Gießen 46ers kassieren die erste Saisonniederlage

(mv) Am zweiten Spieltag in der Basketball-Bundesliga gab es die erste Niederlage für die Gießen 46ers: In Tübingen unterlagen die Gießener am Freitagabend mit 66:78 (29:44) und liefen dabei fast die gesamte Spielzeit über einem Rückstand hinterher.

Schon nach nicht einmal zwei Minuten musste Trainer Denis Wucherer die erste Auszeit nehmen: Vor 2900 Zuschauern stand es 0:8 aus Sicht seiner 46ers, und das war erst der Anfang eines katastrophalen ersten Spielabschnitts. Eine halbe Minute später holte Wucherer erst Center Maurice Pluskota mit seinem zweiten Foul vom Feld, wenige Sekunden darauf Thomas Scrubb. Währenddessen tankten die Gastgeber ordentlich Selbstvertrauen, gingen mit viel Körpereinsatz zu Werke und ließen die Gießener nie ihr Spiel aufziehen. Es dauerte fast siebeneinhalb Minuten, bis Benjamin Lischka den ersten Feldkorb für die Mittelhessen erzielte, doch mit der Schlusssirene des ersten Viertels hieß es dennoch 8:25 aus Sicht der Gießener.

Von diesem Rückstand sollten sich die 46ers nicht mehr erholen, auch, wenn sie nun langsam besser in die Partie kamen: Schnell konnten sie sich zwar auf 22:28 herankämpfen, nur um dann postwendend wieder einen 0:6-Run zu kassieren. Auch wechselnde Verteidigungsformen brachten die Tigers nicht aus dem Konzept.

Vor allem aber konnten die Gastgeber nun das Selbstvertrauen ausspielen, das ihnen das starke erste Viertel verliehen hatte: Da traf Anthony Myles einen Sprungwurf aus der Drehung, gegen den Mann, mit der Hand im Gesicht, mit dem Ablaufen der Shotclock, während bei Gießen selbst freie Würfe nicht fielen. Beim Stand von 29:44 ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel gab es fast das gleiche Spiel noch einmal: Wieder starteten die Gießener gut in das Viertel, wieder kamen sie gut heran: Ein Dunk von Pluskota über Alvaro Munoz, ein Dreier von Evans – und plötzlich stand es 43:48 (25.). Wieder gelang es den Hausherren jedoch, das Gießener Anstürmen abzuwehren: Zweimal nahm Jared Jordan von der Dreierlinie Maß, zweimal jubelten die Tübinger Fans: Binnen einer Minute betrug der Rückstand wieder elf Zähler (45:56, 26.). Aber die 46ers bissen sich nun fest, ließen sich nicht abschütteln und waren auch vor dem Schlussabschnitt beim 52:58 in Schlagdistanz.

Am Freitagabend war für die Gießener aber nichts drin: Marco Völler gelang es aus der Mitteldistanz noch einmal, auf 56:60 zu verkürzen (33.), wiederum gab es aber im Gegenzug einen 7:0-Lauf der Tübinger, der die Partie vorentschied. Spätestens als dann drei Minuten vor der Schlusssirene Jordan per Dreier auf 74:60 für die Hausherren erhöhte, war das Spiel gelaufen. 17 Ballverluste waren am Ende zu viel für die Gießener, die Tübingen zudem eine Dreierquote von 52 Prozent gestatteten.

"Es war ein bisschen so wie in unserem Spiel gegen Jena, als wir auch sehr gut gestartet sind und dann am Ende die wichtigen Würfe getroffen haben, obwohl wir im dritten Viertel zwischenzeitlich nicht so gut gespielt haben", sah Wucherer Parallelen zwischen dem Erfolg der Tübinger und dem Sieg seiner eigenen Mannschaft am ersten Spieltag: "Tübingen hat uns heute einfach nicht erlaubt, das zu spielen, was wir spielen wollten. Wir waren heute einfach nicht bereit.

" Als "nicht optimal" beurteilte Gießens Cheftrainer auch die Anreise ins Ländle: Aufgrund mehrerer Staus waren die 46ers erst eine Stunde vor Spielbeginn in der Halle angekommen, hatten sechs Stunden Busreise in den Knochen. Wer sich an vergangene Zeiten in Ludwigsburg erinnert, wird sagen: Zumindest angekommen sind sie.

Lange Zeit, um die verlorene Partie zu verdauen, haben die Gießener nicht: Schon am morgigen Sonntag steht um 18 Uhr das nächste Heimspiel an: Zu Gast sind die Basketball Löwen Braunschweig, die am Freitag ihr Heimspiel gegen den deutschen Meister mit 48:96 deutlich verloren. "Ich bin mir nicht sicher, ob Braunschweig so physisch zur Sache gehen kann, wie es die Tübinger heute gemacht haben. Wir werden das Spiel heute analysieren und vor allem vorne hoffentlich bessere Lösungen finden", gab sich Wucherer nach der Partie optimistisch, dass zumindest ein Sieg am Wochenende für sein Team herausspringt.

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