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Gießen 46ers: »Verlange Kampf bis zum Umfallen«

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Von: Markus Konle

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Kendale McCullum und seine Gießen 46ers bestreiten heute gegen die Löwen Braunschweig ihr vorletztes Heimspiel der Saison. © Harald Friedrich

Die Gießen 46ers steuern auf direktem Weg auf den Abgrund zu. Im vorletzten Heimspiel der Saison treffen sie am Mittwochabend auf die Löwen Braunschweig .

Es gibt wenig bis gar nichts, was im sportlichen Existenzkampf der Basketball-Bundesliga noch für die Gießen 46ers spricht. Die 97:110-Niederlage vom Samstag gegen Würzburg hat einmal mehr vor Augen geführt, dass der Mannschaft Qualität und Cleverness fehlen. Vor dem vorletzten Heimspiel der Saison gegen die ebenfalls noch abstiegsgefährdeten Löwen Braunschweig am Mittwochabend (19 Uhr/MagentaSport) verspricht 46ers-Trainer Pete Strobl: »Wir werden alles geben und alles versuchen.«

Die Lage: Sechs Spiele haben die Gießener, die mit 12:44 Punkten Letzter sind, noch zu absolvieren. Der Rückstand auf die am ehesten noch erreichbaren Teams auf einen Nichtabstiegsplatz (16./Mitteldeutscher BC/20:42, 15. Braunschweig/20:38) beträgt acht Punkte. Mindestens fünf Partien müssten die 46ers also noch gewinnen, was angesichts des Restprogramms mit den Begegnungen gegen Braunschweig, im Hessen-Derby in Frankfurt am Sonntag und danach gegen Chemnitz, in Göttingen, in Berlin und in Ulm und vor allem angesichts der Leistungen des Teams in den letzten Wochen und Monaten nahezu ausgeschlossen scheint. Wenn es schlecht läuft, ist bei zwei weiteren Niederlagen schon am Sonntag in Frankfurt der Gang in die Pro A besiegelt.

Selbst die kühnsten Optimisten dürften nach der ernüchternden 97:110-Niederlage gegen Würzburg die Hoffnung auf eine Rettung begraben haben. Dass viele der leidgeprüften Anhänger der 46ers ihr Team offenbar aufgegeben haben, zeigt sich auch in den Zuschauerzahlen in der Osthalle - nur offiziell 1400 Fans wollten die bedeutsame Begegnung gegen Würzburg sehen. Dass es am Mittwochabend mehr werden, ist nicht zu erwarten.

Der Gegner: Die Löwen Braunschweig haben zuletzt drei Niederlagen in Folge kassiert, können in der Osthalle dennoch den Klassenerhalt eintüten - und mit einem Sieg in Gießen die Frankfurt Skyliners durch den dann besseren direkten Vergleich gegenüber den beiden hessischen Teams und die unterschiedliche Anzahl an ausgetragenen Begegnungen bereits vorzeitig in die Pro A schicken. Am Samstag verloren die Niedersachsen mit 79:92 gegen Hamburg, ihr Trainer Jesús Ramírez war trotzdem nicht unzufrieden: »Wenn du zwölf Würfe mehr hast, du 19 Offensiv-Rebounds greifst und einen guten Gegner wie Hamburg durch unter anderem zwölf Steals zu 21 Ballverlusten zwingst, dann hast du viel investiert und deine Identität gezeigt. Das ist das, was ich sehen möchte«, sagte der Spanier trotz der schwachen Wurfquote seines Teams.

Der Fixpunkt im Angriff der Löwen ist Nationalspieler David Krämer, der im Schnitt 14,6 Punkte erzielt und im Hinspiel beim 71:69-Sieg mit 17 Zählern bester Werfer der Braunschweiger war. Kurz vor Weihnachten hatten die 46ers drei Minuten vor dem Ende mit 67:58 geführt, ehe sie die Partie noch abgaben. Eine starke Leistung gegen Hamburg zeigte Center Benedikt Turudic. Der gebürtige Gießener - zuletzt einer von vier Deutschen in der Startformation - kam auf je zehn Punkte und Rebounds und verteilte zudem fünf Assists. Die Fäden im Aufbau zieht der nachverpflichtete Lette Arturs Zagars (21), der immer stärker wird.

Personelles: Bei den Braunschweigern fehlt Kapitän Robin Amaize, der sich Anfang des Jahres eine schwere Knieverletzung zugezogen hat, für den Gießener ist die Saison gelaufen. Zudem müssen die Löwen vermutlich auf US-Pointguard Tookie Brown verzichten (erneute Leistenprobleme). Bei den 46ers fällt weiter TJ Williams (Knie) aus. Nuni Omot plagt sich mit verschiedenen Blessuren herum, Strobl geht aber davon aus, dass er einsatzfähig ist.

Das sagt Coach Strobl : »Ich verlange von den Jungs, dass sie Charakter zeigen und bis zum Umfallen kämpfen. Braunschweig ist eine gute Mannschaft mit vielen Nationalspielern. Wir müssen nach dem Spiel in den Spiegel schauen und sagen können: Wir haben alles gegeben, was möglich war.«

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