Fit und gesund im Winter bleiben

(sno) Wechselduschen, Ingwertee und Sportkleidung – die Vielfalt, um auch im Winter fit und gesund zu bleiben, ist groß. Unsere fünf heimischen Sportler erzählen von ihrem Weg: Vom Abhärten an der frischen Luft und Krafttraining in den eigenen vier Wänden.

"Sauna und viel Ingwertee"

Tanja Hölscher (45, Ruppertsburg): Ich versuche zweimal wöchentlich laufen zu gehen, im Winter allerdings nicht so lange, wegen der Kälte. Die Strecken variieren wegen Glatteis, Matsch und Dunkelheit, ich laufe einfach lieber tagsüber im Hellen. Dabei bekomme ich den Kopf frei, hänge meinen Gedanken nach. Ich gehe außerdem einmal die Woche zum Aerobic, wo ich gezielt etwas für den Rücken machen kann. Ich klettere im Winter auch mal gerne. Yoga habe ich jetzt wieder aufgenommen, es macht mich einfach beweglicher und lässt mich zur Ruhe kommen. Generell tut Sport meiner Seele wahnsinnig gut. Danach geht es mir immer besser als vorher. Abseits vom Sport versuche ich, wenigstens zweimal im Monat in die Sauna zu gehen, weil ich eine Frierkatze bin und es gut für das Immunsystem ist. Im Winter trinke ich auch viel Ingwertee.

"Zum Abhärten an die frische Luft"

Prof. Dr. Heinz Zielinski (69, Linden): Im Winter versuche ich trotz Kälte viel an der frischen Luft zu sein, um die Widerstandsfähigkeit des Körpers zu fördern. Es ist aus meiner Sicht von enormer Bedeutung, den Körper an das veränderte Klima zu gewöhnen. Sportlich gehe ich zweimal die Woche für 30 Minuten laufen und mache verstärkt mein individuelles Gymnastikprogramm. Das habe ich mir vor längerer Zeit mal zusammenstellen lassen. Der Mensch ist von Natur aus ja bequem – wenn man um 19 Uhr nach Hause kommt, muss man sich eben einen Ruck geben und noch mal für eine halbe Stunde was machen. Zweimal in der Woche versuche ich, in die Sauna zu gehen. Das ist gut und gesund. Außerdem ist der Hunger bei mir danach immer weg. Den Gesundheitstrend empfinde ich als positiv, man sollte ihn allerdings nicht dogmatisch betrachten. Jeder muss sich wohlfühlen, bei dem, was er macht. Und: Unsere Zahlen aus dem Sportkreis und dem Landessportbund Hessen weisen keine größere sportliche Betätigung in der Bevölkerung auf, auch wenn der Eindruck ein anderer sein mag.

"Einfach genauso aktiv sein"

Maren Becker (25, Gießen): Im Grunde wird bei mir im Winter vieles von draußen nach drinnen verlegt, ich bin aber im Grunde genauso aktiv. Im Sommer klettere ich am Felsen, im Winter in der Halle. Das mache ich seit Jahren und dabei kann ich wunderbar das Gehirn ausschalten. Man muss sich einfach mit den Problemen an der Kletterwand beschäftigen. Im Sommer gehe ich im See schwimmen, im Winter im Bad. Trotzdem versuche ich, so viel wie möglich draußen zu sein. Das Fahrrad nutze ich in der Stadt als tägliches Transportmittel, einfach weil es am schnellsten geht. Im Winter gibt’s bloß kurze Strecken, weil es durch den Fahrtwind oft einfach zu kalt wird. Ich bin auch schon bei minus 30 Grad in der Mongolei gelaufen – das ging super, die trockene Kälte war viel angenehmer als feuchte null Grad hier. Ansonsten gibt’s bei mir viel Ingwertee und ganz viele Vitamine.

"Zu Hause selbstständig trainieren"

Christopher Schmier (26, Laubach): Ich habe mir vor einigen Monaten schon eine Hantelbank, eine Langhantel und zwei Kurzhanteln jeweils mit Gewichten gekauft. Da kannst du so gut wie alles trainieren, Brust, Rücken, Bizeps usw. Ich nutze auch mein eigenes Körpergewicht. Zu Hause zu trainieren bevorzuge ich mittlerweile, früher war ich im Fitnessstudio, aber das war von der Fahrt und den Kosten her einfach zu aufwendig. Außerdem musste man sich immer aufraffen, um hinzufahren. Wenn man eigenständig Krafttraining betreibt, kann man natürlich auch Dinge falsch machen und Gelenke und Bänder strapazieren. Um das zu verhindern, habe ich viel gelesen, mir Videos angeschaut. Durch die Krankengymnastik habe ich gelernt oder früher im Fitnessstudio gefragt.

"Ich schwöre auf Wechselduschen"

Steffen Niebergall (36, Grünberg): Beim Laufen ist man genau richtig gekleidet, wenn man leicht fröstelt, wenn man vor die Tür geht – sonst ist es zu viel. Ich trage meistens ein Unterhemd, ein Laufshirt und eine Softshelljacke, das war’s. Wichtig ist mir auch, eine Mütze zu tragen, weil man sehr viel Wärme über den Kopf abgibt. Pausen sind im Winter eher ungeeignet, weil du schnell auskühlst.

Wenn ich geschwitzt bin und fertig mit dem Laufen, geht’s direkt unter die Dusche. Um mich nicht zu erkälten, schwöre ich auf Wechselduschen. 20 Sekunden heiß und dann 20 Sekunden eiskalt. Das dreimal im Wechsel und kalt aufhören. Am Anfang ist das echt hart, aber man friert nicht, wenn man aus der Dusche steigt. Einmal die Woche gehe ich auf jeden Fall in die Sauna.

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