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Groß ist die Freude beim Gießener Team über den fünften Platz in der Abschlusstabelle der Ruder-Bundesliga.

Rudern

Gießen-Achter jubelt über Rang fünf

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Schöner Saisonabschluss für den Gießen-Achter in der Ruder-Bundesliga. Die Mittelhessen belegen in der Endabrechnung den fünften Platz.

Rang fünf ist die beste Platzierung in der Geschichte des Gießener Flaggschiffs. Ermöglicht wurde dies durch eine nochmals starke Leistung und Rang sechs in der Tageswertung in Münster.

Im Zeitfahren gegen das Team aus Mülheim fuhren die Gießener einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein und sicherten sich mit der sechstschnellsten Zeit eine gute Ausgangslage für das Achtelfinale. Ein Krebs - ein Ruderfehler, bei dem das Blatt im Wasser hängen bleibt - verhinderte eine noch bessere Platzierung. Im folgenden Rennen trafen die Gießener auf Witten. Wieder konnten die Hessen ihre Paradedisziplin, ihren schnellen und spritzigen Start, ausspielen und setzten sich früh vor das Team aus dem Ruhrgebiet. Immer weiter bauten sie ihren Vorsprung aus und kamen mit einer dreiviertel Bootslänge Vorsprung als Erste über die Ziellinie. Im Viertelfinale lag dann der Wurzen-Achter neben Gießen in den Startblöcken. Der Start gelang den Ruderern von der Lahn, doch auch Wurzen katapultierte sich förmlich aus den Startblöcken. Beide Mannschaften trieben ihre Boote durch den Münsteraner Aasee. Nach rund 100 Metern hatten sich die Sachsen vor die Gießener gesetzt, doch die ließen nicht locker. Mit hoher Frequenz holten sie Schlag um Schlag auf. Steuerfrau Marina Warncke trieb ihre Ruderer zur Höchstleistung, und so schoben sie mit einem früh angesetzten Endspurt ihren Bugball am Wurzener Boot vorbei. Die Wurzener reagierte sofort. 50 Meter vor dem Ziel erhöhten sie im Endspurt ebenfalls noch mal das Tempo. Bugball an Bugball flogen beide Boote über die Ziellinie. Die Zeit, bis die Schiedsrichter das Zielfoto ausgewertet hatten, zog sich für Sportler und Zuschauer schier endlos hin. Ein Sieg für Gießen würde bedeuten, dass sie zum ersten Mal in der Saison um die Plätze eins bis vier und damit um Edelmetall mitfahren würden. So groß die Spannung, so groß der Jubel - allerdings bei Wurzen. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von vier Hundertstelsekunden entschieden die Wurzener das Rennen für sich. Die Enttäuschung war den Gießenern zwar anzusehen, doch Felix Weber nahm es sportlich: "Das war ein Duell auf Augenhöhe. Wir sind ein gutes Rennen gefahren und haben alles gegeben. Am Ende hat dann eben das Quäntchen Glück gefehlt", sagte der Ruderer.

Nach der verpassten Chance auf das Treppchen packten die Gießener ihren Frust in das Halbfinale gegen Hameln. Mit einem nahezu perfekten Start setzten sich die Hessen schon nach wenigen Schlägen vor die Niedersachsen und ließen sich den Vorsprung bis ins Ziel nicht mehr nehmen. Im letzten Rennen der Saison kam es dann zu einer Neuauflage des Hessenderbys gegen den Domstadt-Achter aus Wetzlar und Limburg. Nachdem sich die Limburger auf der ersten Hälfte etwas Vorsprung herausruderten, konterte Gießen mit einem kräftigen Zwischenspurt. Kurz vor dem Ziel waren es aber die Domstädter, die noch mehr Körner hatten. Mit 15 Hundertstel Vorsprung entschieden sie das Rennen für sich. Doch das konnte die Stimmung nur kurz trüben. Grund zur Freude hatten die Gießener nämlich trotzdem: Sie kamen in Münster auf Platz sechs in der Tageswertung. Damit zogen die Mittelhessen am letzten Renntag in der Tabelle an Hannover vorbei und beendeten die Saison auf Platz fünf - der besten Platzierung in der Geschichte des Gießener Flaggschiffs. "Wir haben es geschafft, das Boot auf ein hohes Niveau zu bringen. Die Mannschaft ist in diesem Jahr technisch noch mal besser und schneller geworden", bilanzierte Trainer Rainer Koppmann. "Das harte Training hat sich ausgezahlt. Es hat richtig Spaß gemacht, diese Weiterentwicklung zu beobachten." Das sieht auch Schlagmann Johannes Birkhan so: "Wir haben über die gesamte Saison hin eine stabile Leistung gezeigt. Es ist schön zu sehen, wie sich die Arbeit des Teams auszahlt." Teamchef Eric Baumann bilanzierte: "Unser Ziel war das obere Tabellendrittel. Ich bin stolz auf die Mannschaft, dass wir das erreicht haben. Wir haben uns nach dem Rückschlag in Minden nicht hängen lassen, sondern weitergemacht", so der Teamchef. "Das war eine starke Saison."

In Münster ruderten Johannes Birkhan, Sven Keßler, Fabian Kröber, Johannes Brück, Daniel Hartmann, Paul Itting, Nils Branden, Felix Weber, Nico Weber und Michel Zörb, gesteuert von Marina Warncke.

Bundesliga-Endstand

1. Hauptstadtsprinter Berlin 89

2. Münster-Achter 85

3. Minden "Team Black" 79

4. Domstadtachter Wetzlar/Limburg 68

5. Sparkasse-Gießen-Achter 62

6. Wurzen-Achter 61

7. Maschseeachter Hannover 59

8. Hameln-Weserbergland-Achter 52

9. Crefelder Ruder-Club 44

10. Lokomotive Bremen 42

11. Salzland-Achter Bernburg 37

12. Sprintteam Mülheim 35

13. Ruder-Club Witten 33

14. Mainzer Achter 31

15. Germania-Achter Frankfurt 27

16. Achter Dresden 19

17. Waldsee 8er 18

18. Travesprinter Lübeck 14

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