+
Mit Zug zum Korb bei der 77:97-Heimniederlage: Gießens Comboguard Teyvon Myers beim Korbleger gegen den Ulmer Seth Hinrichs. Foto: Chuc

Gießen 46ers

Gießen 46ers machen zu viele Fehler

  • schließen

Nach dem starken Auftritt in Göttingen kamen die Gießen 46ers am ersten Advent über ein 77:97 (38:52) gegen Ulm nicht hinaus. Nur 15 Minuten präsentierte sich das Team von Ingo Freyer auf Augenhöhe. Viele Ballverluste und eine schwache Quote sollten am Ende den Unterschied machen.

Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Da haben wir zu viele Dreier zugelassen", so Gießen Headcoach nach dem Spiel. Auch die Schiedsrichterleistung kritisiere Freyer. Viele 50:50-Entscheidungen seien zugunsten der Schwaben gefällt worden. "Das nagt an der mentalen Stärke der Spieler", erklärt der Trainer, warum Gießen nach 15 offenen Minuten das Spiel aus der Hand gab.

Bis auf 69:77 hatten sich die 46ers im Schlussviertel nochmals in Schlagdistanz gebracht. Wann immer die Wende möglich schien, standen sich die Gießener aber selbst im Weg. Symptomatisch war da ein Ballverlust von Matthew Tiby wenig später. An der Dreierlinie flutschte dem Big Men die Murmel schlicht aus der Hand. Frustriert ließ der US-Amerikaner den Ball auf dem Parkett aufschlagen - und trabte zurück in die Defensive. Seth Hinrich bestellte auf der Gegenseite das vorentscheidende 88:73 (37.). Anfangs waren es individuelle Fehler auf beiden Seiten, die das Geschehen dominierten. Insgesamt sechs Ballverluste sollten alleine die 46ers im ersten Viertel produzieren - am Ende waren es 21. Dafür zeigten sich die Hausherren zu Beginn treffsicherer. Stephen Brown und Teyvon Myers stellten auf 11:6, bevor die Ulmer mit einem 10:0-Run dagegenhielten. Fast fünf Minuten blieben die Gießener ohne Körbe aus dem Feld. Erst Brandon Thomas nach einem Zuckeranspiel von John Bryant aus der Ecke beendete die Flaute (17:16, 9.).

Längst hatte die Linie des Schirigespanns die Gemüter in der Osthalle erregt. Als der eingewechselte Per Günther seinen Gegner Bjarne Kraushaar zu Boden checkte und von der Dreierlinie abschloss, zog das ein mächtiges Pfeifkonzert nach sich. "Bjarne soll mal da hinkommen, wo Per heute ist", sagte Freyer nach dem Spiel. Am Sonntagnachmittag habe er den 20-Jährigen aber "absolut fertig gemacht", so der Coach weiter.

Ein Pfiff gegen Bryant unterm eigenen Brett ließ die Stimmung zu Beginn des zweiten Viertels schließlich explodieren. Bryant und Myers egalisierten eine Fünf-Punkte-Führung binnen zweier Angriffe. Angestachelt durch die lautstarke Heimtribüne erzwangen die Mittelhessen Stop um Stop. Erst als Ulms Patrick Heckmann Thomas beim Zug zum Korb ein Bein stellte, ein unsportliches Foul kassierte und der US-Amerikaner im Bonusangriff nach schöner Schussfinte ablegte (29:30, 14.), kühlte die Atmosphäre wieder ab. Beginnend mit einem Dreipunktespiel des ehemaligen 46ers Andreas Obst zogen die Ulmer in den Folgeminuten Punkte um Punkt davon. Nachdem Zoran Dragic die erste zweistellige Führung etablierte, versuchte Freyer, mit einer Auszeit zu intervenieren. Die Gießener agierten gerade offensiv aber weiterhin unglücklich. Als Tiby frei am Brett verfehlte und auf der Gegenseite Dragic nur ziehen lassen konnte, stand es bereits 33:47 (19.). Pjanic am Brett und Myers mit drei Freiwürfen konnten vor der Pause immerhin Ergebniskosmetik betreiben.

Ohne ein Feuerwerk abzufackeln, setzten sich die Ulmer nach dem Seitenwechsel ab. Trotz starker Phasen - etwa nach dem 56:78 am Ende des dritten Viertels, als Bryant Pjanic mustergültig am Brett bediente - behielt Ulm die Spielkontrolle und schaukelte den Sieg nach Hause.

"Uns hat der Fokus gefehlt", kritisiert Thomas nach dem Spiel. "Eigentlich hatten wir einen guten Gameplan. Wir haben ihn aber nicht umgesetzt. Wir sind ein junges Team, nächste Woche gegen Würzburg müssen wir wieder zeigen, wozu wir fähig sind", so der Publikumsliebling weiter. "Würzburg ist Ulm sehr ähnlich", will sich auch Freyer nur auf die nächste Heimpartie gegen die Franken konzentrieren. Es ist eines von drei Spielen in Folge, die die 46ers vor Weihnachten in der Osthalle abzuspulen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare