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Mit Entschlossenheit und Leidenschaft wollen die Gießen 46ers um Alen Pjanic gegen Bonn auftreten.

Basketball-Bundesliga

Gießen 46ers: Wieder 100 Prozent Energie gefragt

  • Markus Konle
    VonMarkus Konle
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Die Gießen 46ers haben etwas gutzumachen. Im Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn erwartet Trainer Rolf Scholz einen ganz anderen Auftritt seines Teams als beim Desaster in Weißenfels.

Der Gegner? Ist zweitrangig. Der Blick auf die Tabelle? Ist gerade nicht ganz so wichtig. Natürlich haben die Gießen 46ers noch lange nicht den Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga aufgegeben. Aber vor dem Heimspiel am Samstagabend (18 Uhr/MagentaSport live) gegen die Telekom Baskets Bonn müssen sie vor allem den Fokus auf ihre eigene Vorstellung legen. »Wir wissen, dass jedes Spiel wichtig ist. Wir müssen aber auf uns gucken, eine gewisse Konstanz entwickeln in unseren Leistungen. Der Rest kommt dann von alleine«, sagt Trainer Rolf Scholz.

Nach der 81:102-Niederlage im Kellerduell beim Mitteldeutschen BC rätseln die Verantwortlichen der Mittelhessen über die rasante Berg- und Talfahrt des Teams. Nur drei Tage nach dem Heimsieg gegen Bayreuth fehlte es in der Stadthalle Weißenfels an den Grundtugenden - Leidenschaft, Willen, Kampf. »Ich kann das nicht mit ein oder zwei Sachen erklären. Sicher hat das auch mit Qualität zu tun, das muss man auch ganz klar sagen. Qualität setzt sich für mich zusammen aus Talent und gewissen Charaktereigenschaften, die wir in gewissen Phasen vermissen«, sagt der Trainer.

Er setzt darauf, dass sein Team gegen Bonn wieder das Gesicht zeigt, das zu den Siegen in Oldenburg und gegen Bayreuth geführt hat - und nicht das Gesicht, das in den jeweils unmittelbar folgenden Partien in Würzburg und beim MBC derbe Niederlagen gegen direkte Konkurrenten eingebracht hat.

Was jetzt gefragt ist: Leidenschaft, Teamgeist und Cleverness. Die 46ers müssen kämpfen, dürfen aber nicht den Kopf verlieren und sich in Einzelaktionen verstricken. Das war unter anderem ein großes Manko beim MBC, als einige Profis im Angriff ein Zeichen setzen wollten und zu oft den Abschluss erzwangen. »Wenn wir bestehen wollen in dieser Liga, dann geht das nur als Truppe«, sagt Scholz. Gefragt sind vor allem Führungsspieler wie Diante Garrett oder Jonathan Stark, die vorangehen, aber unter Stress auch kluge Entscheidungen treffen. Hart verteidigen und rebounden müssen alle, die auf dem Feld stehen.

Die Lage: Die 46ers liegen als 17. weiter auf einem Abstiegsplatz, ihr Rückstand auf den gesicherten 16. Rang beträgt vier Punkte, wobei die unmittelbar vor ihnen platzierten Teams aus Weißenfels und Braunschweig zwei bzw. vier Spiele weniger absolviert haben. Mannschaften wie Bayreuth, Göttingen, Würzburg und Bonn haben drei Erfolge mehr auf dem Konto.

Der Gegner: Das Team der Bonner hat sich seit dem 81:68-Sieg gegen die 46ers am 23. Dezember in der Hinrunde stark verändert. Seinerzeit holten die Rheinländer ihren zweiten Saisonsieg nach einem 23:0-Lauf im ersten Viertel. Damals stand noch Trainer Igor Jovovic in der Verantwortung, der Mitte Januar von seinem Vorgänger Will Voigt abgelöst wurde. Außerdem verpflichtete die Baskets in Jalen Hudson, Alex Hamilton und Rückkehrer Isaiah Philmore drei neue Profis, die dem Team mehr Stabilität gegeben haben. Mit vier Siegen in Serie - gegen den MBC (zweimal), in Hamburg und gegen Vechta - hat sich Bonn zuletzt ins Mittelfeld der Tabelle abgesetzt, ehe es am Dienstag gegen Bayreuth wieder eine Niederlage setzte. Offensiv wird das Team vor allem von Shootingguard Chris Babb getragen, der im Schnitt 16 Punkte erzielt und in bestechender Form ist.

Man kennt sich: In TJ DiLeo, der unter Voigt wieder aufblüht, und Benjamin Lischka tragen zwei ehemalige 46ers-Profi das Bonner Trikot. Der gebürtige Gießener Lischka hat beim neuen Coach aber einen schweren Stand und spielt kaum noch eine Rolle. Er hat bereits seinen Abschied am Saisonende angekündigt. Auf der anderen Seite war 46ers-Sportdirektor Michael Koch von 2005 bis 2013 Trainer in Bonn und wurde mit den Baskets 2009 Vizemeister - gemeinsam mit Brandon Bowman, den er im Sommer nach Gießen holte.

Personelles: Die Gießener müssen weiter auf ihren athletischen Center Chad Brown (Rückenverletzung) verzichten. »Wir haben die Hoffnung, dass er zeitnah zurückkommt. Er würde uns sehr helfen. Er wird aber sicher noch nicht am Samstag dabei sein«, sagt Scholz. Ein dickes Fragezeichen steht außerdem hinter dem Einsatz von Isaac Hamilton, der sich weiterhin mit Knieproblemen herumplagt und bis Freitag nur sehr eingeschränkt trainieren konnte.

Das sagt Trainer Scholz: »Es ist unbestritten, dass Bonn, was die Qualität und die individuellen Stärken angeht, zwei Klassen stärker ist als wir. Ich erwarte 100 Prozent Energie und 100 Prozent Leidenschaft; dass wir die Tugenden, die wir jetzt mehrfach angemahnt und eingefordert haben, auch aufs Feld bringen.«

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