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In der ersten Hälfte trägt Jonathan Stark mit 17 Punkten die Gießen 46ers, in der zweiten Hälfte ist von ihm bei der 78:95-Niederlage gegen Hamburg mit Maik Kotsar (l.) und T.J. Shorts (r.) allerdings nichts mehr zu sehen.

Basketball-Bundesliga

Gießen 46ers zeigen nur 20 starke Minuten

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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Schade, 46ers: Gegen Hamburg ist mehr drin. Zur Halbzeit liegen die Gießener nach einer imposanten Dreier-Show mit 46:41 in Führung. Sie verlieren in der zweiten Hälfte aber den Faden komplett.

Es hätte ein »Big Point« im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga werden können, doch am Ende gab es lange Gesichter bei den Gießen 46ers: Zwei Tage nach dem 97:93-Sieg in Oldenburg sah es am Sonntagabend in der ersten Hälfte gegen die Hamburg Towers so aus, als ob die 46ers die zweite Überraschung dieses Wochenendes schaffen würden. Doch nach einer guten Vorstellung und einer Dreier-Show fielen die 46ers in der zweiten Halbzeit auseinander und kassierten noch eine 78:95-Niederlage. Damit liegen die 46ers weiter vier Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz. Trainer Rolf Scholz brachte die Niederlage hinterher treffend auf den Punkt: »In der ersten Halbzeit haben wir einiges richtig gemacht und vieles umsetzen können. Es ist keine Überraschung, dass Hamburg mit viel Druck spielt, aber genau deshalb ist es frustrierend, wenn wir den Ball dann doch 21-mal verlieren. Das war ein ausschlaggebender Punkt.«

Die Gießener, die erneut auf Center Chad Brown wegen seiner Rückenprobleme verzichten mussten, legten offensiv ein starkes erstes Viertel aufs Parkett - allen voran Jonathan Stark, für den schon nach zehn Minuten 14 Punkte in der Statistik standen und der dabei vier seiner fünf Dreierversuche versenkt hatte. Zwar hatten die 46ers gegen die aggressive Ganzfeldpresse der Towers einige Probleme, doch im Angriff fanden sie zunächst immer wieder gute Lösungen und trafen hochprozentig. Über das 20:12 nach einem 11:0-Lauf hieß es zum Ende des ersten Abschnitts 30:23. Wenig später baute Brandon Bowman per Dreier die Führung gar auf zehn Zähler aus (33:23). Doch die Hanseaten kämpften sich Stück für Stück zurück in die Partie, bereiteteten den 46ers mit ihr Defense immer mehr Schwierigkeiten und zwangen sie zu Ballverlusten - allein zehnmal verloren die Gastgeber in der ersten Halbzeit den Ball und hatten zudem früh Foulprobleme auf den kleinen Positionen. So glichen die Towers nach 18 Minuten zum 41:41 aus, ehe Stark mit seinem fünften Dreier (bei nur sechs Versuchen) und seinen persönlichen Zählern 15 bis 17 (denen er danach keine mehr hinzufügte) und Isaac Hamilton eine 46:41-Führung in die Pause retteten. »Die Dreierquote war in der ersten Halbzeit sehr ordentlich, aber auch, weil der Ball gut gelaufen ist. In der zweiten Halbzeit haben wir das nicht mehr so souverän geschafft und nicht mehr als Team gespielt«, analysierte Scholz.

Neben der herausragenden Trefferquote von außen (9/12) überzeugten die Gießener bis dahin auch beim Kampf um die Rebounds, die sowohl am offensiven als auch am defensiven Brett dominierten. So konnte es aus Sicht der Gießener Fans in der zweiten Hälfte weitergehen - aber so ging es nicht weiter. Die Hamburger starteten mit viel mehr Energie in die zweite Hälfte, gingen nach einem 9:0-Lauf mit 50:49 nach vorn (23.), und die 46ers waren nur aufgrund ihrer Dreier zunächst noch auf Tuchfühlung. In der Verteidigung ließen sie sich viel zu oft im Eins-gegen-Eins vernaschen, waren zu weit von ihren Gegenspielern weg und machten den Hanseaten so das Punkten einfach. Nach einem Fast-Break-Dunk von Alen Pjanic zum 61:61 (27.) liefen die Gießener stets einem Rückstand hinterher. Der Glauben an die eigene Stärke schwand bei allen Gießenern von Sekunde zu Sekunde. Das dritte Viertel ging mit 31:21 an die Towers, die so mit einem 72:67-Vorsprung in die letzten zehn Minuten gingen.

Große Freiheiten für Hamburg

Und wer an ein ähnlich starken Schlussabschnitt der Gießener wie in Oldenburg gehofft hatte, sah sich schnell getäuscht: Die 46ers verteidigten weiter zu lasch, ließen den Hamburgern große Freiheiten und packten offensiv zu früh die Brechstange aus. Vom Team-Basketball aus der ersten Hälfte war nichts mehr zu sehen, hinzu kamen weitere haarsträubende Ballverluste. In Kombination mit einer immer besser treffenden Gästemannschaft wuchs deshalb der Rückstand an. Nach dem 73:80 (34.) war drei Minuten vor dem Ende beim 73:88 durch den in der zweiten Hälfte wie entfesselt aufspielenden Terry Allen die Vorentscheidung gefallen.

Mit dieser bitteren 78:95-Niederlage gehen die 46ers in die Länderspielpause, in der das Team am Feinschliff für den entscheidenden Saisonabschnitt arbeiten muss. Die nächsten Bundesligaspiele sind erst ab dem 25. Februar angesetzt - allerdings haben die Gießener noch das Nachholspiel in Würzburg zu absolvieren, das eventuell noch vor der Partie gegen Bayreuth (27. Februar) eingeschoben wird.

Im Stenogramm

Gießen: Thomas (18/5 Dreier bei 5 Versuchen), Stark (17/5), Garrett (12, 6 Rebounds, 4 Assists), Bowman (8), Pjanic (7), Hamilton (6, 5 Ballverluste), James Jr. (6, 6 Rebounds), Bryant (2, 5 Rebounds), Kraushaar (2), Zylka.

Hamburg: Shorts (22, 9 Assists), Allen (20/6), Kotsar (14), Taylor (13), Hollatz (11), Dileo (5), Ogunsipe (5), Cuthbertson (3), Swing (2), Rich.

Viertelergebnisse: 30:23, 16:18, 21:31, 11:23.

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