Gießen 46ers: Nach Zusagen müssen Gelder fließen

(gae) "Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg, um die Insolvenz abzuwenden", erklärt Tim Schneider. Die Rettung konnte der vorläufige Insolvenzverwalter aber am Dienstag noch nicht bestätigen. Zwar liegen dem von der Insolvenz bedrohten Basketball-Erstligisten LTi Gießen 46ers Zusagen über die fehlenden 360 000 Euro vor, die benötigt werden, um die Fortsetzung des Spielbetriebs bis zum Saisonende zu gewährleisten.

Das gesamte Geld ist aber noch nicht auf dem Rechtsanwaltsanderkonto eingegangen – und somit auch nicht auf dem Konto der Gispo GmbH, der Trägergesellschaft des Bundesligisten. "Der vorläufige Insolvenzantrag kann erst dann zurückgezogen werden, wenn der volle Betrag bis zum 1. Februar eingezahlt wurde", sagt Schneider.

Für ihn ist somit nur "noch ein kleiner Weg zu gehen". Schneider ist optimistisch, dass die Gelder bis zum 1. Februar fließen werden. Gleichwohl wurde die eigentlich für den Dienstag vorgesehene Pressekonferenz abgesagt und auf den Freitag verschoben. Indes spricht Geschäftsführer Heiko Schelberg weiterhin von einer finanziell angespannten Lage des Klubs. Man benötige in Zukunft jede Zuwendung. "Die Rechnung geht nur dann auf, wenn wir es schaffen, alle weiteren anfallenden Zahlungen zu begleichen und die Altlasten nach und nach abzubauen.

Jeder kann uns dabei helfen, zum Beispiel durch den Kauf von Eintrittskarten für das Spiel am kommenden Samstag gegen Tübingen oder die Buchung von Werbeleistungen", so Schelberg, der anfügt: "Unser Ziel ist es, in der kommenden Saison gut aufgestellt in die Pro A zu gehen und Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, nicht zu wiederholen." Wobei, vorausgesetzt die Insolvenz wird abgewendet, die 46ers erst einmal das Lizenzierungsverfahren der Pro A überstehen müssen.

Gespannt darf man zudem sein, mit welcher Mannschaft die Gießener am Samstag um 20 Uhr in der Osthalle gegen Tübingen auflaufen werden. Gestern kam die Bestätigung seitens des Vereins, dass Ryan Brooks und LaQuan Prowell die LTi 46ers Gießen mit sofortiger Wirkung in Richtung Ligakonkurrent Frankfurt Skyliners verlassen haben (darüber berichtete die AZ bereits am Dienstag).

"Die Situation hier in Gießen ist nicht leicht. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis mit den Spielern und dem Management, aber jetzt gilt es, nach vorne zu schauen", erklärte Brooks auf der Homepage der Skyliners.

Es war vorauszusehen, dass sich die 46ers im Zuge des rigiden Sparkurses von "teuren" Spielern trennen würden, um den Etat nicht unnötig zu belasten. Schon frühzeitig nach der Bekanntgabe der wirtschaftlichen Probleme der Gießener hatten die Frankfurter Interesse an Brooks und Prowell gezeigt. Das amerikanische Duo soll den Skyliners nun helfen, dem drohenden Abstieg zu entrinnen.

Für die mitten im Abstiegskampf steckenden Frankfurter (wie Braunschweig und Ludwigsburg mit sechs Siegen bedacht) ein gelungener Schachzug. Sie erhalten zwei Spieler, die die Liga kennen und für die restlichen drei Monate bis Saisonende bezahlbar sind. Man kann fast sagen eine Art Prophylaxe für die mögliche 250 000 Euro teure Wildcard, mit der man sich bei einem Abstieg das Teilnahmerecht in die Bundesliga bei Bedarf sichern kann.

Gießens Headcoach Mathias Fischer ist sich noch nicht sicher, wie sein Team am Samstag aussehen wird. "Wir werden versuchen, Anleihen aus der NBBL-Mannschaft zu nehmen", sagt er. Ein wenig hofft Fischer darauf, dass sich sein Kader noch mit gestandenen Profis vergrößert. Zurzeit hält sich der vertragslose Spielmacher Sharaud Curry bei den 46ers fit, den Fischer aus seiner Zeit aus Gmunden kennt. Ins Training eingeladen hat Fischer zudem den ehemaligen 46ers-Powerforward Kevin Johnson, der ebenfalls in Gießen weilt und mit dem er sprechen will. Zwei Lizenzen haben die LTi Gießen 46ers noch, die nur mit Absprache der BBL zu vergeben sind.

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