Auch wenn Björn Schoo, Ethan Wragge, Gabriel Olaseni und Benjamin Lischka (v. l.) hier die Köpfe etwas hängen lassen – die Niederlage der Gießen 46ers ist kein Beinbruch. (mv)
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Auch wenn Björn Schoo, Ethan Wragge, Gabriel Olaseni und Benjamin Lischka (v. l.) hier die Köpfe etwas hängen lassen – die Niederlage der Gießen 46ers ist kein Beinbruch. (mv)

Gießen 46ers in München chancenlos

Beim FC Bayern München war der heimische Basketball-Bundesligist Gießen 46ers am Sonntagnachmittag klar unterlegen und verlor am Ende mit 68:88 (27:53). Dass es trotzdem einen kleinen Grund zur Freude gab, war derweil einem Rückkehrer zu verdanken.

Die Gießener, bei denen sich Benjamin Lischka (Schulter) gar nicht erst umzog und Achmadschah Zazai (Hüfte) geschont wurde, hatten erst am Spieltag die gut 470 Kilometer lange Reise an die Isar auf sich genommen – kein Zeichen dafür, dass die 46ers beim deutschen Meister von 2014 Punkte eingeplant hatten. Und schon die erste Aktion des Spiels unterstrich, dass der FCB keine Lust hatte, den Gießenern Gastgeschenke zu machen: Nach dem Sprungball schnappte sich Bayern-Guard Alex Renfroe den Ball und stopfte nach drei Sekunden zum 0:2 aus 46ers-Sicht ein. Die Mittelhessen ließen sich zwar nicht abschrecken, kamen dank guter Würfe von außen in die Partie, leisteten sich aber nach dem 9:9 zu viele Ballverluste. Die Münchener nutzten das, legten einen schnellen 7:0-Run auf das Parkett und zwangen Denis Wucherer zur Auszeit (6.). Nach 8:10 Minuten im ersten Viertel endete dann die Leidenszeit von 46ers-Kapitän TJ DiLeo: Nach seinem Mittelfußbruch kehrte er auf das BBL-Parkett zurück. Dennoch lag Gießen nach den ersten zehn Minuten mit 17:25 in Rückstand.

Bayern-Coach Svetislav Pesic schien das Sicherheit zu geben. Schon im zweiten Viertel gab er seinem Youngster Karim Jallow Spielzeit. Die Gäste von der Lahn ließen sich aber nicht abschütteln, blieben den Münchenern zunächst noch auf den Fersen – aber Mitte des Spielabschnitts kippte das Spiel dann zugunsten des FCB. Die Hausherren nutzten ihre Chancen, ließen sich auch von Fouls der 46ers kaum aus der Ruhe bringen und lagen knapp drei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit plötzlich mit 20 Punkten in Führung (24:44, 18.). Gießen gelang es einerseits nicht, die Hausherren am Scoren zu hindern, selber wiederum bekam man das Spielgerät nicht in den Korb und lebte in dieser Phase vornehmlich von Einzelaktionen, nicht vom hochgelobten Teamspiel. Zur Pause stand es bereits 27:53 – mehr als nur eine Vorentscheidung.

Denn auch nach dem Seitenwechsel reichte es aufseiten der Gießener nicht, um den Bayern noch einmal gefährlich zu werden: Angeführt von den starken Nihad Djedovic und Renfroe zeigten die Münchener den Hessen deutlich die Grenzen auf.

Immerhin konnte DiLeo nicht nur seine Rückkehr, sondern auch seine ersten Punkte seit Oktober feiern – insgesamt hatte die Intensität im dritten Viertel aber schon deutlich abgenommen; zu klar war allen Beteiligten bereits jetzt das Ergebnis der Partie. Vor dem Schlussabschnitt lagen die 46ers mit 23 Punkten in Rückstand (44:67, 30.).

An ein Comeback, wie es der Wucherer-Truppe in dieser Saison schon das eine oder andere Mal geglückt war, war an diesem Tag jedoch nicht zu denken. Enthusiasmus riefen in der Halle nur noch die Zwischenstände der parallel spielenden Bayern-Fußballer und des Handball-EM-Finales hervor, während sich die Gießener offensichtlich mit ihrem Schicksal abgefunden hatten.

"Wir haben es nicht geschafft, den freien Mitspieler zu finden. Wir waren eine Spur zu eigensinnig, das kenne ich von meiner Mannschaft eigentlich nicht. Dazu haben wir keine Würfe getroffen, da ist man gegen ein Team wie Bayern schnell weit im Hintertreffen.

Die zweite Halbzeit haben wir genutzt um wieder so ein bisschen den Rhythmus zu finden, um für einige Spiele in Form zu kommen, die für uns wichtiger sind als ein Duell mit Bayern München", schien Cheftrainer Denis Wucherer nach der Partie auf der Pressekonferenz nicht so, als würde ihn die Niederlage noch Wochen im Schlaf verfolgen.

Am Ende stand ein deutlicher und souveräner Heimsieg der Münchener, während die 46ers mit einem Schulterzucken nach Hause fahren konnten. Die Weg zum Klassenerhalt führt nicht über München.

Gießen 46ers: Kovalev, Zazai (n.e.), Hobbs (14), Polas Bartolo (8), DiLeo (8), Palm, Braimoh (11), Tadda (3), Wells (9), Olaseni (11), Wragge, Schoo (4).

FC Bayern München: Schmitt, Thompson (12), Cobbs (10), Renfroe (14), Djedovic (19), Zipser (7), Kovacevic (2), Gavel (2), Jallow, Mayr, Kleber (5), Bryant (17).

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