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Gib mir »Fünf« - die Gießen 46ers um (v. l.) BJ Blake, Kendale McCullum und Nuni Omot sind vor dem schweren BBL-Auswärtsspiel am Samstag in Chemnitz zuversichtlich.

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Trainer Strobl hat die Qual der Wahl

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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Die Gießen 46ers stehen vor einem Geisterspiel: Bei den Niners Chemnitz sind aufgrund der Corona-Situation in Sachsen keine Zuschauer zugelassen. Ein Vorteil für das Team von Trainer Pete Strobl, der am Samstag bei der BBL-Auswärtsbegegnung personell die Qual der Wahl hat.

Die Gießen 46ers werden mit sieben US-Amerikanern nach Chemnitz fahren. Wer von ihnen aussetzt, wird kurzfristig - möglicherweise erst nach dem Wurftraining - entschieden. Ob dann am Samstag um 18 Uhr (live auf MagentaSport) in der Messe Chemnitz Gießens neuer Guard Timeric Dejaun Williams (kurz T.J.) debütiert, erfährt man erst kurz vor der Basketball-Bundesliga-Begegnung des zehnten Spieltages.

Lage: Die Basketball-Bundesliga bleibt eine »Wundertüte«, auch wenn sich so langsam die vermeintlich stärkeren Clubs vorne festsetzen. Im Kampf um den Klassenerhalt dagegen geht es eng zu. Überraschenderweise tragen die Oldenburger immer noch die Rote Laterne durch die Lande. Ebenfalls erst zwei Siege weisen die Löwen aus Braunschweig auf, davor liegen vier Teams, die bislang dreimal als Sieger vom Parkett gegangen sind. Darunter auch die Gießen 46ers, die zuletzt zu Hause gegen bärenstarke Ulmer verloren. Eigentlich war die Heimpartie nach dem ersten Viertel bereits entschieden, als der Gast mit 32:11 führte. In den restlichen 30 Minuten hielt die Mannschaft von Pete Strobl mit - möglicherweise, weil die Ulmer das Ergebnis nur verwalteten. Für Strobl war der Auftritt seiner Mannschaft in den ersten zehn Minuten ebenfalls ausschlaggebend für die Niederlage. Und 46ers-Sportdirektor Sebastian Schmidt konstatiert: »Wir haben das Ulm-Spiel intensiv aufgearbeitet, vor allem was das erste Viertel anging. Dabei muss man klar sagen, dass es in den ersten zehn Minuten gegen ein EuroCup-Team an jeglicher Intensität, Physis und Cleverness gefehlt hat. Daraus müssen wir lernen. In Chemnitz müssen wir ab Tip-Off sofort ready sein. Mental und physisch!«

Gegner: Die Niners aus Chemnitz ließen in dieser Saison schon einmal gehörig aufhorchen. Das Team von Trainer Rodrigo Pastore schmiss die großen Bayern im Viertelfinale aus dem Pokal. In der Bundesliga rangieren die Sachsen mit 10:8 Punkten auf dem achten Platz. Zuletzt mussten sie ein 62:83 bei glänzend aufspielenden Berlinern hinnehmen. Eine Halbzeit hielten die Chemnitzer mit, dann wurden sie in alle Einzelteile zerlegt. Das Pastore-Team bewegt den Ball sehr gut und hat mit Isiaha Mike, Niklas Wimberg, Jonas Richter, Darion Atkins und Mindaugas Susinskas gleich mehrere gefährliche und variabel spielende Powerforwards.

Zuschauer: Aufgrund der aktuellen Corona-Situation in Sachsen findet das Spiel ohne Publikum statt. Die Messe Chemnitz bleibt somit leer. Normalerweise brüllen rund 5000 Fans die Niners nach vorne. Am Samstag wird man nur das Gequietsche der Turnschuhe und die Anweisungen der Trainer in der Halle hören. Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold befürchtet durch den Zuschauer-Ausschluss in den kommenden Wochen massive finanzielle Verluste. »Finanziell ist das ein harter Schlag. Die Zuschauereinnahmen machen bei uns 25 bis 30 Prozent des kompletten Budgets aus«, sagte er kürzlich beim MDR.« Bei einem Gesamt-Etat von rund 3,8 Millionen Euro sind das laut Herhold enorme Summen, die dem Verein damit fehlen.

Personelles: Die Niners sind auf der Suche nach Personal auf der Aufbauposition. Dort klafft nach dem Weggang von Gerald Robinson, der kürzlich zum italienischen Erstligisten Banco di Sardegna Sassari wechselte, und dem verletzungsbedingten Ausfall von Nelson Weidemann (Handbruch) eine große Lücke. Die Verantwortlichen kündigten eine zeitnahe Verpflichtung eines adäquaten Ersatzes an. Daher scheint es möglich, dass sie am Samstag einen neuen Spieler präsentieren. Bei den Gießen 46ers müssen weiterhin Kilian Binapfel und Bjarne Kraushaar (beide Oberschenkelverletzung) pausieren. Neuzugang T.J. Williams gehört zum Kader - wie die restlichen sechs Importakteure, sodass einer aussetzen muss.

Das sagt Strobl: »Sie haben eine gute Mannschaft mit guten deutschen und amerikanischen Spielern - eine gute Mischung. Wir müssen besser starten als im letzten Spiel gegen Ulm. Wir müssen schnell unseren Rhythmus finden. Wir sind nicht so gut, dass wir warten können, bis sich das Spiel entwickelt.«

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