Kehrt John Bryant (l., rechts Marco Völler) zu den Gießen 46ers zurück?	IMAGO
+
Nun ist es amtlich: John Bryant (l., rechts Marco Völler) kehrt zu den Gießen 46ers zurück.

Gießen 46ers

Offiziell: Gießen 46ers holen John Bryant zurück

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
    schließen

Nun ist es amtlich: John Bryant kommt zurück an seine alte Wirkungsstätte und schließt sich erneut den Gießen 46ers an. 

Update, 11.1.2021, 19.03 Uhr: Nun ist es amtlich: Die Gießen 46ers holen John Bryant zurück an die Lahn. Der Center hat wie erwartet (siehe unten) einen Vertrag bis zum Ende der Saison unterschrieben und wird in der Basketball-Bundesliga mit seiner gewohnten Rückennummer 54 auflaufen.

„Nach den Umstrukturierungen in unserem Kader kehrt mit John Bryant ein alter Bekannter zurück nach Gießen. Mit ihm haben wir auf der großen Position mehr als nur einen Ersatz gefunden. Seine Erfahrung gepaart mit einer hohen Spielintelligenz wird unserem Team in vielen Situationen weiterhelfen“, erklärt Geschäftsführer Michael Koch die Verpflichtung von John Bryant.

Zuletzt hatte war Big Man Johannes Richter gegangen, aus Griechenland war mit Chad Brown ein Kraftpaket geholt worden. Ob die Verpflichtung von John Bryant der Umbau im Kader der Gießen 46ers abgeschlossen ist, das bleibt abzuwarten.

Gießen 46ers: Verhältnis zwischen John Bryant und Ingo Freyer zuletzt gestört

Hintergrund, 11.1.2021, 15.36 Uhr: Michael Koch und Stephan Dehler sind gefordert. Die beiden Geschäftsführer der Gießen 46ers müssen dieser Tage die personellen Weichen für den Klub stellen, der in der Basketball-Bundesliga um den Klassenerhalt kämpft und am Samstag als Rangvorletzter beim Schlusslicht in Vechta gastiert.

Mit der bevorstehenden Rückkehr von John Bryant nach Gießen scheint ihnen ein Transferhammer zu gelingen. Am Montag fehlte nur noch die Unterschrift unter dem Vertrag sowie der medizinische Check.

Bryants gut dotierter Vertrag endete bei den Gießen 46ers nach der vergangenen Saison. Er spielte in den Zukunftsplanungen von Gießens Ex-Trainer Ingo Freyer keine Rolle mehr. Die drei Jahre zuvor war er eine Art Lebensversicherung für den mittelhessischen Klub. In Freyers Run-and-Gun-Basketball hatte der besonders in der letzten Spielzeit stark mit seinem Gewicht kämpfende Center nie so richtig reingepasst. Vor allem bei der Pick-and-Roll-Verteidigung wurden seine Bewegungsdefizite offensichtlich. Wurde aber traditionell verteidigt, war an »Big« John nur schwer vorbeizukommen – er stand wie ein Fels in der Abwehrbrandung. Seine Einsatzminuten schwanden und somit auch sein Selbstbewusstsein, was sich am Zögern bei offensiven Aktionen deutlich zeigte. Das Verhältnis zwischen Bryant – immerhin Kapitän – und Freyer war gestört. Dennoch war der 33-Jährige im Kader 2019/20 immer noch mit Abstand der effektivste Spieler.

Bryant hoffte, nach dem Sommer einen neuen Arbeitgeber in der Bundesliga zu bekommen. Daraus wurde aber nichts. So schloss er sich dem Pro A-Ligisten Baskets Paderborn an, bei dem er sich zuvor körperlich fit gehalten hatte. Die Freundschaft zum dortigen Trainer Steven Esterkamp hatte das ermöglicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei den Baskets stabilisierte sich die Leistung von Bryant. Aktuell legt er im Schnitt pro Spiel 16,4 Punkte und 8,9 Rebounds auf. »John steht im Saft«, wie es 46ers-Geschäftsführer Koch ausdrückte.

Der Kontakt zu Gießen brach aber nie ab. Ob Physio Lukas Lai oder auch Teambetreuer Sören Beck – sie standen im Austausch mit Bryant, der bei seinen Besuchen im Sommer in Gießen auch das eine oder andere angebotene Training von Rolf Scholz für »Daheimgebliebene« absolvierte.

Da nun am vergangenen Freitag Brettspieler Johannes Richter um Vertragsauflösung bat und die 46ers-Führungsriege dem Wunsch entsprach (»Reisende soll man nicht aufhalten«, O-Ton Koch), klaffte ein Loch im aktuellen Kader, das mit einem deutschen Big Man gefüllt werden sollte. »Natürlich haben wir gleich Kontakt mit John aufgenommen«, sagt Koch. Aber auch der 33-Jährige selbst habe immer mit einer Rückkehr nach Gießen geliebäugelt. So würde für beide Parteien eine Win-Win-Situation entstehen. Wie zu vernehmen war, sei Bryant in finanzieller Hinsicht dem Klub stark entgegengekommen, sodass die Bedingungen für die Gießen 46ers zu stemmen sind.

Bryant passt in das Spielsystem, das Scholz praktiziert: ein strukturierter Basketball auf beiden Seiten des Feldes. Zudem lastet nicht wie in früheren Zeiten die gesamte Verantwortung auf ihm, da er mit Chad Brown und Scottie James jr. zwei adäquate Mitspieler unter dem Korb hat. »Er kann eine gewisse Rolle übernehmen – und er weiß, dass er in der Bundesliga nicht mehr 30 Minuten gehen kann«, erklärt Koch.

Gießen 46ers: Rolf Scholz soll als Trainer weitermachen

In einer weiteren wichtigen Personalie für den Basketball-Klub an der Lahn sind anscheinend nur noch Details zu klären. Scholz soll nach dem Wunsch der Gießen 46ers seine Trainertätigkeit, die er interimsmäßig nach der Beurlaubung von Freyer Mitte Dezember übernahm, mindestens bis zum Ende der Saison fortführen. Scholz selbst ist einer Weiterbeschäftigung als Cheftrainer der 46ers nicht abgeneigt. Der Polizeibeamte muss aber noch ein paar Dinge mit seinem Arbeitgeber klären.

Nach Aussagen von Koch haben am Sonntag zudem Dehler und Scholz über die Thematik gesprochen, am gestrigen Montag soll ein Gespräch zwischen Scholz und seiner Arbeitsstelle stattgefunden haben. »Ich spreche heute Abend oder spätestens morgen Vormittag mit ihm«, sagt Koch, der guter Dinge ist, dass Scholz Headcoach der Gießen 46ers bleibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare