250 000 gespendet

  • Christoph Sommerfeld
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(cso). Die Plattform "Geisterspieltickets" erfreut sich wachsender Beliebtheit. Lagen die Spendeneinnahmen der teilnehmenden Vereine um den 23. April herum noch bei circa 100 000 Euro (wir berichteten), so beläuft sich die Gesamtsumme derzeit auf knapp 250 000 Euro. Von dieser Viertelmillion profitieren auch einige heimische Klubs. Seit Ende April noch dazugekommen sind der SV Atzenhain (Fußball) und die KSG Bieber (Handball).

Weitere beeindruckende Zahlen: 18 081 Eintrittskarten, 12 988 Würstchen, 17 496 Bier und 4097 Bierkisten kauften die Spender bislang bundesweit bei den Klubs.

Um die Einnahme-Ausfälle während der Corona-Krise zu kompensieren, hatte der TC Freisenbruch, Kreisligist aus Essen, gemeinsam mit der Doppelpass UG, am 1. April die Plattform geschaffen. "Tabellenführer" ist immer noch das Duo VfB Empor Glauchau/SV Lok Glauchau mit ca. 4000 Euro Umsatz.

Die Angebote der Vereine werden immer ausgefallener. So bietet beispielsweise die HSG Hungen/Lich für zwölf Euro Autogrammkarten von Trainer Carsten Schäfer an. Bei der KSG Bieber gibt’s die unqualifizierte Bemerkung in Richtung Schiedsrichter für weniger Geld. Jedoch ist das Angebot mit einem Fair-Play-Plakat illustriert, das auf angemessenes Verhalten bei Spielen der Handball-Jugend hinweist. Für diejenigen, die den Witz nicht verstehen und nach Corona auf die Gegenleistung für ihre fünf Euro pochen.

Am meisten verkauft bei den Fußballern der SG Salzböde-Lahn wird das klassische Flaschenbier. Davon hat der Verein 20 an den Mann gebracht. "Wir hatten zunächst selbst überlegt, aktiv zu werden und ein solches Angebot bereitzustellen", verrät Abteilungsleiter Florian Hofmann. "Aber die Handhabung auf der Plattform ist sehr einfach, und wir dachten uns: Was haben wir zu verlieren?" Insgesamt steht die Spielgemeinschaft aus Salzböden, Odenhausen und Fronhausen bei 450 Euro.

Geld, was den Klubs im Amateurbereich helfen soll, über die Runden zu kommen. "Die Bundesliga ist aus finanzieller Not am Wochenende gestartet. Das ist gut für den Profisport. Aber auch wir im Amateurbereich haben finanzielle Sorgen. Und unsere gesellschaftliche Aufgabe ist ungleich höher. Wir schaffen Begegnungsorte für Jugendliche und Familien. Wenn eine Pleitewelle durch die Amateur-Vereine geht, gefährdet das unsere Gesellschaft", erklärt Gerrit Kremer vom TC Freisenbruch, verantwortlicher Leiter für das Projekt geisterspieltickets.de.

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