Gießen 46ers trennen sich von Rickey Young

(gae) Für Rickey Young ist die Zeit bei den Gießen 46ers vorbei: Der Basketball-Zweitligist trennte sich gestern vom US-Amerikaner mit sofortiger Wirkung und löste den Vertrag auf. Letztlich war es die Summe der Verfehlungen, die dazu geführt haben, dass der Rastaman seinen Abschied nehmen musste.

Wenngleich der 23-jährige 2,05-m-Mann am Montagabend selbst das Fass hat überlaufen lassen. Bei der Nachbetrachtung des verlorenen Heimspiels gegen Göttingen zeigte Headcoach Denis Wucherer per Videoanalyse dem Team in aller Ruhe und Sachlichkeit auf, was es alles falsch gemacht hatte. Um die Stimmung zu heben, ordnete er anschließend ein spaßiges Fangspiel an. Doch der als Fänger vorgesehene Young verschwand kopfschüttelnd sowie wortlos in der Kabine und ließ sich auch nicht von Kapitän Joshiko Saibou zu einer Rückkehr bewegen.

"Bei Rickey war es ein schleichender Prozess. Ich habe mit ihm viel Geduld gehabt und oft ein Auge zugedrückt. Er ist ein guter Junge – mit seinen ganzen Eigenarten. Aber ich habe das Gefühl gehabt, dass er nicht mehr mit ganzem Herzen bei der Sache ist und damit das Team im Stich lässt – und das kann ich nicht akzeptieren", erklärt Wucherer seine für ihn "nicht einfache Entscheidung". Young mangele es an Professionalität.

So habe sich der Brettspieler seit geraumer Zeit mit Rückenschmerzen und muskulären Problemen im Oberschenkel herumgeschlagen, die Anweisung, sich physiotherapeutisch behandeln zu lassen, aber einfach ignoriert und bis heute nicht wahrgenommen. Seine körperliche Verfassung ist aber für seine athletische Spielweise unabdingbar. "Er war körperlich nicht fit und hat dafür nichts getan", konstatiert Wucherer. Zudem kam es nach Aussagen von 46ers-Verantwortlichen häufig vor, dass Young sich nicht regelmäßig ernährte. Dieser Umstand führte dazu, dass seine Leistungen nicht nur im Training stagnierten. Er habe Teile seines Gehaltes an seine Familie in den USA überwiesen, dementsprechend blieb nur wenig Geld für eigenes Essen.

Der Zeitpunkt der Trennung ist für die 46ers alles andere als günstig, denn somit reduziert sich der dünne Kader von neun auf acht Profis. Die Suche nach einem Ersatz für Young ist bereits im Gange. "Wir schauen, wer in Deutschland ist. Wir haben ab Freitag eine freistehende Wohnung, ein Auto und ein bisschen Taschengeld zur Verfügung. Ob wir einen Spieler finden, wird sich zeigen", so Wucherer und fügt an: "Wenn es nicht klappt, spielen wir mit acht Mann weiter."

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