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Gießen 46ers ohne Druck zum Erfolgserlebnis

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Von: Markus Konle

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Eine starke Leistung zeigt Gießens Center J. D. Miller (l.) in Göttingen. Beim 90:87-Sieg erzielt er 19 Punkte und wird hier von Harper Kamp attackiert. © Imago Sportfotodienst GmbH

Die Gießen 46ers haben sich 48 Stunden nach dem Abstieg aus der Basketball-Bundesliga zu einer guten Leistung bei der BG Göttingen aufgerafft.

Sie fuhren am späten Sonntagabend einen überraschenden, wenn auch für sie bedeutungslosen 90:87 (45:49)-Sieg bei den Niedersachsen ein und vermasselten den Gastgebern damit den Einzug in die Playoffs.

Die Mittelhessen konnten ohne Druck in Niedersachsen aufspielen und entschieden keine hochklassige, aber eine packende Partie für sich. Für die 46ers steht seit Freitagabend der Bundesliga-Abstieg fest - nach der 70:91-Niederlage gegen Chemnitz und dem Sieg des Mitteldeutschen BC gegen Braunschweig war selbst die allerletzte theoretische Chance dahin. Die Gießener müssen den Gang in die Pro A antreten, während sich der sportliche Mitabsteiger Skyliners Frankfurt berechtigte Hoffnungen auf eine Wildcard und damit dem Verbleib im Oberhaus machen kann. Die 46ers kommen für diesen Klassenerhalt durch die Hintertür nicht infrage, sie müssen allerdings auch nicht die zweite Tranche über 350 000 Euro der insgesamt 700 000 Euro teuren Wildcard aus dem Vorjahr bezahlen. Einige Fans haben sich unterdessen nach dem Heimspiel gegen Chemnitz in den Sozialen Medien ihren Frust von der Seele geschrieben und vor allem Trainer Pete Strobl und Geschäftsführer Sebastian Schmidt kritisiert. In Göttingen stand Strobl zum drittletzten Mal für die 46ers in der Verantwortung. Am Rande der Partie bestätigte Schmidt, dass die 46ers mit einem neuen Headcoach den Neuanfang starten werden.

Auf dem Parkett offenbarten die 46ers am Sonntag zunächst einmal mehr ihre allzu oft in dieser Saison gezeigten Defizite in der Defensive und machten vor allem Göttingens Harper Kamp das Leben viel zu leicht - der BG-Center schenkte den Gießenern allein in der ersten Halbzeit 18 Punkte ein. Doch weil die Gießener sich in der Offensive nach schwachem Beginn steigerten, waren die Gäste nach einem zwischenzeitlich zweistelligen Rückstand und einem 15:24 (10.) zur Halbzeit (45:49) auf Schlagdistanz. Und in der zweiten Hälfte blieben die 46ers stets dran. Sie bestimmten mehr und mehr den Rebound, trafen erheblich besser aus der Distanz und gingen Sekunden vor Ende des dritten Viertels durch einen Dreier von J. D. Miller sogar mit 72:70 in Führung. Die Gießener verteidigten im Schlussabschnitt über weite Strecken einen hauchdünnen Vorsprung, ehe der Playoff-Kandidat zunächst wieder übernahm und das Spiel in einem packenden Finish gipfelte.

Nach dem 87:86 für die Niedersachsen 52 Sekunden vor dem Ende durch Jeremiah Martin gehörte der Schlussakkord dem starken Miller. Der Center traf nach einem unsportlichen Foul von Göttingens Stephen Brown (und wütenden Protesten der BG) drei Sekunden vor dem Ende von der Linie zur 88:87-Führung der 46ers und verwandelte nach dem folgenden Einwurf und dem taktischen Foul der Göttinger auch die beiden nächsten Freiwürfe sicher zum 90:87-Auswärtssieg.

Göttingen: Martin (18), Frey (2), Roberson (4), Vargas (3), Hujic (12), Hartwich (7), Mönninghoff (8), Kamp (24), Brown J (7), Grimes (2).

Gießen: McCullum (15, 7 Assists), Omot (10), Kraushaar (11), Laksa (6), Begue, Uhlemann (5), Binapfl (4), Miller (19), Koch (8), Fayne (12).

Viertelergebnisse: 24:15, 25:30, 21:27, 17:18

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