LTi Gießen 46ers verpflichten Taj McCullough

Der um den Ligaverbleib kämpfende Basketball-Bundesligist LTi Gießen 46ers hat auf die Verletzung von Führungsspieler Maurice Jeffers reagiert und den in der BBL unbekannten Taj McCullough verpflichtet.

Der 2,01 m große Flügelspieler hat einen Vier-Wochen-Vertrag erhalten und wird in dieser Zeit getestet.

Der zuletzt in der D-League (Entwicklungsliga der NBA) für die Reno Bighorns spielende 25-jährige Amerikaner soll am Samstag um 20 Uhr im bedeutsamen Heimspiel gegen die ebenfalls im Abstiegskampf steckenden Walter Tigers Tübingen eingesetzt werden.

Gießens Trainer Björn Harmsen kennt McCullough: "Ich habe ihn schon einige Jahre beobachtet und ihn spielen sehen. Er galt als großes Talent, aber im letzten Jahr lief es bei ihm nicht so gut." Für Harmsen war unter anderem die Position entscheidend, die der sprunggewaltige McCullough bekleiden kann. Zwar wurde der reboundstarke 25-Jährige als Jeffers-Ersatz geholt und ist somit auf der Drei vorgesehen. Aufgrund seiner Athletik kann er aber auch die Position des Powerforwards einnehmen, auf der es zurzeit hapert, da Koko Archibong und Chad Prewitt nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Wichtig war für Harmsen zudem, dass der neue Mann bis zuletzt gespielt hat und den Korb attackieren kann. Sein Vertrag in Reno sei Ende der letzten Woche ausgelaufen, so Harmsen, der sich freut, dass der Deal ohne Probleme über die Bühne ging.

Übrigens: Die Rolle von McCullough bei den Bighorns übernahm Bobby Simmons, der 2005 im Dienst der Los Angeles Clippers in der NBA die Auszeichnung zum am besten verbesserten Spieler erhalten hatte.

Derweil spielte McCullough in der Saison 2010/11 für die Sydney Kings in Australien und legte dort wie in Reno (8,7 Punkte und 3,3 Rebounds pro Spiel) gute Werte auf (12,8 Punkte und 4,5 Rebounds). Schwächen zeigte er zuletzt aber an der Freiwurflinie, als er in Reno nicht über 30,6 Prozent Trefferquote hinauskam.

Indes schlägt sich der 32-jährige Jeffers seit geraumer Zeit mit Knieproblemen herum und stand wegen einer Arthrose und einem Knorpelschaden die letzten vier Partien nicht zur Verfügung, was eine enorme Schwächung für das Team bedeutete. Der Flügelspieler gehört zu den Leistungsträgern in der Harmsen-Mannschaft. Den letzten Sieg verbuchten die LTi 46ers am 10. Dezember vergangenen Jahres, als Jeffers beim 86:75 gegen Hagen mit 26 Punkten zum Matchwinner avancierte. Ob Jeffers überhaupt noch einmal in dieser Saison für die Gießener auflaufen wird, ist offen. "Wir geben ihm bis nächste Woche Zeit. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht", erklärt Harmsen.

Die personelle Verstärkung ist bitter nötig und zeitlich überfällig. Mit einem adäquaten Ersatz für Jeffers wären die Gewinnchancen bei den knappen Ausgängen in den verlorenen Heimspielen gegen Braunschweig und Frankfurt deutlich größer gewesen. Zwei Siege mehr auf dem Konto hätten den LTi 46ers gut zu Gesicht gestanden und ein Polster zu den Abstiegsplätzen 18 und 17 aufbauen können. So stecken die Mittelhessen wie in den letzten Spielzeiten knallhart im Abstiegskampf. Mit 10:24 Punkten nehmen sie aufgrund des besseren direkten Vergleichs gegenüber den punktgleichen Trierern Rang 16 ein, die hinter den ebenfalls fünf Erfolgen vorweisenden Ludwigsburgern stehen. Die BG Göttingen ziert das Tabellenende und scheint mit 4:30 Punkten abgeschlagen zu sein. Neben Gießen, Trier und Ludwigsburg zählen die mit nur einem Sieg mehr ausgestatteten Hagener und Tübinger sowie die Frankfurter und Bayreuther (beide 14:20) zu dem Kreis, der ums sportliche Überleben in der BBL kämpft.

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