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Gießen 46ers im Formbarometer: Das sind die Stärken der Spieler - Siegesserie hält an

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Von: Wolfgang Gärtner

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Die Augen ganz und gar auf Basketball gerichtet - Gießens überragender Center Stefan Fundic (vorne) und der formstarke Forward Luis Figge. © Harald Friedrich

Die Siegesserie der Gießen 46ers in der Basketball-ProA hält an. Der Sieg in Bochum hat der Mannschaft eine Portion Selbstbewusstsein gegeben.

Gießen – Die Siegesserie der Gießen 46ers in der Basketball-ProA hält an. Das deutliche 108:89 in Bochum hat der Mannschaft von Cheftrainer »Frenki« Ignjatovic eine weitere gehörige Portion Selbstbewusstsein gegeben. Das Team findet sich immer besser. Wir schauen beim Formbarometer auf den Einzelnen.

Heimsieg gegen Schwenningen, 86:74 gegen Kirchheim, Auswärtserfolg in Bochum. Bei den Gießen 46ers läuft es zurzeit in der ProA. Die Ausbeute nach neun Spieltagen kann sich sehen lassen: Sechsmal gewonnen, dreimal verloren - Rang drei mit vier Punkten Rückstand auf Ligaprimus Tübingen. Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen. Aber: Wie sieht es bei den Protagonisten aus? Wer ist on fire? Bei wem hakt es noch? Das Formbarometer.

Stefan Fundic: Klare Nummer eins mit geballter Power

Stefan Fundic - die klare Nummer eins: Geballte Power auf zwei Meter Körpergröße verteilt. Der Serbe hat sich mit seiner speziellen Art und Weise, wie er Basketball spielt, schnell in die Herzen der Fans katapultiert. Er ist der Wühler unter dem Korb, er gibt keinen Ball verloren, zieht konsequent zum Korb. Seine Lieblingsdisziplin ist, sich gegen weit aus größere Gegenspieler im Rebound durchzusetzen.

Dass der 28-jährige wendige Serbe dabei sogar noch ein Händchen beim Wurf hat, komplettiert sein starkes Gesamtpaket. Mit Blick auf die Statistiken ist der Rechtshänder der effektivste Akteur im »Frenki«-Team (Wert 17,4 im Schnitt). Technisch ist er zwar limitiert, dafür ist sein Kämpferherz umso größer.

Luis Figge: Spieler wird für Gießen 46ers immer wichtiger

Luis Figge - die formstarke Type: Der gebürtige Korbacher wird von Spiel zu Spiel stärker und wichtiger für die Mannschaft. Der Forward, der die Position zwei und drei bekleiden kann, lässt sich von nichts aus seinem Konzept bringen. Nimmt er sich vor, zu ziehen, geht es mit aller Konsequenz zum Korb.

Beim 108:89 in Bochum übernahm der variabel agierende 1;93-m-Mann Verantwortung, als sie gefordert war. Und im »Pott« legte der Hesse sensationelle Werte auf: In 32:06 Minuten erzielte er 24 Punkte bei einer 75-prozentigen Wurfausbeute, fünf Assists, sechs Steals, drei Rebounds und nur ein Turnover. Sensationelle 33 Effektivpunkte sprangen heraus. Chapeau! Zudem ist Figge sehr wichtig für die Stimmung im Team - ein emotionaler Leader auf und abseits des Feldes.

Jordan Barnes: Der amerikanische Guard

Jordan Barnes - Wirbelwind im Auftrieb: Der amerikanische Guard hatte Startschwierigkeiten. Sein Wurf aus der Distanz fiel nicht, was eine seiner großen Stärken ist. Doch der schnelle 1,73-m-Aufbauspieler ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, arbeitete weiter hart im Training. Und plötzlich kehrte sein Schuss zurück, damit hat der quirlige Barnes neben seinen Ziehfähigkeiten eine weitere Option, um zu Körben zu kommen. Er steigerte sich - und ist mittlerweile fast auf dem Niveau, das man von ihm als Leistungsträger erwartet.

Nico Brauner: Kapitän mit Meniskusproblem

Nico Brauner - der Beißer: Den Kapitän scheint gar nichts aufhalten zu können. Seit Wochen plagt er sich mit Meniskusproblemen herum. Aber großartiges Jammern ist vom Pointguard nicht zu vernehmen. Im Gegenteil: Er geht immer mit 100 Prozent voran. Manchmal ein wenig zu heißblütig, aber das ist sein Naturell. Brauner hat von Beginn an seine Leistung gebracht - und ist weiterhin ein Faktor.

Karlo Miksic: Erfahrener Spieler aus Zagreb

Karlo Miksic - Mister Basketball-IQ: Coach Ignjatovic hat mit der Nachverpflichtung ein gutes Händchen bewiesen. Der in Zagreb geborene Miksic ist ein erfahrener Spielmacher, der an beiden Enden des Feldes besondere Fähigkeiten besitzt. Aufgrund seiner 1,93 m und seiner Basketball-Intelligenz kann er größere Spieler unter dem Korb decken. Im Aufbau kann er ein Spiel lesen. Seit seiner Verpflichtung geht es mit den 46ers bergauf.

Justin Martin: Amerikanischer Dreipunkte-Werfer

Justin Martin - der Go-to-Guy: Wenn es brenzlig wird, übernimmt der erfahrene Amerikaner. Sein Markenzeichen ist der Dreipunktewurf, der mit fast 50-prozentiger Quote durch die Reuse fällt. Mit 15,8 Punkten im Schnitt der Topscorer des Teams.

Roland Nyama: Solider Powerforward

Roland Nyama - der Mann für alles: Wenn es brennt, ist der 29-Jährige zur Stelle - in der Defensive oder in der Offensive. Der solide Powerforward liefert das komplette Paket. Aber es hapert noch an seinem Dreier, der fällt zu wenig (32 Prozent).

Igor Cvorovic: Größter Spieler Gießens

Igor Cvorovic - der solide Center: Mit 2,06 m ist der Montenegriner Gießens längster Spieler. Unter dem Korb versiert, kommt meist als Backup von Fundic. Beim Rebound auf beiden Seiten sicher noch Steigerungspotenzial vorhanden.

Luft nach oben: Trio muss sich steigern

Viel Luft nach oben - bei Kevin Strangmeyer, Luca Kahl und Maximilian Begue: Das Trio muss sich in allen Bereichen steigern. Guard Kahl (Einsatzzeit 10:31 Minuten im Schnitt) sucht immer noch nach seinem Wurf. Strangmeyer (4:15) und Begue (3:41) trauen sich bei ihren Kurzeinsätzen viel zu wenig zu. (Wolfgang Gärtner)

Erst kürzlich hatten die Gießen 46ers 91:89 gegen Phoenix Hagen gewonnen.

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