisierung des großen Ziels Regionalliga-Aufstieg nicht mitwirken. Die Verletzung von Vaclav Koutny, Stammverteidiger des FC Gießen, bereitet Trainer Daniyel Cimen Sorgen. Immerhin steht dieser nun nur noch mit einem Linksverteidiger vor der Restrunde da, die am 24. Februar in Ginsheim beginnt. "Das Budget ist ausgeschöpft", sagt Cimen, der mit dem FC-Tross am Samstag von Frankfurt aus ins einwöchige Trainingslager in die Türkei fliegt.

Koutnys Ausfall wirft Fragen auf – vor allem, weil der Vertrag des 27-jährigen Fußballers im Sommer ausläuft.

Wie hat sich Kapitän Koutny die Verletzung zugezogen – und wie geht es für den Verteidiger nun weiter?

Im Freitagstraining letzte Woche zog sich Vaclav Koutny auf dem Kunstrasen in Kinzenbach den Wadenbeinbruch und den Riss des Syndesmosebandes zu. "Wir haben fünf gegen zwei gespielt, 30 Sekunden vorher habe ich noch Torhüter Stephen Jäckel getunnelt, alle waren gut gelaunt. Kurz darauf habe ich wieder den Ball bekommen und hätte einfach zwei Meter weiter zu Kevin (Nennhuber, Anm. d. Red.) spielen können. Ich wollte aber einen weiteren Spaß machen, hatte zwei Ideen im Kopf und bin dann mit dem rechten Standfuß weggerutscht und auf links gelandet. Jeder hat es knacken hören."

Koutny wird heute früh in die Marburger Uni-Klinik fahren und die Details für die Operation besprechen. Diese soll Ende dieser oder Anfang nächster Woche stattfinden. Mit einer Rückkehr noch in dieser Saison ist kaum noch zu rechnen.

Was bedeutet das für die Personalplanungen des FC Gießen?

Koutny agierte zuletzt zwar zumeist als Innenverteidiger, war zugleich aber der einzige Backup für Linksverteidiger Alban Lekaj. Der ist nun der einzige etatmäßige Außenverteidiger für die linke Seite. "Wir müssen hoffen, dass bei Alban nichts passiert, das Budget ist ausgeschöpft", meint Trainer Daniyel Cimen. Der Verein hat also signalisiert, dass mit diesem Kader in die Restrunde gegangen wird. Die Verpflichtungen der regionalligaerfahrenen Erdinc Solak und Frederic Löhe haben finanziell noch mal ins Gewicht geschlagen.

Auf der Innenverteidigerposition bleibt dem FC nun ein Trio mit Kevin Nennhuber, Oliver Laux (nächster Kapitän) und Christopher Schadeberg. Matthias Henn, nach Mittelhessen gekommen als Drittligaprofi von Hansa Rostock, zählt seit der Winterpause nicht mehr zum Kader der ersten Mannschaft. Er wird fest im Verbandsliga-Team spielen, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Dem Hessenliga-Team fehlen verletzungsbedingt momentan Stürmer Markus Müller (Nieren-OP) und eben Koutny.

Wird Koutny jetzt nie wieder für Gießen spielen – immerhin läuft auch sein Vertrag im Juni 2019 aus?

Es ist davon auszugehen, dass der 27-jährige Tscheche auch in der nächsten Saison im Waldstadion spielt. Der neue Zweijahresvertrag war schon ausgehandelt, Koutny wollte ihn in den nächsten Tagen unterschreiben. Trainer Cimen bestätigt: "Es gab Gespräche, man war sehr weit." Nun wartet der Verein wohl erst einmal ab, "ich würde eine Verlängerung befürworten", sagt der Coach über seinen bisherigen Kapitän, der in dieser Saison in 17 Hessenligaspielen auflief.

Da auch Koutny an der Lahn bleiben will, ist ein Verbleib wahrscheinlich. Daran ändert auch das Interesse von Daniel Steuernagel, Trainer der Offenbacher Kickers, nichts. Der 39-jährige Inheidener hält viel von Koutny, beide kennen sich aus Pohlheimer Zeiten und verstehen sich sehr gut. "Er ist ein guter Trainer und ich freue mich über das Interesse. Aber ich fühle mich hier in Gießen wohl, bin Kapitän und verstehe mich gut mit den Leuten. Ich hoffe, dass ich in Gießen bleiben kann."

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